50 Jahre Revolution in Kuba, das sind 50 Jahre Ausnahmezustand. Und es sind 50 Jahre, in denen in Kuba nur einer das Sagen hatte.Bild 1 von 61 Seit Fidel Castro in den Januartagen des Jahres 1959 die Macht auf der Antilleninsel erobert hatte, ist das Land nicht mehr aus der revolutionären Ausnahmesituation entlassen worden.Bild 2 von 61 In all den Jahren hat er das Land mit diversen Bedrohungsszenarien in Atem gehalten. Sie gaben dem ewigen Revolutionsführer die Mittel in die Hand, mit denen er die Opposition zum Schweigen brachte und dem Land seinen Willen aufzwang.Bild 3 von 61 Er setzte Grundrechte außer Kraft und mutete dem Volk Härten zu. Demokratischen Wahlen hat sich der Präsident, der Máximo Líder, der Comandante en Jefe, der Partei- und Staatschef nie gestellt.Bild 4 von 61 Vor gut zwei Jahren hatte es so ausgesehen, als würde Fidel Castro den fünfzigsten Jahrestag seiner kommunistischen Revolution nicht mehr erleben.Bild 5 von 61 Wegen einer schweren Erkrankung hatte er die Regierungsgeschäfte ...Bild 6 von 61 ... am 1. August 2006 an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raúl übergeben, ...Bild 7 von 61 ... der schon immer sein Stellvertreter gewesen war.Bild 8 von 61 Grund damals: eine "verschärfte Darmkrise", wie es in Castros Erklärung an das kubanische Volk hieß, die am Abend des 31. Juli 2006 im kubanischen Fernsehen verlesen wurde.Bild 9 von 61 Raúl, bis dahin auch Verteidigungsminister, war bereits bei der Gründung der "M-26-7" dabei, der "Movimiento 26 de Julio" (Bewegung des 26. Juli), die 1953 die kubanische Revolution einleitete.Bild 10 von 61 Hier Raúl mit Che Guevara im Sommer 1958 in den Bergen von Kuba.Bild 11 von 61 Ursprünglich war Fidel Castro nicht Kommunist, sondern lediglich Anti-Imperialist. Schon seine Herkunft ist nicht die eines Helden der Arbeiterklasse.Bild 12 von 61 Castro kam am 13. August 1926 als (unehelicher) Sohn eines aus Spanien eingewanderten Großgrundbesitzers zur Welt. Im Bild sein Geburtshaus.Bild 13 von 61 Der kleine Fidel geht auf eine Jesuitenschule, studiert Jura und engagiert sich seit den späten 1940er Jahren in der "Orthodoxen Partei", deren Chef er 1951 wird (auf diesem Bild von 1940 ist er der Junge mit dem Lutscher).Bild 14 von 61 Ziel der "Orthodoxen" ist der Kampf gegen die grassierende Korruption und eine Wirtschaftspolitik, die den Einfluss der USA auf Kuba zurückdrängen soll. Castros Hauptgegner ist Fulgencio Batista (Bild), ?Bild 15 von 61 ... der sich im März 1952 an die Macht putscht (hier 1959 auf einem Wandbild hinter Castro). Wenige Tage später klagt ein junger Rechtsanwalt vor dem Obersten Gericht des Landes Batista wegen Bruchs der Verfassung an. Sein Name: Fidel Castro.Bild 16 von 61 Die Klage wird abgewiesen. Castro beruft sich nun auf sein verfassungsmäßiges Recht auf Widerstand. Mit rund 130 Anhängern stürmt er am 26. Juli 1953 die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba.Bild 17 von 61 Der Aufstand scheitert, Castro wird verhaftet und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bereits nach zwei Jahren wird er mit vielen anderen im Rahmen einer Generalamnestie freigelassen.Bild 18 von 61 Aus Batistas Sicht ein grober Fehler: Schon kurz nach ihrer Freilassung gründen Castro und seine Mitstreiter eine neue politische Bewegung, die "Movimiento 26 de Julio", die den Untergrundkampf organisieren soll (im Bild die Fahne der Bewegung).Bild 19 von 61 Castro geht