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Bei dem Genozid im Juli 1995 in Srebrenica wurden über 8.000 bosniakische Männer und Jungen getötet. Viele Frauen verloren ihre Männer, Söhne, Väter und Brüder.
Die Frauen haben Bilder ihrer Angehörigen gesammelt und Listen mit den Namen der Vermissten und Getöteten erstellt.
Bis heute dauert die Suche nach den Gebeinen der Männer an. Die „International Commission on Missing Persons“ (ICMP) hilft bei Identifizierung der Opfer. In diesem Gebäude ist einer ihrer Standorte in Bosnien-Herzegowina.
Nach dem Massaker verscharrten die serbischen Militärs ihre Opfer in Massengräbern. Archäologen graben die Gebeine aus, noch sind nicht alle Gräber gefunden. In diesen "Bodybags" (Leichensäcken) erhalten die ICMP-Mitarbeiter die sterblichen Überreste, die sie in ihrem Gebäude lagern. (Die Nummern auf den Bodybags wurden nachträglich abgedeckt.)
Der Inhalt eines Bodybags: Nachdem die Knochen gereinigt wurden, werden sie sortiert. Die Skelette sind nicht vollständig, ein Bodybag enthält oft Gebeine mehrerer Opfer.
Die ICMP-Mitarbeiter entnehmen Proben der Knochen, um die Toten per Gentest zu identifizieren. Jedes Fundstück wird eindeutig markiert, um spätere Verwechslungen auszuschließen.
Mitunter finden die ICMP-Mitarbeiter auch persönliche Gegenstände in den Bodybags. Diese werden ebenfalls zur Identifizierung genutzt und später den Angehörigen übergen.
Das ICMP hat die Angehörigen um Blutproben gebeten. Vier Tropfen reichen aus, um ein DNA-Profil zu erstellen.
Dieses wird dann per Computer mit den Knochenproben verglichen. Bei Übereinstimmungen werden möglichst weitere Verwandte getestet, ehe ein Opfer als identifiziert gilt.
Nach erfolgreicher Zuordnung werden den Verwandten die Gebeine zur Bestattung übergeben. Doch selten handelt es sich um ein vollständiges Skelett, oft können nur wenige Knochen beerdigt werden.
Für viele der Angehörigen bedeutet die Identifizierung Gewissheit über das Schicksal der Männer und die Möglichkeit, ihre Toten in eine würdige letzte Ruhestätte zu betten. In der Nähe von Srebrenica haben sie einen zentralen Friedhof für die Opfer des Massakers und eine kleine Gedenkstätte eingerichtet.
Steintafeln am Eingang des Friedhofs nennen die Namen aller bisher bekannten Opfer, auch wenn sie noch nicht beigesetzt werden konnten. Es wird noch Jahre dauern, bis alle Massengräber gefunden und alle Gebeine identifiziert sind.
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