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Samstag, 12. August 2017

Weißer Stoff mit blauen Streifen: Wo Mutter Teresas berühmte Saris entstehen

Von Solveig Bach

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... wurde ein weißer Sari mit drei blauen Streifen als Ordenstracht festgelegt. (Foto: dpa)

... wurde ein weißer Sari mit drei blauen Streifen als Ordenstracht festgelegt.

Als sich die albanische Nonne Gonxha Agnes Bojaxhiu entschloss, ihren Orden der "Missionarinnen der Nächstenliebe" zu gründen, ...

... wurde ein weißer Sari mit drei blauen Streifen als Ordenstracht festgelegt.

Für Mutter Teresa, wie sie sich nach ihrem letzten Ordensgelübde nannte, hatte dieses Kleidungsstück eine besondere Bedeutung.

Der Legende nach kaufte sie den ersten dieser Saris an dem Abend, ...

... als sie die Erlaubnis erhielt, in den Slums der indischen Stadt Kolkata (Kalkutta) zu arbeiten.

Sie habe ihn einfach auf dem Markt erworben und gegen ihren Habit getauscht, heißt es auf der Seite des Ordens.

Es ist ein schlichter Baumwoll-Sari, wie ihn die Frauen der untersten Hindu-Kaste trugen.

Damit soll auch die Verbundenheit mit den "Unberührbaren", den Rechtlosen und Unterdrückten, zum Ausdruck gebracht werden.

Ihr Leben lang trug Mutter Teresa einen solchen Sari, egal, ob sie bei den Ärmsten der Armen unterwegs war ...

... oder die britische Königin Elizabeth II. traf, wie 1983.

In einem dieser Saris wurde sie nach ihrem Tod am 5. September 1997 auch beigesetzt.

Inzwischen werden die Saris von Schwestern auf der ganzen Welt getragen.

Die typischen Kleidungsstücke für die mehr als 5000 Nonnen weltweit entstehen alle im etwa 20 Kilometer von Kolkata entfernten Titagarh.

Hier befindet sich Gandhiji Prem Nivas, ein Lepra-Behandlungszentrum der Missionarinnen der Nächstenliebe.

Lepra-Kranke sind nach ihrer Heilung oft behindert und werden auch in Indien sozial geächtet.

In Titagarh können sie arbeiten und Geld für ein selbstbestimmtes Leben verdienen.

Jedes Jahr wird der Stoff für etwa 4000 Saris gewebt.

Das Besondere daran: Man kann sie nirgends kaufen, sie gehen direkt an das Mutterhaus in Kolkata ...

... und werden von dort in mehr als 130 Länder verschickt.

Nach Angaben des Ordens steht die weiße Farbe der Ordenstracht für Reinheit und Wahrheit, ...

... die drei Streifen symbolisieren die Verpflichtung der Nonnen zu Armut, Gehorsam und Keuschheit.

Die Novizinnen tragen zunächst weiße Kleidung, erst nachdem sie das Gelübde abgelegt haben, dürfen sie die Saris mit den blauen Streifen anlegen.

Jede Schwester erhält nur drei Saris ...

... und verrichtet in dieser Kleidung jede Arbeit.

Weil immer mehr Schulen, Organisationen, aber auch Firmen das Design mit den drei blauen Streifen auf weißem Grund verwendeten, entschlossen sich die Missionarinnen der Nächstenliebe zu einem drastischen Schritt.

Seit dem 4. September 2016 ist das Design urheberrechtlich geschützt.

Am gleichen Tag wurde Mutter Teresa von Papst Franziskus heilig gesprochen.

Schwestern in aller Welt feierten diesen Tag in weißen Saris mit drei blauen Streifen.

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