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Montag, 30. Januar 2017

Was vom IS übrig blieb: Der Kampf um Mossul ist noch lange nicht vorbei

Von Markus Lippold

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Für den neuen US-Präsidenten Donald Trump hat es die oberste Priorität: der Kampf gegen Gruppen wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). (Foto: REUTERS)

Für den neuen US-Präsidenten Donald Trump hat es die oberste Priorität: der Kampf gegen Gruppen wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Für den neuen US-Präsidenten Donald Trump hat es die oberste Priorität: der Kampf gegen Gruppen wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Den radikalen Islam - wie Trump sagte - "auszurotten" ist aber alles andere als ein leichtes Unterfangen.

Das zeigt etwa der Kampf um die irakische Stadt Mossul, der letzten großen IS-Bastion im Irak.

Seit Mitte Oktober versucht die irakische Armee, kurdische Peschmerga-Einheiten und …

… ihre Verbündeten die Stadt aus den Händen des IS zu befreien.

Aus der Luft werden sie von der Anti-IS-Koalition unter Führung der USA unterstützt, die auch Spezialeinheiten entsandt hat.

Nach etwa einem Monat erreichte die Allianz die Stadtgrenze, dann kam der Vormarsch ins Stocken.

Inzwischen wurden Teile der Metropole befreit, …

… am 23. Januar 2017 verkündete die Armee, dass der Ostteil bis zum Tigris komplett erobert sei, ...

... was die Armee mit einer Parade feierte.

Am Ziel sind die irakischen Truppen sowie die Milizen aber noch lange nicht.

Nicht nur, weil es dem IS gelang, den Vormarsch mit Selbstmordattentaten, Scharfschützen und Autobomben immer wieder aufzuhalten.

Nach Expertenmeinung dürfte der Kampf jenseits des Flusses noch aufwendiger und risikoreicher werden und …

… deshalb mehrere Wochen dauern.

Nach Angaben der Vereinten Nationen leben etwa 750.000 Zivilisten im Westteil der Stadt - unter elenden Umständen, die durch die kommende Offensive noch verschlimmert werden dürften.

Im Ostteil der Stadt geht es dagegen ans Aufräumen der völlig zerstörten Viertel.

Tausende vor den Kämpfen geflohene Bewohner sind bereits zurückgekehrt, auch wenn sie oft nicht wissen, wo sie unterkommen werden.

Insgesamt hatten nach UN-Angaben mehr als 180.000 Menschen die Stadt aufgrund der Offensive verlassen.

Dutzende Schulen, die vom IS teilweise militärisch genutzt wurden, haben bereits wieder eröffnet.

Mit Hilfe von Unicef wurden sie instand gesetzt und ausgestattet, …

… damit Zehntausende Kinder wieder zum Unterricht gehen können.

Allerdings werden die befreiten Gebiete weiterhin von den irakischen Truppen durchkämmt, …

… auf der Suche nach versprengten Islamisten und ...

... Waffen.

Immer wieder stoßen die Soldaten auf Reste der IS-Gewaltherrschaft, die die Terroristen dort seit 2014 errichtet hatten - wie diese Gefängniszelle.

IS-Flaggen und Propagandaplakate prägen nach wie vor das Stadtbild, …

… wie auch zurückgelassene Militärfahrzeuge.

Etliche Waffen der Islamisten werden sichergestellt.

Doch es gibt auch ungewöhnliche Funde: Ein irakischer Offizier zeigt zwei russische Pässe, die IS-Kämpfern gehören sollen.

Ein anderer Soldat präsentiert diesen erbeuteten Säbel.

Dann wieder werden Blindgänger, Waffen und Munition gefunden.

Oder schrottreife Autos, die für Sprengstoffanschläge genutzt wurden.

Bereits bei der Eroberung anderer irakischer Städte vom IS hatten die Truppen Kriegsgeräte …

… sowie improvisierte Sprengkörper und …

… Bomben entdeckt oder …

… leer Hülsen, die wohl zum Bau von Granaten dienten.

Auch größeres Kriegsgerät erbeuteten die irakischen Soldaten, etwa diesen Panzer mit entsprechender Bewaffnung.

Mitglieder einer US-Spezialeinheit, die auch an den Kämpfen um Mossul beteiligt waren, untersuchen diese Drohne, die der IS eingesetzt haben soll.

Trotz all der Maßnahmen dürfte es noch lange dauern, bis zumindest im Ostteil der Stadt wieder Ruhe einkehrt.

Denn durch die Verlagerung der Kämpfe in den Westteil der Stadt bahnt sich eine neue Flüchtlingswelle an.

Islamistische Anschläge in den befreiten Gebieten könnten weiter für eine angespannte Sicherheitslage sorgen, ...

... genau wie Kämpfe in den Vororten der Stadt.

Ganz zu schweigen von den Blindgängern und anderen Waffen, die noch in der Stadt verstreut sind.

Und natürlich von den massiv zerstörten Wohnvierteln.

Doch selbst wenn der Wiederaufbau recht schnell vonstatten gehen sollte, stehen der Stadt scharfe politische Konflikte bevor.

Sunnitische Gruppen lehnten bereits vor der Offensive den Einsatz schiitischer Milizen in der sunnitisch geprägten Stadt ab - ...

... sie fürchten einen Einflussverlust zugunsten der schiitisch geführten Zentralregierung.

In Bagdad wiederum fürchtet man, dass die Kurden Mossul unter ihre Kontrolle bringen und damit ihr Einflussgebiet im Norden des Landes weiter ausweiten könnten.

Der Stadt, wie auch anderen vom IS befreiten Gebieten, steht ein langer Weg bevor, ...

... bis wieder eine Art Normalität einzieht.

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