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Strandläufer aufgepasst!
Der Sommerurlaub ist vorbei.
Unverfrorene finden das cool.
Sonnenanbeter weichen aus in höhere Gefilde.
Leseratten ziehen sich ins Kaminzimmer zurück.
Kleine Draufgänger können es nicht erwarten und rodeln, noch bevor ausreichend Schnee gefallen ist, die Hänge kaputt.
Die Tierwelt nimmt den Wechsel der Jahreszeiten gelassen.
... Um nicht zu sagen, lässig.
Naturfreunde freuen sich auf ausgedehnte Winterspaziergänge.
So geht's natürlich auch.
Die ganz Flotten können endlich wieder die Pisten abwedeln.
Naja, aller Anfang ist schwer.
Aber dann gibt es auch noch die, denen beim Anblick von so viel Schnee ganz mulmig zumute wird.
Die Autofahrer.
Spätestens, wenn sich die Straßen in schlüpfrige Rutschbahnen verwandeln, geht den motorisierten Mitmenschen ein Licht auf.
Denn sie wissen, was auf sie zukommt:
Jetzt heißt es wieder, zehn Minuten früher aus dem Haus gehen ...
... und am besten gleich die Verstärkung mitnehmen.
Der Weg zur Arbeit wird zum Abenteuer ...
... oder zur winterlichen Naturerkundungsfahrt im Schneckentempo, ...
... zum Geduldstest für Fortgeschrittene.
Es ist die Zeit der unbezahlten Knochenarbeit, ...
... des kollektiven Heldentums.
Die Zeit der Ratlosigkeit vor dem geöffneten Kofferraum ...
... nach verpasster Chance.
Zeit für den Kniefall vor dem persönlichen Statussymbol, ...
... die Chance zur Emanzipation
Der Ärger mit der Polizei ist vorprogrammiert, ...
... weil das Schild wirklich nicht lesbar war.
Einige wenige wittern das große Geschäft, ...
... doch nicht alle können sich gut verkaufen.
Manch einer schafft bei klirrender Kälte den Karrieresprung zum Berater.
Recht hat er: Die Investition in gute Reifen lohnt sich.
Mindestens vier Millimeter tief sollte das Profil sein. Dann klappt's auch mit der Reifenhaftung und der Bremsweg verlängert sich nicht ins Unendliche.
Außerdem stehen nicht an jeder verschneiten Fahrbahn ...
... hilfsbereite Michelinmänner bereit.
Aber manchmal ist trotz rechtzeitigem Reifenwechseln nichts zu machen.
Das weiß auch der Schumi. Darum lässt er sich und seine Flamme ...
... mit dem Jet im Winterurlaub absetzen.
Andere stehen dagegen schon im Stau, bevor sie überhaupt die Autobahn, geschweige denn die Piste erreichen.
Endlich auf der Autobahn, geht der Spaß erst los.
So richtig mit Wegschliddern und Liegenbleiben.
Doch keine Sorge, die Stauberater vom ADAC verteilen regelmäßig Kuscheltiere an die quengelnden Stauopfer in den Kindersitzen.
Wer großes Glück hat, der trifft zur Weihnachtszeit auf den legendären Stauerzähler und bekommt exklusiv eine Wintermärchen durch das heruntergekurbelte Autofenster zugeflüstert.
Und in Alpennähe kommt manchmal die Bergwacht in schnittigen Schlitten vorbei, verteilt Tee in Plastikbechern und sorgt für gute Stimmung.
Auch der Rettungsdienst verteilt Heißgetränke an all die Menschen in der Staufalle, die nicht auf die gutgemeinten Tipps einschlägiger Reiseratgeber hören wollten und optimistisch ohne Decken und Thermoskannen aufgebrochen sind.
Die Not schweißt zusammen. Den Motor kann man getrost abwürgen. Der Umwelt tut man damit einen Gefallen. Bei modernen Wagen macht das Motorabstellen schon ab 20 Sekunden Stillstand ökologisch Sinn.
Die Anspannung löst sich, die Stimmung lockert auf, wird heiter, fast schon wild-romantisch.
Man nennt das Phänomen auch "Urlaubsbekanntschaft".
An Ausscheren und Abfahren denkt da keiner mehr.
Es sei denn, um kreativen Bedürfnisse auszuleben ...
... und damit die Nachkommenschaft zu erfreuen.
Selbstverständlich gibt es auch Einzelkämpfer, ...
... die dem bunten Treiben auf der Autobahn lieber ausweichen ...
... oder querschlagen. Sie ignorieren das Gebot des Winters, ...
... verweigern sich dem Kettenterror, ...
... und knausern beim Kauf von Winterreifen. Einer ist billiger als vier, oder?
Doch zurück zur wachsenden Gemeinschaft auf der Autobahn, wo langsam die Dunkelheit hereinbricht.
Auch des Nachts lassen die Behörden die Urlaubswilligen oder Heimreisenden nicht im Stich.
"Und wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her."
Hier symbolisiert durch das Licht am Ende des Tunnels.
Die Zahl der Bremslichter lichtet sich oder verschwimmt im heimeligen Stadtverkehr.
Der Weg in den Skiurlaub ist wieder offen.
Endlich am Ziel macht dann sogar das Parkplatzsuchen Spaß.
Bahn frei für den Winterurlaub.
Der Berg ruft. (Alle Bilder dpa, AP)
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