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Donnerstag, 13. Oktober 2016

Suizid eines Terrorverdächtigen: Der Fall des Jabar al-Bakr

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Jabar al-Bakr ist tot. Der mutmaßliche Islamist, der einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben soll, erhängt sich am Abend des 12. Oktober in seiner Gefängniszelle. Nicht nur für die Ermittler bleiben nun viele Fragen unbeantwortet - etwa die Frage nach weiteren Komplizen. (Foto: dpa)

Jabar al-Bakr ist tot. Der mutmaßliche Islamist, der einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben soll, erhängt sich am Abend des 12. Oktober in seiner Gefängniszelle. Nicht nur für die Ermittler bleiben nun viele Fragen unbeantwortet - etwa die Frage nach weiteren Komplizen.

Jabar al-Bakr ist tot. Der mutmaßliche Islamist, der einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant haben soll, erhängt sich am Abend des 12. Oktober in seiner Gefängniszelle. Nicht nur für die Ermittler bleiben nun viele Fragen unbeantwortet - etwa die Frage nach weiteren Komplizen.

Der Fall al-Bakr ist nicht nur ein Erfolg gegen Islamisten in Deutschland - vor allem seit dem missglückten ersten Festnahmeversuch am 8. Oktober mehren sich die Pannen. Der Verdächtige kann entkommen und ...

... das stellt die Polizei zunächst vor ein großes Problem. Denn bei einer Wohnungsdurchsuchung in Chemnitz werden 1,5 Kilogramm Sprengstoff gefunden.

Der 22-jährige Syrer kam als Flüchtling nach Deutschland - und lebte bereits seit einem Jahr hier. Auffällig wurde er nie. Entsprechend schockiert sind auch Anwohner im Yorckgebiet in Chemnitz. Die Flucht des Syrers ...

... endet schließlich in einem Wohnblock im Stadtteil Paunsdorf in Leipzig. Zwei Syrer, ebenfalls Flüchtlinge, überwältigen al-Bakr in deren Wohnung. Er hatte sie zuvor um Unterschlupf gebeten.

Erst als sich al-Bakr bereits in der Wohnung befindet, fällt einem Bewohner das Fahndungsfoto bei Facebook auf. Daraufhin verständigt er die Polizei und einen Freund. Gemeinsam ...

... fesseln sie den Gesuchten und halten ihn in der Wohnung fest, bis die Polizei eintrifft. Das Medieninteresse an den Syrern ...

... ist nach der Festnahme riesig. Stimmen werden laut, die das Bundesverdienstkreuz für die "Helden von Leipzig" fordern. Immerhin verhinderten auch sie, dass al-Bakr ...

... einen Berliner Flughafen mit einer Bombe und womöglich auch mit einem Sprengstoffgürtel attackieren konnte. Ermittler versprechen sich von al-Bakr auch ...

... Informationen zum Vorgehen von Anhängern des Islamischen Staates (IS) in Deutschland. Entsprechend hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen, als al-Bakr ins Gericht in Dresden gefahren wird.

Nachdem er dem Haftrichter vorgeführt wurde, kommt al-Bakr in der JVA Leipzig hinter Gitter. Nach Angaben seines Anwalts tritt er in den Hungerstreik, isst und trinkt nichts mehr.

Dass eine akute Suizidgefahr besteht, erkennt das JVA-Personal nicht. Am Abend des 12. Oktober gelingt es al-Bakr, sich mit seinem T-Shirt in seiner Zelle zu strangulieren. Laut seinem Anwalt hätte der 22-Jährige ...

... unter ständiger Beobachtung stehen müssen. Doch die anfänglichen Kontrollen im 15-minütigen Takt werden auf Anraten einer Psychologin ...

... auf 30 Minuten hochgesetzt. Eine Zeitspanne, die al-Bakr reicht, um sich das Leben zu nehmen. Das sächsische Justizministerium bestätigt noch in der Nacht ...

... den Tod al-Bakrs - die Leiche wird von einem Leichenwagen abgeholt und später obduziert. Ein Fremdverschulden kann ausgeschlossen werden. Bevor sich al-Bakr umbringt, ...

... belastet er aber noch die beiden Landsleute, die ihn in der Leipziger Wohnung überwältigt hatten, und bezichtigt sie der Mitwisserschaft. Viele Fragen zum Fall des Syrers bleiben also weiter offen. (sro/jug)

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