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Der UN-Sitz in New York. Von hier aus versuchen die Vereinten Nationen, Ordnung in der Welt zu schaffen. 192 Staaten sind Mitglied.
Die wichtigsten Aufgaben der Organisation sind die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit.
Die UN schickt immer wieder so genannte Friedenstruppen zur Deeskalation in Krisengebiete. Zurzeit (August 2006) gibt es 15 solcher Missionen: sieben in Afrika, drei in Europa, drei im Nahen Osten, eine in Asien und eine auf dem amerikanischen Kontinent.
Im Kongo operiert seit 1999 die MONUC (United Nations Organization Mission in the Democratic Republic of the Congo).
Ursache für die Entsendung ist der so genannte "Afrikanische Weltkrieg", an dem von 1998 bis 2002 mehrere afrikanische Staaten beteiligt sind.
Die Blauhelmsoldaten entwaffnen die Kombattanten, können jedoch bis heute nicht verhindern, dass es immer wieder zu Massakern kommt.
Erst als die MONUC-Soldaten wiederholt von Rebellen beschossen werden, wandelt die UN das Mandat in ein "robustes Mandat" um. Den Truppen wird erlaubt, mit allen Mitteln der militärischen Gewalt die Zivilbevölkerung zu schützen.
17.000 Soldaten sind im Kongo stationiert, die Kosten liegen jährlich bei etwas mehr als einer Milliarde US-Dollar.
Am 30. Juli 2006 sicherten die Soldaten die erste demokratische Wahl seit vier Jahrzehnten.
Das auf vier Monate befristete Mandat der EU-Truppe Eufor zur Absicherung der Wahl lief Anfang Dezember aus. 740 Bundeswehrsoldaten kehren wieder heim.
Zum Weihnachtsfest sollte der letzte Soldat zu Hause sein.
Seit Missionsbeginn kamen 92 MONUC-Mitglieder ums Leben.
In der westlichen Sahara ist die MINURSO (United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara) stationiert.
Die Aufgabe der etwa 500 Personen starken Truppe ist, nach dem Ende des so genannten Westsaharakonflikts ein Referendum zu organisieren, ...
... bei dem die Bevölkerung über einen Beitritt zu Marokko oder die Unabhängigkeit abstimmt.
Die Mission läuft bereits seit 1991, doch bisher konnte keine Einigung über die Frage der Stimmberechtigten erzielt werden.
Die jährlichen Kosten für die Mission gibt die UN mit etwa 45 Millionen US-Dollar an.
Burundi: Major General Derrick Mbuyiselo Mgwebi bei einer Ansprache. Der Südafrikaner leitet den operativen Teil der ONUB (United Nations in Burundi).
Die 5700 Soldaten sollen ein erneutes Aufflammen eines Bürgerkriegs zwischen den Tutsi und den Hutu verhindern und...
...die Bestimmungen des so genannten Arusha-Vertrages sichern, der zwischen den beiden Bürgerkriegsparteien geschlossen ist.
Außerdem gilt es, humanitäre Hilfe zu leisten...
... und Rebellen zu entwaffnen.
Außerdem müssen Flüchtlinge und Vertriebene wieder ins Land integriert werden.
Aber auch hier: immer wieder Rückschläge und gewalttätige Zusammenstöße.
Ein Fahrzeug der UNMIL-Truppe in Liberia (United Nations Mission in Liberia).
Etwa 15.000 Soldaten sind im Einsatz. Auch hier ist ein Bürgerkrieg die Ursache.
Diktator Charles Taylor, hier bei seiner Festnahme, hatte das Land in den Abgrund gestürzt.
49 Staaten beteiligen sich an der Mission. Jährliche Kosten: etwa 750 Millionen US-Dollar.
Die UN-Helfer sorgen neben Sicherheit auch für eine neue Infrastruktur...
...und die Ausbildung der Bevölkerung.
Sudan: Soldaten der UNMIS (United Nations Mission in Sudan) beim Bau einer Straße.
Nach 20 Jahren Bürgerkrieg beschließt die UN 2005 eine Mission, die den Frieden in der Region sichern soll.
Entwaffnung der Rebellen und Abwendung einer humanitären Katastrophe sind die Hauptziele.
