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Freitag, 20. Juli 2012

Syrische Minister sterben bei Attentat: Assads Regime wird immer kleiner

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Baschar al-Assads Führungszirkel ist kleiner geworden. (Foto: REUTERS)

Baschar al-Assads Führungszirkel ist kleiner geworden.

Baschar al-Assads Führungszirkel ist kleiner geworden.

Drei seiner wichtigsten Minister sind bei dem Attentat am 18. Juli getötet worden.

Unter den Toten: Verteidigungsminister Daud Radschiha (Mitte), der die syrischen Streitkräfte befehligte.

Zu Radschihas Nachfolger ist laut Staatsfernsehen Dschassim al-Freidsch ernannt worden.

Mit Al-Freidsch übernimmt ein altgedienter Regime-General das Verteidigungsministerium.

Bei dem Attentat starb ebenfalls Assads Schwager, Assif Schaukat. Er hatte eine lange Karriere in der syrischen Armee hinter sich.

Der Ehemann von Assads älterer Schwester Buschra galt als Hardliner. Nach dem Tod von Hafiz al-Assad im Jahr 2000, dem Vater des heutigen Präsidenten Baschar al-Assad, stieg Schaukat bis zum Vize-Verteidigungsminister auf.

Es existieren kaum Fotos von dem Mann, der 62 Jahre alt wurde. Hier ist er zu sehen auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2000, bei der Beerdigung von Hafiz al-Assad.

Der dritte Tote des Attentats ist Hassan Ali Turkmani. Auch er war einmal Verteidigungsminister unter Assad, von 2004 bis 2009. Er wurde 77 Jahre alt.

Ob Assads Innenminister Ibrahim al-Schaar (hier bei seiner Vereidigung im April 2011) das Attentat überlebt hat oder nicht, ist immer noch unklar. Mindestens aber wurde er schwer verletzt.

Das syrische Staatsfernsehen zeigte am Freitag die mit militärischem Pomp abgehaltene Trauerfeier für die Opfer des Anschlags in Damaskus.

Die verbliebenen Mitglieder des Regimes waren anwesend: Vize-Präsident Faruk al-Scharaa (im taubenblauen Anzug), Premierminister Riyad Hidschab (5. v.l.) und der neue Verteidigungsminister al-Freidsch (l.).

Bei der Trauerfeier kondolierte Vize-Präsident al-Scharaa den Angehörigen der getöteten Regime-Größen. Al-Scharaa gehört zu den mächtigsten Politikern in Syrien. Der heute 73-Jährige diente bereits dem früheren Präsidenten Hafiz al-Assad.

Zum Begräbnis des getöteten Verteidigungsminister Radschiha kamen bemerkenswert viele Menschen. Zahlreiche Sympathisanten schlossen sich dem Trauerzug an.

Radschiha war ein syrischer Christ. Seine Trauerfeier fand in einer Kirche in Damaskus statt. Mit dabei: Ehefrau und Töchter Radschihas.

Zwei Tage nach dem Attentat erlag auch Assads Sicherheitschef Hischam Bachtiar seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Bachtiar war Chef des berüchtigten Muchabarat, des syrischen Geheimdienstes.

Militärs setzten Bachtiar am darauffolgenden Tag in Damaskus bei.

Einsam ist Assad aber dennoch noch nicht - sein Führungszirkel wird nun zwar als geschwächt angesehen, doch es bleiben genug Gefolgsleute.

Der stellvertretende Außenminister Faisal al-Miqdad etwa, der die UN-Menschenrechtsbeauftragte Valerie Amos bei ihrem Besuch in Syrien im April empfing.

Der hochgebildete Ex-Diplomat - er studierte englische Literatur und promovierte an der Prager Karlsuniversität - gilt allerdings nicht als Hardliner. Er vertrat in der Vergangenheit Syrien häufig bei internationalen Konferenzen.

Außenminister Walid al-Muallim ist ein echtes Urgestein des Baath-Regimes. Seit 1964 ist er in den Diensten des Staates und damit länger, als Hafiz und Baschar al-Assad zusammen Präsidenten waren.

Eine mächtige Position im syrischen Staat nimmt auch der Ölminister Sufian Alao ein.

Ein Mann für den Presseauftritt und den verbindlichen Zungenschlag ist der Brigadegeneral Qassim Suleiman. Er leitet unter anderem ein von der Regierung eingesetztes Untersuchungskomitee zum Massaker von al-Hula, bei dem Ende Mai 2012 mehr als 100 Menschen ums Leben kamen.

Und dann ist da noch Baschar al-Assads Ehefrau Asma, die ihm weiterhin treu zur Seite steht.

Wo sie sich allerdings aufhält, ist nicht bekannt. Sie besitzt einen britischen Pass und wurde von der EU eigens mit Sanktionen belegt, damit sie nicht mehr aus Syrien über das Internet einkaufen kann.

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