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33 Bergleute sind seit dem Einsturz der kleinen Gold- und Kupfermine San José am Rand von Copiapo in der Atacama-Wüste am 5. August verschüttet.
Mehr als zwei Wochen vergehen zunächst mit immer neuen Bohrungen, ohne dass die Kumpel gefunden werden können.
Dann kommt am 23. August endlich der Durchbruch.
Eine kleine Sonde kommt in dem Schutzraum an, in den sich die 32 Chilenen und ein Bolivianer beim Einsturz eines Hauptstollens hatten retten können.
Präsident Sebastián Piñera verblüfft seine Nation, als er ein Stück Papier in die Fernsehkameras hält, auf dem in roter Schrift stand: "Uns geht es gut in dem Schutzraum - die 33".
Vor der Mine am Rand von Copiapo weinen Freunde und Angehörige der Bergarbeiter vor Freude.
Die Minenarbeiter müssen aber wohl noch mehrere Monate in ihrem unterirdischen Verlies ausharren.
Über Funktelefon berichten die Kumpel den Helfern und Regierungsvertretern von ihren Überlebensstrategien ohne die Hilfe von oben.
Alle 48 Stunden aßen sie zwei Löffel Thunfisch und tranken ein halbes Glas Milch. Ihren Flüssigkeitsbedarf deckten die Männer durch das Wasser, das von den Höhlenwänden lief.
Die Männer verlangen als erstes nach Nahrung und nach Zahnbürsten.
Die Rettungsteams schicken durch den nur wenige Zentimeter großen Schacht kleine Mengen Wasser, proteinhaltige Spezialnahrung und Medikamente.
In der Tiefe von 688 Metern herrscht extreme Hitze mit bis zu 36 Grad und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit von bis zu 85 Prozent.
Nach Ansicht von Experten können sich die Männer auf einer Länge von 1,8 Kilometern frei bewegen.
Den Bereich haben sie in drei Zonen aufgeteilt: Essen, Schlafen und einen Bereich, wo sie die Notdurft verrichten. In einem Video zeigen sie, wie sie ihren Alltag organisiert haben.
In einer Art Badezimmerecke werden Medikamente, Zahnpasta, Deo und auch Alkohol aufbewahrt. Aus einem Kanister verteilen sie Wasser für Gesicht und Hände, ein kleines Wasserglas dient zum Zähneputzen.
Die Männer treffen sich, um einen Tagesplan aufzustellen. Es gibt gemeinsame Gebetszeiten. Für Licht sorgen Grubenfahrzeuge.
Während unter Tage so etwas wie Alltag einkehrt, laufen an der Oberfläche alle Vorbereitungen, um die Kumpel zu retten.
Geplant ist, die eingeschlossenen Bergarbeiter über einen Schacht mit einem Durchmesser von 66 Zentimetern aus der Tiefe zu holen.
Angesichts der langen Dauer der Bohrung sucht die chilenische Regierung aber nach Alternativen. Experten hatten vorgeschlagen, einen bereits existierenden Schacht mit 12 Zentimetern Durchmesser zu erweitern.
Der Schacht ist rund 300 Meter von dem Schutzraum entfernt, die Stelle wäre für die Kumpel aber über einen Tunnel erreichbar. Die Bohrgeräte-Firma Geotec hatte erklärt, dass dieser Weg nach bereits zwei Monaten zur Rettung der Bergleute führen könnte.
Außerdem ist eine Bohrung nahe des verschütteten Eingangsschachtes im Gespräch. Experten warnen aber vor neuen Einsturzrisiken.
Staatschef Piñera will die Bergleute eigentlich vor dem 18. September retten - dann feiert Chile den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeit von Spanien. Die schwierige Rettung wird sich aber wohl bis Weihnachten hinziehen.
Die eigentliche Rettung soll dann mit einer sogenannten "Rettungsbombe" erfolgen, wie sie schon 1963 bei dem Unglück im deutschen Lengede zum Einsatz kam.
In die "Rettungsbombe" kann jeweils ein Verschütteter einsteigen. Er wird dann an einem Seil nach oben gezogen.
Bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln bitten die chilenischen Behörden die US-Raumfahrtbehörde NASA um Unterstützung. Die Situation der Bergleute ist vergleichbar mit Astronauten, die monatelang in Weltraumstationen ausharrten.
Bis zu ihrer Rettung sollen die Verschütteten zudem täglich psychologische Unterstützung und ein Bewegungsprogramm erhalten, um Muskelschwund vorzubeugen.
"Sie müssen Übungen machen, damit sie in Form sind für die Rettungsaktion", rät der Arzt Javier Brand, der bei der Aktion hilft. Die ärztliche Betreuung läuft über einen Kumpel mit medizinischen Grundkenntnissen.
Psychologisch bedeutsam sind auch die Briefe von Angehörigen, die zu den Bergarbeitern in die Tiefe geschickt werden. Die Kumpel erhielten auch Spielkarten.
Als sich fünf Männer zunehmend isolieren, nicht mehr gut essen und nicht mit ihren Angehörigen sprechen wollen, werden sie besonders unterstützt. So gelingt es, die beginnende Depression zu überwinden.
Die meisten der Eingeschlossenen halten sich trotz der extremen Situation aber erstaunlich wacker. Auf Bildern aus der Tiefe sind die Männer zwar verdreckt und verschwitzt, aber bei angesichts der Umstände guter Gesundheit und Moral zu sehen.
Die Kumpel sind zu nationalen Helden geworden und auch wenn sie es noch nicht sehen können: Vor dem Präsidentenpalast in Santiago wehen 32 chilenische Nationalflaggen und eine bolivianische.
Schichtleiter und somit Chef der Truppe ist Luis Urzua - aber es ist der 63-jährige Mario Gomez, der als Mentor der Verschütteten gilt. Gomez genießt allgemein Respekt - von seinen Chefs, den Kollegen, selbst seine Freunde loben als erstes seine langjährige Erfahrung als Bergmann.
Sein Erfahrungsschatz dürfte beim Überleben der Gruppe eine wichtige Rolle spielen. Es gehe in den kommenden Wochen darum, Panik zu verhindern, für einen einigermaßen geregelten Tagesablauf zu sorgen und den Frieden unter den auf engem Raum eingeschlossenen Männern zu wahren, so Experten.
Noch sind die Kumpel nicht gerettet. Die Betreiber der Mine müssen sich allerdings auf Schadenersatzforderungen einstellen.
Denn 2007 war die seit 1889 betriebene Unglücksmine nach einem tödlichen Unfall schon einmal geschlossen worden.
Noch aber hofft ein Land auf die glückliche Rettung aller Bergleute.
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