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Das Papst-Kandidaten-Karussell: Wer folgt auf Benedikt XVI.?

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... dann ist Benedikt XVI., der 265. Papst, endgültig Geschichte. (Foto: REUTERS)

... dann ist Benedikt XVI., der 265. Papst, endgültig Geschichte.

Das war's. Zum 28. Februar gibt Benedikt XVI. sein Pontifikat auf.

Am Aschermittwoch hielt der deutsche Papst seine letzte heilige Messe. Mit Tränen in den Augen nahm er den donnernden Applaus der rund 8000 Menschen entgegen.

Nach fast acht Jahren Benedikt beginnt ...

... im Petersdom eine neue Ära.

Doch wer wird 266. Papst, wer beerbt Joseph Ratzinger?

Seit seinem Rücktritt werden viele Kandidaten gehandelt.

Einer von ihnen ist Gianfranco Ravasi.

Der 70-jährige Italiener ist seit 2007 Kulturminister des Vatikan und vertritt die Kirche in der Welt der Kunst, der Wissenschaft, der Kultur und gegenüber Atheisten.

Dieser Lebenslauf könnte ihm jedoch schaden, falls die Kardinäle beschließen, dass sie einen erfahrenen Seelsorger als Papst wollen und nicht schon wieder einen Professor. Oder kommt der nächste Papst ...

... vielleicht aus Afrika? Aus den Reihen der afrikanischen Kardinäle gilt der 64-jährige Peter Turkson aus Ghana, Vorsitzender des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden, als geeignet für das Papstamt.

Benedikt selbst hatte es früher bereits für eine interessante Idee gehalten, erstmals einen "dunkelhäutigen Papst" auf dem Heiligen Stuhl zu haben.

Nicht wenige Katholiken in Afrika kritisieren die Weltkirche als "zu eurozentristisch".

Timothy Dolan ist die Stimme der US-amerikanischen Katholiken, seit er 2009 zum Erzbischof von New York ernannt wurde.

Der 62-jährige US-Amerikaner sagte zu entsprechenden Spekulationen um seine Person, es sei "sehr unwahrscheinlich", dass seine Wahl in Betracht gezogen werde.

Insider sagen, sein Humor und sein Schwung hätten den Vatikan beeindruckt, dem es häufig an beidem mangelt.

Andererseits stehen die Kardinäle einem Papst aus einer Supermacht skeptisch gegenüber, seine kumpelhafte Art ist einigen zu amerikanisch.

Außenseiterchancen werden Christoph Schönborn eingeräumt.

Der 68-jährige Wiener Kardinal stammt gebürtig aus Tschechien.

Er ist ein früherer Student und Vertrauter Benedikts.

Schönborn, der als ausgleichender Theologe gilt, wurde schon vor Jahren als papsttauglich gehandelt. Doch da ist er nicht der einzige. Die Menschen aus Lateinamerika ...

... würden sich vermutlich João Braz de Aviz als neuen Papst wünschen.

2011 wurde der 65-Jährige zum Präfekten der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens gewählt. Er gilt als Befürworter der Hinwendung zu den Armen, wie sie die lateinamerikanische Befreiungstheologie anstrebt.

Die Zeit könnte reif sein für einen Papst aus Südamerika. Schließlich leben hier 42 Prozent der weltweit 1,2 Milliarden Katholiken. Bei Kritikern gelten lateinamerikanische Geistliche jedoch als zu experimentierfreudig. Ein Nachteil für Aviz ...

... und seinen Landsmann Odilo Pedro Scherer? Der 63-Jährige ist bisher Erzbischof von Sao Paolo, der größten Diözese im größten südamerikanischen Land.

Scherer gilt als konservativ, weltgewandt und nahbar. Und: Er ist Nachfahre deutscher Einwanderer aus dem Saarland.

Aber die Südamerikaner haben einen strukturellen Nachteil. Der Vatikan ist europäisch dominiert. Etwa die Hälfte der Kardinäle, die den neuen Papst wählen, stammen aus Europa. Sollten sie sich ...

... wieder für einen Papst vom eigenen Kontinent entscheiden, könnte die Wahl auf Angelo Scola fallen.

