"Gewalt und bedingungsloser Gehorsam": Der Missbrauch an Kindersoldaten
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"In fast allen aktuellen bewaffneten Konflikten weltweit werden Kinder als Soldaten eingesetzt, …Bild 1 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESS… unter anderem, weil sie billiger und leichter manipulierbar sind als Erwachsene."Bild 2 von 46 | Foto: ReutersSo lautet das traurige Fazit von Ralf Willinger, Experte der Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes. "Der Wille der internationalen Staatengemeinschaft, den Missbrauch von Kindern als Soldaten zu beenden, ist da, und es gibt einzelne Fortschritte", so Willinger. "Doch die bisherigen Anstrengungen reichen bei weitem nicht aus."Bild 3 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSNoch immer werden in den Kriegs- und Krisengebieten der Welt über 250.000 Kinder und Jugendliche als Soldaten missbraucht.Bild 4 von 46 In derzeit 14 Ländern versuchen Arbeitsgruppen der Vereinten Nationen, die Rekrutierung von Kindern als Kämpfer zu verhindern oder sie aus dem Einsatz als Soldaten zu befreien: ...Bild 5 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSAfghanistan, Birma, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Kolumbien, Nepal, Somalia, Sri Lanka, …Bild 6 von 46 | Foto: REUTERS… Sudan, Tschad, Philippinen, Uganda und die Zentralafrikanische Republik.Bild 7 von 46 | Foto: REUTERSAllein in Birma gibt es nach Angaben der Kindernothilfe bei Armee und nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen Zehntausende von Kindersoldaten. "Damit ist Birma vermutlich das Land mit den meisten Kindersoldaten weltweit", erklärt die Hilfsorganisation.Bild 8 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSSchätzungen gehen von 80.000 Kindersoldaten in Birma aus. "Die Gewalt, mit der die Militärregierung schon Neunjährige rekrutiert und anschließend gegen die eigenen Leute kämpfen lässt, ist unvorstellbar."Bild 9 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSZu den positiven Entwicklungen der letzten Jahre gehöre aber, dass die Zahl der Konflikte, in denen Kinder eingesetzt werden, von 27 auf 17 gesunken ist.Bild 10 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSVor allem in Afrika endeten mehrere Konflikte und viele Kindersoldaten wurden demobilisiert.Bild 11 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSGemeinsam mit anderen Organisationen hat Unicef zudem nach eigenen Angaben seit 2008 die Freilassung von mehr als 12.600 Kindern aus verschiedenen Armeen und bewaffneten Gruppen in neun Ländern erreicht. Unter den Freigelassenen waren auch 1648 Mädchen.Bild 12 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESS120 Staaten haben das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet, das den Einsatz von Minderjährigen im Krieg verbietet.Bild 13 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSTrotzdem halten sich nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef vor allem viele nicht-staatliche militärische Gruppen nicht an diese Grundsätze.Bild 14 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSDazu gehören die FARC-Rebellen in Kolumbien, die tamilischen Rebellen in Sri Lanka und verschiedene Milizengruppen im Sudan und im Gebiet um die Großen Seen in Afrika, vor allem im Osten der Demokratischen Republik Kongo.Bild 15 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSAllein in Kolumbien sollen es Schätzungen zufolge bis zu 14.000 Kinder sein, die bei FARC-Rebellen, Paramilitärs und ELN dienen.Bild 16 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSDoch auch Großbritannien schickte Unter-18-Jährige als Soldaten in den Irak.Bild 17 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSUnd Länder wie Israel, Indonesien oder Indien missbrauchen Kinder als Spione, Informanten oder Boten.Bild 18 von 46 | Foto: REUTERSDer Einsatz von Kindersoldaten ist für Unicef eine "zynische Menschenrechtsverletzung".Bild 19 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSDer Missbrauch von Minderjährigen als Kämpfer ist vielfältig: Sie lernen zu töten, zu plündern, müssen an die Front, werden durch Minenfelder getrieben oder zur Spionage eingesetzt.Bild 20 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESS"Ihr