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Leben im Dritten Reich: Alltag unterm Hakenkreuz

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Viele Bilder und Filmaufnahmen über das Deutschland vor 70 Jahren, die wir heute kennen, ... (Foto: AP/AP/dapd)

Viele Bilder und Filmaufnahmen über das Deutschland vor 70 Jahren, die wir heute kennen, ...

Viele Bilder und Filmaufnahmen über das Deutschland vor 70 Jahren, die wir heute kennen, ...

... zeigen vor allem eines: Ein heroisches, inszeniertes Bild von Deutschland, gefiltert durch die Propaganda der Nationalsozialisten.

Doch es gibt noch ein anderes Bild: ...

... Filmaufnahmen und Fotos, die nicht zu Propagandazwecken gemacht wurden. Sie dokumentieren in beeindruckender Weise den Alltag im Dritten Reich.

n-tv hat solche Bilder erstmalig zusammengestellt und präsentiert sie in der eigenproduzierten zehnteiligen Dokumentation "Alltag unterm Hakenkreuz".

Historiker analysieren die Aufnahmen und ordnen sie in den historischen Kontext ein.

Es sind bislang ungesehene Szenen. Ob Aufnahmen über die deutsche Jugend, ...

... das Leben an der Front ...

... oder Aufnahmen aus Hitlers nächstem Umfeld, ...

... aufgezeichnet von der passionierten Hobbyfilmerin Eva Braun.

Die Doku-Reihe "Alltag unterm Hakenkreuz" wird in den kommenden Wochen samstags um 20.05 Uhr in Doppelfolgen ausgestrahlt und sonntags ab 15.10 Uhr sowie montags ab 16.10 Uhr und ab 21.05 Uhr wiederholt. Die Serie hält fest, was mit dem 30. Januar 1933 seinen Anfang nahm.

An diesem Tag wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Das Leben in Deutschland verändert sich.

Die Nationalsozialisten prägen ab sofort nicht nur die Politik, ...

... sondern auch das Alltagsleben.

Ganz gezielt versucht die NSDAP, ihren Einfluss zu vergrößern, indem sie sich in allen Lebensbereichen bemerkbar macht.

Zahlreiche bestehende Vereine werden verboten oder zur Selbstauflösung gezwungen. An ihre Stelle treten neue Massenorganisationen.

Stiftungen wie das "Winterhilfswerk des Deutschen Volkes", ...

... oder Vereine wie die "Nationalsozialistische Volkswohlfahrt" ...

... und "Kraft durch Freude" sollen aus Deutschen Nationalsozialisten machen.

Auch die Hitlerjugend, die bis 1933 mit rund 100.000 Mitgliedern viel kleiner war als andere Jugendorganisationen, wuchs rapide.

Im Laufe des Jahres 1933 stieg die Mitgliederzahl auf über zwei Millionen an. Anfang 1935 ist die Hälfte aller 10- bis 18-Jährigen in die Hitlerjugend eingetreten - rund acht Millionen Jugendliche.

Der Wille, dabei zu sein und dazuzugehören, treibt die Menschen in die Organisationen der NSDAP, schon bevor die Mitgliedschaft zur Pflicht wird - wie bei der Hitlerjugend im Jahr 1936.

Das Gefühl, das die Nationalsozialisten vermitteln wollen, schlägt an. Der Druck der Masse zeigt Wirkung.

Nur ein Beispiel ist dabei der Hitlergruß. Nie gab es ein offizielles Gesetz, das die Deutschen zum Heben der rechten Hand und zum Ruf "Heil Hitler!" verpflichtete.

Dennoch: Kaum einer entzieht sich dem Gruß, aus Angst vor Ausgrenzung und Unannehmlichkeiten.

Sport spielt in den Angeboten der NS-Vereine eine wichtige Rolle.

Und auch der ist ganz und gar geprägt vom nationalsozialistischen Ideal: ...

... Ein "arischer" Mensch musst fit sein, denn das dient der "Erhaltung der Rasse".