Sein Posten als Erzbischof von Mailand gilt als Sprungbrett für das Amt des Papstes.

Der 71-jährige Italiener ist allerdings nicht sonderlich beredt, was ihm schaden dürfte, falls die Kardinäle einen Charismatiker an der Spitze der Kirche sehen wollen.

Der bekannte Theologe und Ratzinger-Kritiker Hans Küng räumt Scola gute Chancen ein: "Die Italiener sind durch Papst Ratzinger wieder zu einer großen Macht im Kardinalskollegium gemacht worden."

Wenn es nach den Buchmachern geht, hat dieser Mann die besten Chancen.

Dabei sagte eben jener Marc Ouellet einmal, Papst zu werden "wäre ein Albtraum".

Der 68-jährige Kanadier ist als Leiter der Bischofskongregation so etwas wie der Personalchef im Vatikan.

Als aufgehender Stern in der Kirche wird Kardinal Luis Antonio Tagle von den Philippinen gesehen.

Viele halten den 55-jährigen Erzbischof von Manila, der seit dem vergangenen Jahr auch im Kardinalsstand ist, für den Hoffnungsträger in der katholischen Weltkirche.

Er gilt als dynamisch und charismatisch, bei den Gläubigen in seiner Heimat ist er zudem außerordentlich beliebt.

Ob seine Zeit allerdings bereits gekommen ist, ist fraglich.

Gute Chancen werden auch dem nigerianischen Kardinal Francis Arinze eingeräumt

Dabei ist er bereits 80 Jahre alt und wäre wie Benedikt XVI. wohl nur ein Übergangspapst.

Tarcisio Bertone hielt sich bisher stets im Hintergrund. Doch seine große Stunde könnte noch schlagen.

Der Kardinalstaatssekretär hat in den vergangenen Jahren viele wichtige Posten mit Vertrauten besetzt und Kardinäle für sich gewonnen.

Allerdings fiel der 78-Jährige in der Vergangenheit nicht immer positiv auf. Kardinal Joachim Meißner macht ihn etwa für den Umgang der Kirche mit der Williamson-Affäre verantwortlich.

Auch bei den Missbrauchsfällen soll er versucht haben, die Angelegenheit unter dem Deckel zu halten. Nach Scola und Bertone gibt es noch einen dritten Italiener, ...

... der sich Hoffnungen machen kann, neues Oberhaupt der römisch-katholischen Kirchen zu werden: Angelo Bagnasco, der Erzbischof von Genua.

Der 70-Jährige leitet die italienische Bischofskonferenz und ist damit ebenfalls ein großer Machtfaktor unter den italienischen Katholiken.

Zu guter Letzt ist da noch Kardinal George Pell aus Australien.

Für den Vatikan-Experten Andreas Englisch ist der 72-jährige Erzbischof von Sydney der Geheimfavorit. Anwärter für das Papstamt gibt es also zur Genüge.

Aber wer kommt nach Benedikt XVI.?

Die Wahl des neuen Papstes erfolgt durch die Konklave, die Versammlung der wahlberechtigten Kardinäle. Wahlberechtigt sind alle, die ihr 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Die Kardinäle müssen 15 bis 20 Tage nach Ratzingers Rücktritt zusammentreten.

Die Wahl findet in der Sixtinischen Kapelle statt. Der künftige Papst, der italienisch - die Sprache des Vatikans - sprechen muss, benötigt zwei Drittel aller Stimmen.

Bei den letzten Päpsten dauerten die Konklaven zwischen einem und vier Tagen.

In dieser Zeit warten die Gläubigen auf ein Zeichen. Und wenn die Glocken des Petersdoms läuten und ...

... der weiße Rauch aus dem Schornstein der Kapelle schließlich aufsteigt, ist die Entscheidung endlich gefallen.

Spätestens, wenn der Kardinalprotodiakon auf den Balkon des Petersdoms tritt und "Habemus Papam!" (Wir haben einen neuen Papst) sagt, ...

... dann ist Benedikt XVI., der 265. Papst, endgültig Geschichte.

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