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Klementine, Dr. Best und Lurchi: Werbung aus der alten Bundesrepublik

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Eine weiße Latzhose und ein rotkariertes Hemd waren ihr Markenzeichen. Sie brachte den Deutschen bei, dass Wäsche "nicht nur sauber, sondern rein" sein soll.

Eine weiße Latzhose und ein rotkariertes Hemd waren ihr Markenzeichen. Sie brachte den Deutschen bei, dass Wäsche "nicht nur sauber, sondern rein" sein soll.

Eine weiße Latzhose und ein rotkariertes Hemd waren ihr Markenzeichen. Sie brachte den Deutschen bei, dass Wäsche "nicht nur sauber, sondern rein" sein soll.

Die Schauspielerin Johanna König warb als patente Klementine in den 70er Jahren für das Waschmittel Ariel. Klementine gehört zu den berühmtesten Figuren der deutschen Werbung.

Sie hat ihren Platz direkt neben Herrn Kaiser von der Versicherung Hamburg-Mannheimer, Frau Antje aus dem Käsereich Holland (Rudi Carell als Frau Antje in einem TV-Sketch) ...

... und dem cholerischen HB-Männchen und seinem "Wer wird denn gleich in die Luft gehen?".

Und der Lurchi der Schuhmarke Salamander ...

... begeisterte mit seinen Abenteuern die Kinder.

Berühmte Werbung gab es schon im Deutschland der 1920er Jahre. Die "weiße Dame" von Persil versprach Wäschereinheit in Perfektion.

Als "buttergleich" wurde der Brotaufstrich Rahma 1927 beworben. Ob Feinwaschmittel oder Margarine, vieles war nach den Entbehrungen des Krieges wieder da. "Rama - Sie hat uns gefehlt, all die Jahre!", lautete ein Seufzer. (Das "h" war inzwischen weggefallen.)

Im Wirtschaftswunder der Nachkriegsjahre erlebte die Werbung eine neue Blüte. Die Ladenregale waren wieder voll. Die Deutschen hatten Geld und wollten es auch ausgeben.

Dazu brauchten sie Anleitung. Werbespots dauerten mehrere Minuten. Mit deutscher Präzision wurde erklärt, wie ein Spülmittel funktioniert: In einem Laborbecken versinkt eine Ente, weil ihre Federn mit Pril eingeweicht werden.

Frauen waren zwar tüchtig, ...

... hatten aber wenig zu melden.

Der Gatte wurde wahlweise mit Hühnersuppe oder Filterkaffee besänftigt. Wenn die Gattin es mit den Nerven hatte, riet eine Stimme aus dem Off zum Trunk "Frauengold".

Gereimt wurde wie heute nur noch auf Familienfeiern: "Pril? Braucht man da viel?" oder "Wenn einem also Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert".

1956 begann mit dem ersten Fernsehspot, damals im Bayerischen Rundfunk, ...

... eine neue Ära: Liesl Karlstadt (mit Beppo Brem) trat darin für Persil als zänkische und ordnungsliebende Ehefrau auf.

Werbung hat im Kino, auf Plakaten und Bildschirmen das kollektive Gedächtnis ganzer Generationen geprägt. "Er läuft und läuft und läuft", hieß es von 1960 an in einer legendären Kampagne für den VW-Käfer.

Die sexuelle Befreiung und die Hippiezeit fanden ihr Echo. 1968 schwebten Nonnen im Afri-Cola-Rausch. Das Fa-Mädchen duschte in den 70ern oben ohne, der Deostift wurde geteilt: "Mein Bac, dein Bac. Bac ist für uns alle da".

Auch in der DDR gab es in den engen Grenzen des Sozialismus Reklame, die aber in den 70er Jahren weitgehend zurückgefahren wurde.

Der Minol-Pirol sollte an die Tankstelle locken, Kinder planschten mit der Badusan-Ente.

Reklameblöcke waren in den 70ern und 80ern für die von Florian Illies beschriebene "Generation Golf" genauso interessant wie Rudi Carrell. Kinder spielten beim Warten auf die Vorabendserie "Werberaten", es gewann derjenige, der am schnellsten die Produkte erkannte.

Schlechte Karten hatte, wer ohne Fernseher aufwuchs: Der konnte Tilly, die ihre Hände in Palmolive badete, und das neben der Hausfrau schwebende "Lenor Gewissen" nicht kennen. (die US-amerikanische Version der Palmolive-Werbung)

Hinter den meisten Fernsehfiguren steckten Schauspieler. Aber Dr. Best, der Tomaten mit der Zahnbürste traktierte, war echt. Mit dem Siegeszug der privaten Sender in den 80er Jahren kam eine Flut an Fernsehwerbung.

Die Zielgruppen wurden immer unterschiedlicher und bunter, das klassische Familienbild verschwand allmählich. Die Spots wurden origineller, auch damit der Zuschauer nicht wegzappt.

Bei einer Quark-Werbung plumpste ein Dicker durch die Decke, Audi ließ sein Auto eine Skischanze hochfahren.

Prominente waren und sind beliebte Werbeträger - von Boris Becker im AOL-Spot ("Ich bin drin") über Manfred Krug, der die Telekom-Aktie empfahl, bis zu Olli Dittrich, der für den Media Markt blödelt. Bis heute schaffen es Werbeslogans zur festen Redewendung.

Zuletzt war das wohl bei "Geiz ist geil" von Saturn der Fall.

Die beliebtesten deutschen Werbefiguren 2006 waren zwei Oldies: der Bärenmarke-Bär, ...

... gefolgt von den ZDF-Mainzelmännchen. Auf Platz 3 landete der Bär der Toilettenpapiermarke Charmin, eine noch junge Figur in der deutschen Konsumwelt.

Wie es mit der Werbung in Zeiten von Internet und Festplattenrekordern weitergeht, ist offen. (Fotos: dpa, AP, Salamander, Audi)

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