Juden werden aus den "deutschen Sportvereinen" ausgeschlossen und müssen sich eigenen, konfessionellen Vereinen anschließen.

Trotz des Terrors gegen Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten und andere blicken viele Menschen in diesen Tagen voller Hoffnung in die Zukunft. Dazu tragen nicht zuletzt etwa die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der NS-Regierung bei.

Allerdings ist auch etwas anderes in jenen Tagen allgegenwärtig: ...

... die Angst vor dem, was passiert, wenn man dem Ideal der Nationalsozialisten ...

... nicht entspricht.

Die NS-Propaganda zielt auch darauf ab, ...

... die deutsche Bevölkerung langsam darauf vorzubereiten, ...

... dass bald Krieg herrschen würde.

Und als dieser im September 1939 ausbricht, macht sich das auch im Alltag der Menschen bemerkbar. Auch wenn das NS-Regime sich bemüht, die Bevölkerung möglichst wenig davon spüren zu lassen - und die besetzten Länder dafür umso stärker ausbeutet.

Dennoch wird in Deutschland die Nahrung stückweise rationiert. Mit Kriegsbeginn sind bestimmte Lebensmittel wie zum Beispiel Fleisch, Käse und Milch nur noch gegen Lebensmittelkarten erhältlich.

Auch für Kleidung gibt es wenige Monate nach dem Beginn des Krieges die "Reichskleiderkarte", die den Konsum einschränkt.

Juden werden dabei stark benachteiligt. Und auch sonst - der Kriegsbeginn bedeutet für die deutschen Juden ...

... noch mehr Diskriminierung, noch mehr Verfolgung, noch mehr Entrechtung.

Für die Jugendlichen verändert sich das Leben.

Hitler setzt alles daran, dass die Kinder von klein auf seinen Rassenwahn verinnerlichen.

Während des Krieges nimmt die Rolle des Schulunterrichts ab, ...

... an dessen Stelle treten häufig Ernteeinsätze, Kleidersammlungen für das Winterhilfswerk und Einsätze als Luftwaffenhelfer, die von Schulen oder der Hitlerjugend organisiert werden.

Frühzeitig sollen sie die männlichen Jugendlichen spielerisch mit Geländeeinsätzen vertraut machen. Schon Zwölfjährigen wird der Umgang mit Waffen beigebracht.

Für Deutschland alles zu geben, auch das Leben - das ist es, was die Kinder lernen sollen.

Auch außerhalb der Organisationen, im Privatleben der Menschen, ist die Nazi-Ideologie allgegenwärtig.

In der Freizeit lesen die Deutschen gerne und hören viel Radio. Doch besteht das Angebot nur aus propagandistischer Literatur und nationalsozialistischen Sendern.

Der "Volksempfänger" sorgt dafür, dass Hitlers verquere Gedanken bis ins Wohnzimmer vordringen.

Unabhängige Radiosender gibt es nicht mehr. Das Propagandaministerium unter Joseph Goebbels verstaatlicht schon im Jahr 1933 den Rundfunk.

Die Deutschen sind auch rege Kinogänger. Bis zum Jahr 1940 besucht eine Milliarde Menschen die Kinos.

Dort laufen vor allem Unterhaltungsfilme, viele davon sind bewusst unpolitisch ...

... und sollen von den Sorgen des Alltags und dem Kriegstreiben ablenken.

Und obwohl während der Kriegsjahre eine hohe Gefahr von Luftangriffen besteht, ..

... zieht es Woche für Woche Zehntausende zu Großveranstaltungen wie zum Beispiel zu Fußballspielen.

Je mehr der Krieg aber fortschreitet, ...

... desto schwieriger ist ein geregeltes Alltagsleben.

Die Zerstörung treibt viele Menschen in die Obdachlosigkeit und in die Verzweiflung.

Und in den letzten Kriegsmonaten herrscht in großen Teilen Deutschlands Weltuntergangsstimmung.

Und vor allem ein Gefühl: ...

... Angst.

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