Bilderserie
Dienstag, 23. Juli 2013

Von Islamisten und Dschihadisten: Allahs gefährliche Krieger

Bild 1 von 42
Der arabische Frühling war in den vergangenen Jahren nicht nur ein Aufbegehren der Jugend, die nach mehr Freiheit lechzt. (Foto: REUTERS)

Der arabische Frühling war in den vergangenen Jahren nicht nur ein Aufbegehren der Jugend, die nach mehr Freiheit lechzt.

Der arabische Frühling war in den vergangenen Jahren nicht nur ein Aufbegehren der Jugend, die nach mehr Freiheit lechzt.

Die Umstürze stärkten zugleich Parteien mit islamistischen Wurzeln in der arabischen Welt.

Die Muslimbrüder in Ägypten und ...

... die Ennahda-Partei in Tunesien sind die bekanntesten.

Zugleich sorgen islamistische Milizen wie die libanesische Hisbollah, die die Europäische Union jüngst zur terroristischen Vereinigung erklärt hat, für Aufsehen.

Taliban und Al-Kaida sind trotz militärischer Rückschläge weiterhin aktiv.

Und selbst in deutschen Innenstädten marschieren islamistische Gruppen.

Für Außenstehende sind die Zusammenhänge zwischen Politik und Gewalt, Glauben und Terror kaum zu verstehen. Wer will eigentlich was? Wer ist gemäßigt und wer radikal? Ein Überblick.

Kaum Zweifel besteht an den Absichten der Taliban. Die islamistische Bewegung entstand Anfang der 1990er Jahre in Afghanistan. Mit Waffengewalt errang sie die Macht am Hindukusch.

Sie verbot nicht nur das Glücksspiel,...

... setzte Frauen ...

... und Mädchen der Willkür von Sittenwächtern aus.

Sie verbündeten sich auch mit dem einst meistgesuchten Mann der Welt: dem Terroristen Osama Bin Laden.

Und Bin Laden, der für den Anschlag auf das World Trade Center 2001 in New York verantwortlich zeichnet, steht für eine weitere Bewegung, an dessen Absichten es kaum Zweifel gibt: ...

... Al Kaida. Die überwiegend sunnitischen Mitglieder des weltweiten Terrornetzwerks sind Dschihadisten, Gotteskrieger, für die das Leben eines "Ungläubigen" nichts zählt.

Nachdem die USA Afghanistan von der Herrschaft der Taliban befreiten, Bin Laden töteten und die Rückzugsorte der Al-Kaida-Terroristen in Afghanistan und im Irak unter Beschuss nahmen, wichen die Radikalen zusehends nach Afrika aus.

Und so sind Organisationen wie die nigerianische Sekte Boko Haram, die bei Anschlägen im Norden des westafrikanischen Landes tausende Menschen töteten, heute eng verbunden mit dem Netzwerk.

Wie Al Kaida vertritt Boko Haram die Auffassung, dass jedes Mittel recht ist, um "Gottes Willen" auf Erden durchzusetzen.

Auch der Rebellengruppe Al Shabaab in Somalia sagen Experten enge ideologische und strukturelle Verbindungen zu Al Kaida nach.

Die Kämpfer der Miliz befeuern den seit Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieg in Somalia.

Das reguläre Militär musste den Islamisten, die in Somalia einen Gottesstaat errichten wollen, mehrere Provinzen überlassen.

Doch es geht Al Shabaab nicht nur um Somalia. Im vergangenen Jahr verkündete der Führer der Bewegung, Ahmed Abdi Godane, seine Kämpfer würden Al Kaida als "treue Soldaten dienen".

Al-Kaida und die Taliban sind allerdings nicht die einzigen gewaltbereiten islamistischen Gruppen. Auch die palästinensische Hamas gehört dazu. Wie Al Kaida sunnitisch geprägt, setzt sie auf Terror, um ihre Ziele zu verwirklichen.

Die Besatzung der Palästinensergebiete durch Israel mit all ihren Folgen radikalisiert die Anhänger der Hamas, die als politische Partei im Gaza-Streifen die Regierung stellt, immer weiter.

Und die Hamas weiß jeden Tod eines Kämpfers effektvoll zu inszenieren.

Sie rekrutiert ihren Nachwuchs noch im Kindesalter ...

... und lässt ihn für den Kampf gegen den erklärten Erzfeind Israel trainieren.

Die libanesische Hisbollah gleicht der Hamas in ihrem Kernziel: der Zerstörung Israels.

Doch sie ist eine schiitische Organisation und geht daher nur ein Zweckbündnis mit der Hamas ein. Schiiten und Sunniten sehen sich oft gegenseitig als Abtrünnige vom wahren Glauben.

Aber sei es an der Grenze zum Gaza-Streifen oder zum Libanon - die israelische Armee ist wegen beider Gruppen praktisch ständig im Alarmzustand.

Jeden Tag fahren die Soldaten mit schwerem Geschütz auf.

Immer wieder proben sie den Ernstfall in Militärübungen.

Da die Hisbollah auch Israelis in Europa nachstellt, führt auch die EU den militärischen Arm der Organisation mittlerweile auf ihrer Terrorliste.

Ausschlaggebend war ein Attentat auf einen Bus mit israelischen Touristen in Bulgarien im Jahr 2012. Neben etlichen Verletzten gab es sieben Tote.

Obwohl Organisationen wie Hamas und Hisbollah auch in Parlamenten vertreten sind, muss man sie klar von anderen islamistischen Parteien wie Ennahda in Tunesien oder der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei der Muslimbrüder in Ägypten trennen.

Zwar sind die Ziele der regierenden Ennahda-Partei abgesehen von einer Stärkung des Islam in der Politik noch kaum zu erkennen. Aber immerhin: Chef Rached Ghannouchi gibt sich moderat, setzt auf einen demokratischen und konsensorientierten Wandel in Tunesien. Bewaffnete Unterorganisationen oder gar Terror-Einheiten führt sie - zumindest offiziell - nicht.

Und das gilt trotz der Aufstände und der Gewalt auf Ägyptens Straßen so auch für den gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi und seine Anhänger. Unstrittig ist allerdings, dass Mursi und seine Muslimbrüder die Islamisierung des Landes in ausgesprochen autokratischer Manier vorangetrieben haben.

Von Al-Kaida-Anhängern bis hin zu Moslembrüdern - fast alle größeren islamistischen Gruppierungen haben auch in Deutschland Mitglieder oder zumindest Unterstützer.

Zuletzt machten hierzulande vor allem die Salafisten von sich reden. Im vergangenen Jahr verteilten sie kostenlose Exemplare des Korans in deutschen Großstädten.

Eine zentrale Figur der Salafisten ist derzeit der oft als "Hassprediger" betitelte Konvertit Pierre Vogel. Salafisten sind ultraorthodoxe Muslime, die ein Leben im Sinne der ersten islamischen Gelehrten, der sogenannten "rechtsschaffenden Altvorderen", anstreben.

Dem Verfassungsschutz bereiten sie größte Sorge. Zwar kann man der Mehrzahl der in Deutschland lebenden Salafisten keine Militanz nachweisen, ...

... nach Angaben des Verfassungsschutzes sind aber "fast alle in Deutschland bisher identifizierten terroristischen Netzwerkstrukturen und Einzelpersonen salafistisch geprägt bzw. haben sich im salafistischen Milieu entwickelt."

weitere Bilderserien