Bis zu 10.000 Helfer und Soldaten sind im Land, die jährlichen Kosten belaufen sich auf etwa 1,1 Milliarden US-Dollar.
UN-Generalsekretär Kofi Annan im Gespräch mit Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind.
Und dann doch noch ein Stück Normalität: ein Fußball-Spiel zwischen Soldaten und Einheimischen.
Äthiopien und Eritrea, die Armenhäuser Afrikas. Von 1998 bis 2000 brechen immer wieder Kämpfe zwischen beiden Ländern aus.
Im Juli 2000 stationiert die UN hier die UNMEE (United Nations Mission in Ethiopia and Eritrea).
Fachleute der UN arbeiten unter dem Schutz der Soldaten an der Infrastruktur. Hier eine improvisierte Tierarztpraxis für Rinder.
Im Vordergrund aber weiterhin: Sicherheit schaffen.
Das Grenzgebiet zwischen den beiden Staaten ist massiv vermint.
Die UNMEE-Soldaten müssen riesige Landstriche mit schwerem Gerät räumen.
Diese Soldaten werden dafür mit der "UN-Medaille" ausgezeichnet.
Neben vielen weiteren Ländern stellt auch Indien - hier eine indische Ehrengarde der UNMEE - Soldaten für das Programm.
Äthiopien und Eritrea leiden nicht nur Hunger, sondern auch Durst. Hier warten zahlreiche Kinder auf die Eröffnung eines Brunnens.
Überbleibsel des Krieges. Ein Ende der UNMEE-Mission ist - wie bei fast allen anderen Missionen auch - noch nicht abzusehen.
Elfenbeinküste: Eine Stellung vor dem Hauptquartier der UNOCI (United Nations Operation in Côte d'Ivoire).
Etwa 8000 Soldaten sind hier stationiert, 19 kamen bisher bei dem Einsatz ums Leben.
Die Truppe soll die Rückkehr von Flüchtlingen nach langem Bürgerkrieg ermöglichen. Außerdem gilt es, Rebellen zu bekämpfen.
Langfristiges Ziel sollen Wahlen sein.
Die UNOCI wird im Laufe ihrer Mission immer wieder angegriffen.
Demonstrationen gegen die Friedenstruppe laufen nicht immer friedlich ab. Teile der Bevölkerung empfinden die Soldaten als Besatzer...
...und bringen ihre Wut zum Ausdruck. Hier ein mit Steinen übersäter Platz nach einer Demonstration.
Sprung auf den amerikanischen Kontinent. Der Inselstaat Haiti ist geprägt von Gewalt, Armut und der Herrschaft von Banden und War-Lords.
Seit 2004 operiert hier die MINUSTAH (United Nations Stabilization Mission in Haiti).
8.000 UN-Soldaten und Polizisten kontrollieren das Land,...
...und werden immer wieder selbst zu Opfern. 17 Tote auf der Seite der UN gibt es bisher.
In diesem Jahr stehen die Wahlen im Mittelpunkt des Einsatzes. Hier kommen die Wahlzettel am Hafen an und werden von UN-Soldaten in Empfang genommen.
Die Soldaten sichern vor allem die Hauptstadt Port-au-Prince, in der es immer wieder zu blutigen Banden-Kriegen kommt.
Und sie bauen eine neue Polizei auf. Hier die Rekrutierungsstelle.
Blick in das Grenzland zwischen Indien und Pakistan. Hier ist eine der ältesten UN-Missionen stationiert. Seit 1949 sind UN-Soldaten im Einsatz.
Beobachter der UNMOGIP (United Nations Military Observer Group in India and Pakistan) überwachen den Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern.
Der Einsatz geht auf den Kaschmir-Konflikt zurück, der zu mehreren Kriegen führte.
Mit einem Jahresbudget von acht Millionen US-Dollar sollen etwa 100 UN-Mitarbeiter für Stabilität sorgen. Bisher gibt es elf Tote auf Seiten der UN.
Georgien, im Grenzgebiet zu Abchasien.
1992 erklärt sich die Region Abchasien zur unabhängigen Republik.
Georgien marschiert kurze Zeit später nach Abchasien ein, es kommt zum Krieg.
1994 erreicht die UN einen Waffenstillstand, etwas früher schon stationiert sie die UNOMIG (United Nations Observer Mission in Georgia).
