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Fünf Tage hat der jüngste Krieg um Südossetien gedauert. Hier der Ablauf der Ereignisse:
Im November 1989 erklärt Südossetien sich für unabhängig von der Georgischen Sowjetrepublik. Die Folge sind dreimonatige Kämpfe. Im Dezember 1990 bricht erneut ein bewaffneter Konflikt aus.
Vertreter Russlands, Georgiens und Südossetiens unterzeichnen im Juni 1992 einen Waffenstillstand und vereinbaren eine Friedenstruppe mit 500 Soldaten aus jedem Staat (allerdings in getrennten Positionen - das Bild zeigt Russen).
Im Dezember 2001 wird Eduard Kokojty zum südossetischen Präsidenten gewählt. Er bittet Russland um Anerkennung der Unabhängigkeit Südossetiens und die Eingliederung in die Russische Föderation.
Im November 2006 votiert in einer umstrittenen Volksabstimmung eine große Mehrheit der Südosseten für eine Trennung von Georgien. Die Regierung Georgiens kritisiert das Referendum als Teil einer Kampagne Russlands, Krieg anzuzetteln.
April 2007: Das Parlament Georgiens stimmt einem Gesetz zu, das eine Übergangsregierung in Südossetien schaffen soll. Die Spannungen im Verhältnis zu Russland nehmen zu.
Juni 2007: Separatisten aus Südossetien erklären, Georgien habe die Regionalhauptstadt Zchinwali mit Granaten und von Heckenschützen angreifen lassen. Die Regierung in Tiflis weist dies zurück.
März 2008: Nachdem der Westen die Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien weitgehend unterstützt, bittet Südossetien die Weltgemeinschaft um Anerkennung der eigenen Autonomie.
Donnerstag, 7. August: Nach wechselseitigem Beschuss südossetischer und georgischer Ortschaften ordnet der georgische Präsident Saakaschwili eine Waffenruhe an.
Überraschend starten seine Truppen in der Nacht jedoch eine Großoffensive gegen Zchinwali. Nach georgischer Darstellung waren bereits russische Truppen im Roki-Tunnel zwischen Nord- und Südossetien unterwegs.
Freitag, 8. August: Der russische Regierungschef Putin und US-Präsident Bush sprechen in Peking am Rande der Olympia-Eröffnungsfeier über den Konflikt.
Russland verstärkt seine Streitkräfte in der Region (Bild vom 9. August).
Saakaschwili befiehlt eine allgemeine Mobilmachung. In der georgischen Stadt Gori nahe der Grenze zu Südossetien werden georgische Reservisten zusammengezogen.
Die russische Luftwaffe bombardiert Ziele auf georgischem Gebiet. Angegriffen wird vor allem Gori (das Bild zeigt die Stadt am folgenden Tag, dem 9. August).
Am Abend verkündet Saakaschwili, georgische Truppen hätten Zchinwali eingenommen.
Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Zchinwali sagt: "Alles brennt, vieles ist zerstört."
Samstag, 9. August: Saakaschwili verhängt das Kriegsrecht. Die russische Luftwaffe greift Gori (Bild) und den Schwarzmeerhafen Poti an.
Auf dem Rückflug von Peking nach Moskau landet Putin in Nordossetien. Er wirft Georgien vor, mit der Militäroffensive in Südossetien einen "Völkermord" am ossetischen Volk begangen zu haben.
Bush fordert Russland auf, die Angriffe auf das georgische Gebiet außerhalb der Konfliktzone in Südossetien sofort zu stoppen. Diese Attacken bedeuteten eine gefährliche Eskalation der Krise. Georgiens territoriale Integrität müsse respektiert werden.
Russische Truppen bringen Zchinwali unter ihre Kontrolle. Saakaschwili schlägt eine Feuerpause vor. Als "ersten Hinweis für die Ernsthaftigkeit seines Angebots" habe der Präsident den Rückzug aus Zchinwali angeordnet, sagt der Sekretär des Sicherheitsrates in Tiflis, Lomaia.
In Abchasien, das ebenfalls die Unabhängigkeit von Georgien beansprucht, beginnt eine Offensive gegen das einzige noch von georgischen Militärs beherrschte Gebiet, die Kodori-Schlucht (Archivbild vom 14. Mai).
