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Sonntag, 10. April 2016

Brennende Ölquellen 1991: Als Kuwait in Flammen stand

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Als alliierte Kampfverbände vor 25 Jahren die irakischen Truppen aus Kuwait zurückdrängten, reagierten Saddam Husseins Truppen, indem sie hunderte Ölquellen auf ihrem Weg in Brand setzten. (Foto: AP)

Als alliierte Kampfverbände vor 25 Jahren die irakischen Truppen aus Kuwait zurückdrängten, reagierten Saddam Husseins Truppen, indem sie hunderte Ölquellen auf ihrem Weg in Brand setzten.

Als alliierte Kampfverbände vor 25 Jahren die irakischen Truppen aus Kuwait zurückdrängten, reagierten Saddam Husseins Truppen, indem sie hunderte Ölquellen auf ihrem Weg in Brand setzten.

Saddams Truppen waren am 2. August in dem kleinen Nachbarland einmarschiert. Kurz darauf hatte er geschworen, dass er "Kuwait niederbrennen" werde, falls er "mit Gewalt aus Kuwait vertrieben" werde. Er hielt Wort.

Im Januar brannten die ersten Feuer. Als im April 1991 die Löscharbeiten begannen, standen nahezu 700 Ölquellen in Brand, geschätzte sechs Millionen Barrel Öl verbrannten - pro Tag.

Die brennenden Ölquellen in Kuwait gelten als eine der größten Umweltkatastrophen der Menschheit. Umweltexperten rechneten damals teilweise mit Folgen, die mit denen eines nuklearen Winters vergleichbar sind. Der niederländische Atmosphärenwissenschaftler Paul Crutzen etwa kalkulierte eine Abkühlung der Nordhalbkugel der Erde um zeitweise 5 bis 10 Grad.

So heftig wie von manchen Forschern erwartet, waren die Folgen nicht. Dennoch kühlte es sich über dem Persischen Golf infolge um 4 bis 6 Grad ab. An manchen Tagen schluckten die Partikel bis zu 80 Prozent des Sonnenlichts. Augenzeugen berichten von Tagen in Kuwait, die dunkel waren wie in tiefster Nacht.

Die kuwaitischen Behörden waren mit den Bränden komplett überfordert und die Regierung bat um internationale Hilfe, um die Feuer zu löschen. Dutzende Staaten antworteten und sandten Löschteams in das Land am Golf.

Schätzungsweise 90 Prozent der Feuer konnten mit Meerwasser gelöscht werden, das durch die Ölpipelines, die von den Quellen zum Persischen Golf verlaufen, gepumpt wurde.

Zum Einsatz kam auch dieses Gerät aus Ungarn. Es nennt sich "Big Wind" und besteht aus einem T55-Panzer auf den zwei MiG21-Turbinen montiert wurden. "Big Wind" löschte neun Feuer in 43 Tagen.

Daneben wurden auch Sprengstoffe eingesetzt, um die Feuer mit einer Druckwelle zu löschen.

Die Feuerwehrleute nannten ihren Einsatz "Operation Desert Hell" - in Anlehnung an den Kriegseinsatz mit dem Namen "Desert Storm". Am 6. November 1991 wurden die letzten brennenden Ölquellen gelöscht.

Abgesehen von der Luftverschmutzung - rund 3400 Tonnen Ruß gelangten täglich in die Atmosphäre - flossen auch bis zu 400.000 Barrel Öl täglich unverbrannt in die Landschaft Kuwaits. Das Öl sammelte sich in rund 300 Ölseen und verkrustete zu einer betonharten Kruste, die heute rund fünf Prozent der Landfläche Kuwaits ausmacht.

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