Neben der Versorgung von Kranken und Verletzten...
...und der Ausstattung von Schülern mit allem Wichtigen...
...koordinieren die UN-Beobachter die Arbeit einer russischen Schutztruppe. Diese hat jedoch immer wieder Schwierigkeiten, den grundsätzlichen Konflikt zu deeskalieren. Um die Region zu stabilisieren, plant die UN die Entsendung einer größeren Polizei-Truppe.
UN-Soldaten und Polizisten der UNMIK (United Nations Interim Administration Mission in Kosovo) bei der Arbeit.
Die Soldaten sind seit 1999 im Kosovo, nachdem der Sicherheitsrat der UN per Resolution beschlossen hatte, im Nachkriegs-Kosovo eine zivile Interims-Regierung zu etablieren.
Die UNMIK muss sich im März 2004 Vorwürfe machen lassen, die serbische Bevölkerung im Land nicht ausreichend zu schützen. Ursache sind Pogrome gegen Serben.
Doch es gibt noch ein großes Problem im Kosovo: Zwangsprostitution. Die UN geht dagegen mit einer Spezialeinheit vor.
UN-Generalsekretär Kofi Annan bei einem Rundgang auf Zypern.
1.000 Soldaten sichern hier seit 1974 den Frieden zwischen dem griechischen und dem türkischen Teil der Insel.
Die Waffenstillstandslinie ist 180 Kilometer lang, sie reicht im Westen von Kato Pyrgos bis nach Famagusta im Osten.
Die Truppen der UNFICYP (United Nations Peacekeeping Force in Cyprus) patrouillieren zu Fuß und mit schweren Fahrzeugen.
Jährlich kostet der Konflikt die UN etwa 50 Millionen US-Dollar.
Zum Einsatz kommen die Soldaten auch während des jüngsten Konflikts im Libanon. Die Soldaten helfen den tausenden Flüchtlingen, die die Insel erreichen.
Im Libanon selbst agiert die UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon).
Sie wird 1978 gegründet, um zu gewährleisten, dass israelische Truppen aus dem Libanon abziehen. Außerdem soll der libanesischen Regierung geholfen werden, ihre Macht wiederherzustellen.
Der Einsatz unterliegt den häufigen Wendungen im israelisch-libanesischen Grenzgebiet. Immer wieder gibt es bewaffnete Auseinandersetzungen. Hier UN-Soldaten bei den Vorbereitungen für den Einsatz eines Bomben-Entschärfungs-Roboters.
Die Mission wird halbjährlich vom UN-Sicherheitsrat verlängert. Jährliche Kosten: 100 Millionen US-Dollar.
Etwas über 2.000 Soldaten umfasst die UNIFIL-Truppe bisher. Sie soll nun deutlich aufgestockt werden, um Angriffe der Hisbollah auf Israel zu verhindern.
Bei einem Bombenangriff der Israelis während des Krieges im Juli und August wird ein UNIFIL-Posten zerstört. Vier Beobachter der UNTSO sterben.
Die UNTSO (United Nations Truce Supervision Organization) besteht aus 160 militärischen Beobachtern. Sie wurde bereits 1948 gegründet. Das Jahresbudget liegt bei etwa 15 Millionen US-Dollar.
Sie behält den Konflikt im Auge und berichtet den Vereinten Nationen. Teilweise sind UNTSO-Mitarbeiter auch in die UNDOF (United Nations Disengagement Observer Force) integriert. Diese ist seit 1974 auf den Golanhöhen aktiv.
Ihre Aufgabe ist die Überwachung eines Entflechtungsabkommens zwischen Syrien und Israel. In dem Gebiet sind zur Vermeidung gewalttätiger Konflikte ausschließlich UN-Soldaten erlaubt.
Trotz der guten Absichten stehen die Missionen der Blauhelm-Soldaten immer wieder in der Kritik. Häufig funktioniert die Bereitstellung von Soldaten auf freiwilliger Basis nur schwer.
Auch stellt sich die Einbindung möglichst vieler Nationen oft als nicht effekiv heraus. Hinzu kommen unklare Befehlsstrukturen, Sprachbarrieren und mangelnde technische Ausstattung.
Dennoch hat die Weltgemeinschaft bis heute kein effektiveres Mittel gefunden, um bedrohliche Konflikte abzuwenden.
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