Sonntag, 10. August: Russische Kriegsschiffe blockieren die georgische Schwarzmeerküste. "Wir kämpfen nicht gegen den georgischen Staat, sondern führen eine Friedensmission aus", sagt der Stellvertreter des russischen Generalstab-Chefs in Moskau.
Georgien erklärt den Abzug seiner Truppen aus Zchinwali. Kurz darauf erklärt der Chef des georgischen Sicherheitsrats jedoch, das georgische Militär sei nicht besiegt und kämpfe weiter, um neue Vorstöße Russlands zu verhindern.
Georgien ruft einen einseitigen Waffenstillstand aus. Russland erklärt, die georgischen Truppen hielten den Waffenstillstand nicht ein.
Montag 11. August: In der Nacht greift die russische Luftwaffe erneut Ziele im georgischen Kernland an, unter anderem offenbar eine Flugzeugfabrik nahe Tiflis. Georgien bittet die internationale Gemeinschaft um Hilfe.
Frankreichs Außenminister Kouchner reist nach Tiflis. In seinem Beisein unterschreibt Saakaschwili eine von Russland verlangte Verpflichtung zur Waffenruhe. Die USA drohen Russland mit Konsequenzen. Russische Soldaten operieren auch im georgischen Kernland.
Die südossetische Regierung erklärt, georgische Truppen griffen "seit 13.30 Uhr" Städte in Südossetien wieder an. Nach russischen Angaben hatte die georgische Armee schon am Morgen Zchinwali angegriffen. (Das Bild zeigt georgische Soldaten bei Gori.)
Russische Truppen hätten Gori besetzt, sagt der Chef des georgischen Nationalen Sicherheitsrats, Lomaia. Später korrigiert er: Russische Truppen hätten Stellungen nahe Gori eingenommen.
Dienstag, 12. August: Saakaschwili wirft Russland "ethnische Säuberung" in Abchasien vor. Georgische Truppen hätten den "größten Teil" Georgiens besetzt. Moskau bestreitet das. Das Bild zeigt russische Truppen in der georgisch-abchasischen Grenzregion.
Der russische Präsident Medwedew befiehlt die Einstellung der Kampfhandlungen. Der "Aggressor" sei bestraft. Die Truppen sollen aber weiterhin vor Ort bleiben.
Nach russischen Angaben sind bei den Kämpfen in den Separatistengebieten mindestens 2000 Menschen getötet worden. Am 10. August hatte Medwedew erklärt, es habe "tausende Tote" gegeben.
Georgien bestreitet, dass es so viele Tote gab. Das Bild zeigt tote georgische Soldaten nahe Zchinvali.
Laut UNHCR sind 100.000 Menschen auf der Flucht: Etwa 30.000 Menschen seien aus Südossetien nach Nordossetien geflohen, mehrere tausend Einwohner seien nach Georgien geflohen, bis zu 12.000 hätten versucht, sich in Südossetien in Sicherheit zu bringen.
Nach Angaben örtlicher Behörden haben rund 56.000 Menschen Gori verlassen. Das wären rund 80 Prozent der Bewohner.
Am Nachmittag des 12. August erklärt Saakaschwili bei einer Rede auf dem zentralen Platz von Tiflis den Austritt seines Landes aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).
Götz-Martin Rosin von der "Kaukasischen Post" in Tiflis sagt gegenüber n-tv.de, ein Bekannter von ihm sei Stunden nach Verkündung der Feuerpause in Gori beschossen worden. Auch aus anderen georgischen Ortschaften gibt es Berichte über Angriffe.
13. August: Die OSZE erklärt, sie habe auch nach der Waffenruhe "beunruhigende Nachrichten von verschiedenen Seiten" über "ethnische Säuberungen" in Südossetien.
Abchasien erklärt, die Kodori-Schlucht sei "vollständig befreit" (Archivbild).
Der Chef des georgischen Sicherheitsrats behauptet, 50 russische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge seien in Gori eingedrungen. Die russische Armee weist den Vorwurf zurück. Das georgische Innenministerium bestätigt diese Version später.
Allerdings soll es in der Umgebung von Gori Plünderungen durch südossetische und russische Truppen geben. (Das Bild zeigt bewaffnete Männer in der Hauptstadt Zchinwali.) - (Bilder: AP, dpa, rts)
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