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Politik

Afghanistan: Das gespaltene Land

 
Ein US-amerikanischer Hubschrauber über Afghanistan. Ein Bild aus dem Jahr 2001.

Ein US-amerikanischer Hubschrauber über Afghanistan. Ein Bild aus dem Jahr 2001.

Die Vereinigten Staaten reagieren kurz nach den Anschlägen vom 11. September ...

...mit dem Einmarsch in das Land am Hindukusch.

Die Operation heißt "Enduring Freedom", das Ziel ist "Krieg gegen den Terror".

Gemeinsam mit Soldaten der so genannten Nordallianz, einem Zusammenschluss verschiedener Gruppen zur Bekämpfung der Taliban,...

...sind die US-Amerikaner vor allem hinter einem Mann her:

Osama bin Laden. Er ist der Kopf der Al Kaida und offensichtlich verantwortlich für die Anschläge in New York.

Ein Soldat unterschreibt eine "Postkarte" an den "Terrorfürsten". "Für Osama bin Laden", steht darauf. Bis heute ist er nicht gefangen, ist er immer noch ein Phantom, von dem nicht klar ist, ob er noch lebt.

Zweites Ziel in Afghanistan: "Demokratie, Frieden, Gerechtigkeit". Die Truppen sollen "die Herzen der Menschen erobern". Das gelingt nur selten.

Ganze Städte werden zerstört, es gibt ...

... weit über 3000 tote Zivilisten.

Zwar bekommen die US-Streitkräfte das Land militärisch zunächst schnell unter Kontrolle, aber ebenso schnell wird klar, dass der kulturelle Unterschied ...

... enorm groß ist.

Kein Bild aus dem Jahr 2001, sondern eines von 2006.

Fast täglich gibt es Meldungen über Selbstmordanschläge auf die Soldaten der Operation "Enduring Freedom", darunter auch deutsche Einheiten.

Oft dringen diese Meldungen gar nicht mehr durch. Zu alltäglich ist der Schrecken.

Gegner der Soldaten sind neben der Größe des Landes, ...

... dessen klimatischen Verhältnissen und ...

... dessen Unzugänglichkeit ...

... die Kämpfer der Tailban, die sich als islamische Fundamentalisten ...

... mit aller Gewalt gegen eine "Verwestlichung" Afghanistans stemmen und zurück wollen zu ihrer Werteordnung. Mit Erfolg, denn ...

... inzwischen empfinden große Teile der Bevölkerung ...

... die fremden Soldaten ...

... aus aller Welt ...

... eher als "Besatzer" denn ...

... als "Befreier".

Und die ISAF-Truppen bekommen selbst mit der Unterstützung ...

... der afghanischen Armee ...

... die Lage immer weniger in den Griff.

Ein Grund, neben der zunehmenden Wiedererstarkung der Taliban, sind die Warlords, die mit ihren Männern ...

... ganze Landstriche oder aber Städte Afghanistans beherrschen.

Afghanistan ist im Herbst 2006, fünf Jahre nach dem Einmarsch der US-Amerikaner, ein gespaltenes Land.

Gespalten zwischen Tradition ...

... und Moderne, zwischen ....

... Scharia und ...

... Cola.

Hamid Karzai, seit Dezember 2001 Präsident Afghanistans - er regiert ein politisch höchst instabiles Land, gilt als machtlos und wird von den USA rund um die Uhr beschützt.

Er lebt in ständiger Gefahr von Anschlägen auf sein Leben. Einen überlebt er knapp im September 2002.

Ansonsten ist Afghanistan vor allein eines: ...

... arm.

Millionen Dollar Aufbauhilfe, bezahlt von der Weltgemeinschaft, ...

... zeigen kaum Wirkung.

Viele Kinder müssen hungern und werden in einer Welt ...

... voller Gewalt und Zukunftsangst groß.

Karge Lebensverhältnisse, ...

... fehlendes Trinkwasser und ...

... mangelhafte Infrastruktur beherrschen ...

... den Alltag, weil ...

... die Märkte einfach nicht ...

... anspringen wollen.

Dazu kommen starke Probleme mit ...

... Drogen und Verelendung.

Es fehlt oft über Stunden am Tag und in der Nacht an Strom.

Die Hilfslieferungen gelangen in die Hände der Warlords und werden für teures Geld verkauft. Leisten kann sich das fast niemand.

Vier Euro am Tag verdienen Arbeiter im Schnitt, hier Männer aus einer Ziegelei. Doch Arbeit gibt es kaum.

So bleiben nur wenige Lichtblicke. Mädchen und Frauen gewinnen an Selbstbewusstsein und können ...

... wie hier zur Schule gehen. Allerdings nicht, ohne auf Bomben untersucht zu werden.

Und: Die Weltgemeinschaft will weiter helfen. Doch wie genau, das erscheint unklar. Es fehlen Konzepte.

Ein Land mit wenigen Perspektiven. (Bilder: dpa, AP; Text: Jochen Müter)

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