nach Mexiko ins Exil. Dort trifft er einen anderen Berufsrevolutionär, Ernesto Che Guevara.Bild 20 von 61 Zusammen mit Che Guevara und nur 80 weiteren Rebellen kehrt Castro im Dezember 1956 auf der Yacht "Granma" nach Kuba zurück. (Foto: eine nachgebaute Kopie der Granma)Bild 21 von 61 26 Monate dauert ihr Guerillakampf. Das Bild zeigt Castro im Jahr 1957.Bild 22 von 61 Am 1. Januar 1959 flieht Batista in die Dominikanische Republik. Seinen Lebensabend verbringt der korrupte Diktator in Portugal und Spanien.Bild 23 von 61 Die "Revolution" hat gesiegt.Bild 24 von 61 Am 8. Januar zieht Castro in Havanna ein, um den Sieg offiziell zu verkünden. Jetzt beginnen die Prozesse, die Hinrichtungen, die standrechtlichen Erschießungen, denen auch Batista-Gegner zum Opfer fallen.Bild 25 von 61 Am 16. Februar 1959 wird Castro kubanischer Ministerpräsident.Bild 26 von 61 Zu diesem Zeitpunkt ist die Revolution noch nicht kommunistisch; noch gibt es mehrere Parteien. Castros M-26-7 ist nur eine davon.Bild 27 von 61 Auch die USA sind noch kein Feind: Dieses Bild von 1959 zeigt Castro bei einem Besuch in New York.Bild 28 von 61 Eine Reihe von Verstaatlichungen, die auch US-amerikanische Unternehmen treffen, bringt Kuba jedoch auf scharfen Konfrontationskurs mit den USA. Washington verhängt eine totale Wirtschaftsblockade:Bild 29 von 61 Öllieferungen werden gestoppt, kubanische Produkte - darunter auch Zigarren - dürfen nicht mehr in die USA eingeführt werden.Bild 30 von 61 Castro, der sich ursprünglich auf einem "dritten Weg" zwischen den USA und der Sowjetunion sieht, nähert sich der UdSSR an (im Bild 1960 mit Nikita Chruschtschow).Bild 31 von 61 Forciert wird dies durch die legendäre Invasion in der Schweinebucht.Bild 32 von 61 Dort landen am 17. April 1961 rund 1200 Exilkubaner. Mit Unterstützung der US-Armee und der CIA sollen sie für die kubanische Exilregierung einen Stützpunkt erobern und von dort aus die USA offiziell um Hilfe bitten.Bild 33 von 61 Die Aktion wird für die USA ein Desaster.Bild 34 von 61 Nach drei Tagen sind die Invasionstruppen besiegt.Bild 35 von 61 Noch im selben Jahr erklärt sich Kuba, das die USA noch immer als ihren "Hinterhof" ansehen, zu einem sozialistischen Land. Castros Movimiento geht in den so genannten "Integrierten Revolutionären Organisationen" auf.Bild 36 von 61 Zwei Umbenennungen später heißt dieses Gebilde seit 1965 nur noch PCC, Kommunistische Partei Kubas. Andere Parteien sind nicht zugelassen.Bild 37 von 61 Nach der Invasion von 1961 wird Kuba zum Aufmarschfeld für die Sowjetunion - und zum Spielball der Atommächte. 40.000 sowjetische Soldaten und mehrere SS-4 Mittelstreckenraketen werden auf der Insel stationiert.Bild 38 von 61 Als US-amerikanische Spionageflugzeuge im Oktober 1962 diese Raketen entdecken, ordnet US-Präsident Kennedy eine Seeblockade Kubas an. 200 Schiffe werden rund um die Insel in Stellung gebracht. Kennedy nennt dies "Quarantäne". Eine Invasion wird vorbereitet.Bild 39 von 61 US-Verteidigungsminister McNamara sagt später, nur "schieres Glück" habe einen Atomkrieg verhindert. Nach 13 Tagen einigen sich die Sowjetunion und die USA: Moskau zieht seine Raketen aus Kuba ab (Bild), Washington sichert zu, Kuba nicht noch einmal anzugreifen.Bild 40 von 61 Die Feindschaft zwischen den USA und Kuba bleibt bestehen. Nach Recherchen des Journalisten Wilfried Huismann von 2005 steckt Kuba sogar hinter der Ermordung von John F. Kennedy