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Politik

Nahost: Chronik des Krieges

 
Schwere Panzer rollen durch die Straßen, ...

Schwere Panzer rollen durch die Straßen, ...

... Bomben und Raketen schlagen ein, ...

... Menschen laufen um ihr Leben und ...

... flüchten aus ihrer Heimat.

Es trifft - wie so oft - die Schwächsten.

Und es gibt hunderte Tote, ...

... unter ihnen viele Kinder.

Der Krieg beginnt am 12. Juli 2006. Angefangen hat er mit der Entführung zweier israelischer Soldaten durch die radikale Hisbollah-Miliz, die den Süden des Libanon kontrolliert.

Israel beginnt die Offensive "Angemessener Preis". Die israelische Luftwaffe bombardiert den internationalen Flughafen von Beirut.

Die Hisbollah greift Israel mit Raketen an.

Vor allem die israelische Hafenstadt Haifa gerät unter Beschuss. Luftschutzbunker gehören für die Menschen im Norden Israels jetzt zum Alltag.

Zehntausende Bürger westlicher Staaten befinden sich im Libanon. Eine Massenflucht setzt ein. Die ersten Flüchtlinge verlassen das Land in Bussen nach Syrien.

Die israelische Regierung erklärt, sie werde ihre Offensive fortsetzen, bis die Hisbollah keine Bedrohung für das Land mehr darstellt.

Dann dringen israelische Bodentruppen auf libanesisches Gebiet vor. Es handele sich um einen "begrenzten und punktuellen Einsatz".

Über 5.000 deutsche Staatsbürger werden über Syrien oder Zypern nach Deutschland gebracht.

Der libanesische Verteidigungsminister Elias Murr erklärt unterdessen, dass die reguläre Armee das Land im Falle einer israelischen Invasion verteidigen werde.

Auch Syrien droht. Der syrische Informationsminister Mohsen Bilal schließt ein militärisches Eingreifen seines Landes in den Konflikt nicht aus. "Wenn Israel mit einer Bodenoffensive in den Libanon eindringt und sich uns nähert, wird Syrien nicht tatenlos zusehen."

Internationale Hilfe läuft an, Lebensmittel werden in die Krisenregion transportiert.

Die Politik ringt um Lösungen: US-Außenministerin Condoleezza Rice reist nach Beirut und Israel. Das Bild zeigt sie mit dem libanesischen Premierminister Fouad Siniora.

In Israel spricht sie mit Premierminister Ehud Olmert. Rice sagt, ein Waffenstillstand sei "dringend erforderlich".

Die diplomatischen Bemühungen werden von einem Zwischenfall überschattet. Israel bombardiert am 25. Juli 2006 einen Beobachter-Stützpunkt der UN.

Vier UN-Mitarbeiter kommen ums Leben. "Ein Versehen", sagen israelische Militärs. Ministerpräsident Olmert entschuldigt sich.

UN-Generalsekretär Kofi Annan erhebt jedoch Vorwürfe. Der Angriff sei offensichtlich gezielt gewesen.

In Rom findet am 26. Juli 2006 eine Nahostkonferenz statt. Sie fordert eine "dringliche Waffenruhe", fasst jedoch keine offiziellen Beschlüsse. Allerdings solle eine internationale Truppe unter dem Mandat der Vereinten Nationen stationiert werden.

Bis zum Eintreffen internationaler Truppen will Israel im Südlibanon eine zwei Kilometer breite "Sicherheitszone" einrichten.

Das Dorf Kana im Süden des Libanon. Die israelische Luftwaffe fliegt hier am 30. Juli 2006 einen verheerenden Angriff.

Über 50 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein, darunter 37 Kinder und Jugendliche. Die genauer Zahl der Opfer bleibt jedoch unklar.

Als Begründung für den Angriff erklärt Israel, die Hisbollah habe von Kana aus zahlreiche Raketen abgefeuert.

Verzweifelt graben Dorfbewohner und Hilfskräfte in den Trümmern nach Verschütteten.

Die meisten können jedoch nur noch tot geborgen werden.

Die Situation der Kinder ist besonders tragisch. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF gibt an, dass...

...im Libanon mehr Kinder ums Leben kommen als Soldaten oder Milizionäre.

Die Wut über den Angriff auf Kana entlädt sich in Demonstrationen.

Wütende Libanesen dringen in das Beiruter UN-Gebäude ein...

...und zerstören das Inventar.

Der Weltsicherheitsrat zeigt sich "extrem schockiert und erschüttert" über das Geschehen in Kana. Er wolle nun zügig an einer Lösung des Libanon-Konfliktes arbeiten.

Israel setzt für 48 Stunden größtenteils seine Luftangriffe aus. Das Militär wolle mit der Angriffs-Pause den Bewohnern des Südlibanon die Flucht ermöglichen.

Neben der Flucht nutzen viele Libanesen die kurzzeitige Ruhe, um die Toten der Angriffe zu bergen.

Nach dem Ende der Waffenruhe gehen die Kämpfe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel weiter.

Israel verschärft seine Bodenoffensive, dringt immer weiter auf libanesisches Gebiet vor.

Beirut steht immer noch im Zentrum der Luftangriffe.

Aber auch die Hisbollah verstärkt ihre Angriffe, schießt täglich mehr als hundert Raketen in den Norden Israels. Hier zwei brennende israelische Panzer.

Unterdessen verhandelt die internationale Politik im Weltsicherheitsrat um ein Ende der Kämpfe. Erst am 11. August 2006 gelingt die Einigung. Der Sicherheitsrat stimmt einem französisch-amerikanischen Resolutionsentwurf zu.

Die Resolution fordert die sofortige "vollständige Einstellung der Feindseligkeiten". UN-Generalsekretär Annan kritisiert den Sicherheitsrat dafür, dass er so lange für eine Resolution gebraucht habe. Dies habe die Welt tief enttäuscht.

Israel und die Hisbollah nehmen die Resolution an. Sie sieht unter anderem die Stationierung von 15.000 libanesischen und 15.000 UN-Soldaten im Südlibanon vor.

Die Zeit bis zur vereinbarten Waffenruhe nutzt Israel nochmals für eine Großoffensive. Etwa 30.000 israelische Soldaten stoßen in Richtung des Flusses Litani vor, der 30 Kilometer von der israelischen Grenze verläuft. Dort zerstören sie Stellungen und Bunker.

Seit dem 14. August 2006 schweigen die Waffen.

Es herrscht Freude auf beiden Seiten. Doch sowohl Israel als auch die Hisbollah reklamieren für sich den "Sieg".

Fast 1000 Libanesen und 149 Israelis sind insgesamt umgekommen. Von "Normalität" wird noch lange keine Rede sein.

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