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Sie waren mutig, unschlagbar und die großen Helden von einst: Jerry Cotton, der in den 1950er Jahren seine Karriere als New Yorker FBI-Agent in einer Heftchenserie begann, ...
... oder FBI-Inspektor Lewis Erskine (Darsteller Efrem Zimbalist Jr.), der neun Jahre lang in einer US-Fernsehserie Verbrecher das Fürchten lehrte. Immer wenn das berühmte "Hier spricht das FBI" zu hören war, ...
... wusste man: Die Welt ist in Ordnung, es geht den Bösen an den Kragen (Verhaftung des mexikanischen Drogenbosses Juan Garcia Abrego, 1996).
Am 26. Juli 2008 wurde sie 100 - die stärkste Polizeimacht der Welt, die US-Bundeskriminalpolizei FBI. (Schüler einer Highschool vor einem Verkehrs-Schaubild in der FBI-Zentrale in Washington D.C., 1948)
Das FBI wird in vielen Filmen verherrlicht (Filmszene aus "Unter Kontrolle" mit Julia Ormond und Bill Pullman), aber immer wieder auch von negativen Schlagzeilen geplagt - wegen Schnüffeleien, Pannen und Versäumnissen.
Doch zum Jubiläum konzentriert sich die Behörde darauf, ihre Erfolge zu betonen und an ihre reiche Geschichte der Verbrechensbekämpfung zu erinnern. Da war die Jagd auf Bonnie und Clyde, ...
... das wohl bekannteste Gangster-Duo aller Zeiten, ...
... auf den mörderischen Bankräuber John Dillinger und seine Bande, ...
... auf "Babyface" Nelson, der seinen Spitznamen wegen seines jugendhaften Aussehens erhielt und Mitglied der Dillinger-Bande war, auf den Bankräuber und angeblichen Mörder "Pretty Boy" Floyd ...
... und auf Bruno Richard Hauptman, den Entführer und Mörder des Lindbergh-Babys in den 30er Jahren.
Es gab den "Unabomber" Theodore Kaczynski, der aus Technologiefeindlichkeit von 1978 bis 1995 Mitarbeiter von Universitäten und Airlines terrorisierte, ...
... und den Regierungshasser Timothy McVeigh, der 1995 das Bundesgebäude in Oklahoma in die Luft jagte und 168 Menschen tötete.
Bereits zwei Jahre davor, so heißt es auf einer FBI-Webseite, war der internationale Terrorismus "auf US-Boden angekommen" - in Form einer mächtigen Bombenexplosion in der Tiefgarage des New Yorker World Trade Centers.
Das FBI fasst den mutmaßlichen Hauptdrahtzieher Ramsi Jussef und Mitverschwörer.
Aber dann kommt achteinhalb Jahre später der 11. September, ein dunkler Tag auch für das FBI, dem wie dem Geheimdienst CIA eklatante Fehler angelastet werden.
Die wechselvolle FBI-Geschichte beginnt mit einer kleinen Spezialeinheit von 34 Agenten, die der damalige Justizminister Charles J. Bonaparte am 26. Juli 1908 schuf, "Bureau of Investigation" genannt.
1935 kommt das Wort "Federal" für Bundesbehörde hinzu. Heute hat das FBI gut 30.000 Mitarbeiter, etwa 12.000 davon sind Spezialagenten, das heißt Ermittler.
Zuständig ist die Bundeskriminalpolizei mit dem Motto "Treue, Mut, Integrität" für Verstöße gegen alle Bundesgesetze und für Verbrechen, in deren Zuge Staatsgrenzen innerhalb der USA überschritten werden. (FBI-Chef J. Edgar Hoover vor einer "Kriminalitätskarte" der USA)
Die Bandbreite reicht von organisierter Kriminalität über Terrorismus, Spionage, Kidnapping, Banküberfälle und Verstöße gegen Kartellgesetze bis hin zu Hypothekenbetrügereien.
Viele Teile der FBI-Geschichte bieten Stoff für Heldenfilme, aber es gibt eine Reihe von Kapiteln, über die man zum Jubiläum nicht gern spricht. Dazu gehören Jahre in der Amtszeit von Direktor J. Edgar Hoover (1924-1972), ...
... in denen im Zuge einer Jagd auf kommunistische "Staatsfeinde" unschuldige Bürger ausgespäht werden, das FBI die Anti-Vietnamkriegsbewegung unterwandert und sogar Präsidenten beschnüffelt.
In die Kritik gerät das FBI auch wiederholt wegen unverhältnismäßiger Gewaltanwendung - etwa 1992 bei der Belagerung des Anwesens eines Rechtsextremisten in Ruby Ridge ...
... und ein Jahr später beim Sturm auf die Ranch der Davidianer-Sekte in Waco, Texas, mit 80 Todesopfern.
Die Liste der Versäumnissen und Pannen ist lang. So spioniert FBI-Topagent Robert Hanssen 15 Jahre lang für Moskau, bevor er 2001 festgenommen wird.
Nach dem Bombenanschlag 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta verfolgt die Bundespolizei lange Zeit einen Unschuldigen.
Am schwersten in der jüngsten Geschichte wiegen jedoch Vorwürfe, nach denen im FBI-Hauptquartier Hinweise auf die Pilotenausbildung späterer Attentäter vom 11. September 2001 ignoriert wurden.
In Untersuchungen wird dies auf langjähriges Mikromanagement mit dem Fehlen von jedem strategischen Weitblick und auf mangelnde Kommunikation im "eigenen Laden" und mit dem Geheimdienst CIA zurückgeführt. (FBI-Hauptquartier in Washington D.C.)
Schon zuvor war dem FBI völlige technische Überalterung trotz ausreichender Gelder angelastet worden. Der 2001 berufene FBI-Direktor Robert Mueller hat inzwischen intensiv daran gearbeitet, diese Mängel zu beseitigen.
Zugleich hat das FBI seit 2001 mehr Vollmachten für Spähktionen gegen Terrorverdächtige im eigenen Land erhalten. Bürgerrechtler bezweifeln nicht, dass diese auch ausgeschöpft werden - ohne die Warnung: "Hier spricht das FBI." (Text: dpa / Bilder: AP, dpa)
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