im Jahr 1963. Der Grund: Kennedy seinerseits wollte Castro umbringen lassen.Bild 41 von 61 Dieses Bild zeigt Castro 1963 bei einem Tischtennisspiel gegen US-Studenten, die aus Protest gegen den Bann ihres Landes nach Kuba kamen. Der Legende nach sagte Castro, wenn ein Student ihn besiege, dann könne dieser kubanischer Regierungschef werden.Bild 42 von 61 Bis zum Ende des Kalten Krieges bleibt Kuba ein Verbündeter der Sowjetunion. Die Fahne des "Anti-Imperialismus" und des "Internationalismus" hält Castro weiterhin hoch.Bild 43 von 61 Er schickt Ärzte und Lehrer, aber auch Soldaten in die Welt. Castro unterstützt die Sandinisten in Nicaragua, ?Bild 44 von 61 ? kubanische Truppen kämpfen im Jom-Kippur-Krieg gegen Israel, in Äthiopien und sind bis 1989 am blutigen Bürgerkrieg in Angola beteiligt (hier 1969 mit dem ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser).Bild 45 von 61 Zugleich sorgt der charismatische Castro dafür, dass Kuba sich ein Image schafft, ?Bild 46 von 61 ? von dem andere Diktaturen nur träumen können.Bild 47 von 61 Auch der argentinische Fußballstar Maradona erliegt dem Charme des Revolutionsführers.Bild 48 von 61 Als der Kommunismus in Osteuropa zusammenbricht, bleiben Castro und Kuba die vielleicht größte Projektionsfläche für linke Träume. Bis heute ist Kritik am karibischen Diktator in der Linkspartei ein heikles Thema.Bild 49 von 61 Mancher Globalisierungskritiker sieht Fidel Castro und seine Verbündeten als Vorbilder für eine bessere Welt.Bild 50 von 61 Das ist unangebracht. Nach Angaben von Dissidenten sitzen 50 Jahre nach der Revolution 219 "politische Gefangene" in kubanischen Gefängnissen.Bild 51 von 61 Für Kuba hatte der Zusammenbruch der Sowjetunion indes erhebliche wirtschaftliche Folgen. Nicht nur Absatzmärkte brachen weg, auch die Milliarden, die jährlich von Moskau überwiesen wurden, blieben aus.Bild 52 von 61 Für die Krise ließ sich die kubanische Regierung einen hübschen Euphemismus einfallen: "besondere Periode in Friedenszeiten", kurz "Sonderperiode".Bild 53 von 61 In die Schlagzeilen kam Castro Anfang des 21. Jahrhunderts nur noch mit wüsten Attacken gegen die US-Regierung, als skurriler alter Mann oder mit Berichten über seinen Gesundheitszustand.Bild 54 von 61 In der Energiekrise von 2005 gab er kubanischen Hausfrauen öffentlich Ratschläge, wie sie Strom sparen könnten.Bild 55 von 61 "Castro gestürzt" titelten viele Medien im Oktober 2004. Politisch war das nicht gemeint: Castro, der nach eigener Aussage 600 Anschläge überlebt hatte, war bei einem öffentlichen Auftritt ins Straucheln geraten und eine Stufe heruntergefallen.Bild 56 von 61 Drei Jahre zuvor war Castro bei einer Rede ohnmächtig geworden.Bild 57 von 61 Auf Berichte der CIA, er habe Parkinson, reagierte Castro 2005 mit einer seiner berühmt-berüchtigten Dauerreden, bei der er fünf Stunden ohne Unterbrechung im Stehen durchhielt.Bild 58 von 61 Die Zuhörer waren vermutlich froh, dass Castro nicht noch länger sprach: Sein Rekord soll bei zwölf Stunden liegen (dann allerdings mit Pausen).Bild 59 von 61 Auch nach seinem Abgang wacht Fidel im Hintergrund weiter über sein Erbe. In seiner Zeitungskolumne versicherte er, dass Kuba sich niemals in ein kapitalistisches Land verwandeln werde. Öffentlich aufgetreten ist er seit 2006 nicht mehr.Bild 60 von 61 Auch bei den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Revolution wird er nicht erwartet.Bild 61 von 61