Alltag ist geprägt durch Gewalt, ihre Erziehung basiert auf bedingungslosem Gehorsam", erklärt Terre des Hommes.Bild 21 von 46 Mädchen und Jungen mutieren aus verschiedenen Gründen zu bewaffneten Kämpfern. Manche werden zwangsrekrutiert und entführt.Bild 22 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSAndere werden mit falschen Versprechungen und einem (geringen) Sold gelockt.Bild 23 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSNach Angaben von Terre des Hommes gibt es nur wenige Kindersoldaten, die aus religiöser oder politischer Überzeugung mitkämpfen. Die große Masse habe andere Motive: ...Bild 24 von 46 Angst vor Übergriffen des Gegners, Angst vor Strafen und Misshandlungen durch eine Kriegspartei.Bild 25 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESS"Ein weiteres Motiv ist die Hoffnung auf Schutz, Sicherheit und Versorgung oder das Verdienen des Lebensunterhaltes in Form eines geringen Soldes", so die Hilfsorganisation. Manche Kinder wollten sich auch für die Ermordung der Eltern oder anderer Familienangehöriger rächen.Bild 26 von 46 | Foto: REUTERSUnd nicht selten gehe es auch darum, mit der Waffe Macht ausüben, rauben und plündern zu können.Bild 27 von 46 | Foto: REUTERSDer Einsatz von Kindersoldaten bietet ihren skrupellosen Dienstherren einige Vorteile: "Sie sind leichter manipulierbar, gehorsamer und furchtloser als Erwachsene. Zudem ist wegen der Vorbildfunktion ihrer Ausbilder und ihres jungen Alters ihr Unrechtsbewusstsein nicht so ausgeprägt."Bild 28 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSDoch bleiben die Kinder Opfer, "die von skrupellosen Erwachsenen zu Tätern gemacht werden", wie Unicef es beschreibt.Bild 29 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSSie werden von ihren Vorgesetzten oft auch als "weniger wertvolle" Soldaten angesehen und an besonders gefährlichen Stellen der Front eingesetzt: als Spione, Vorhut oder Minensucher.Bild 30 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSOb die Minderjährigen durch Drogen, Geld oder Misshandlungen gefügig gemacht werden – die Folgen ihres Einsatzes als Soldaten sind katastrophal: ...Bild 31 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSDie systematische Entmenschlichung löst laut Terre des Hommes das Selbstbewusstsein auf, erzwingt absoluten Gehorsam und stumpft sie gegenüber Grausamkeiten ab.Bild 32 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESS"Dieses Klima der Angst wird durch sexuelle Übergriffe noch verstärkt."Bild 33 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSBesonders Mädchen werden von männlichen Soldaten sexuell missbraucht. Etwa jeder dritte Kindersoldat ist weiblich.Bild 34 von 46 | Foto: REUTERSErfahrungen von Gewalt und Missbrauch hinterlassen auch auf lange Sicht tiefe Spuren in den Seelen der Kinder. Die Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldaten ist äußerst schwierig, da die Mädchen und Jungen häufig traumatisiert sind.Bild 35 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSZudem haben sie meist keinerlei Ausbildung genossen oder eine Schule besucht, können deshalb weder lesen noch schreiben. Ein friedliches, ziviles Leben ist für sie damit noch schwerer zu erreichen.Bild 36 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSDie Kinder brauchen Unterstützung, "um in ein normales Leben zurückzufinden", erklärt Unicef.Bild 37 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSIn Nepal unterstützt Unicef die Wiedereingliederung von 3000 früheren Kindersoldaten. Nach einem Abkommen zwischen den maoistischen Rebellen und den Vereinten Nationen im Dezember 2009 werden die früheren Kämpfer derzeit entwaffnet.Bild 38 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSSo sehr die Opfer leiden – so sehr gehen die meisten der Täter noch straffrei aus. "Ein Grund für das Rekrutieren von Kindern ist die verbreitete Straffreiheit. Die Verantwortlichen müssen für dieses Kriegsverbrechen endlich vor internationale und nationale Gerichte kommen", fordert Terre des Hommes.Bild 39 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSDie Organisation kritisiert die Bundesregierung dafür, dass Kindersoldaten vom Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge als "Fahnenflüchtige ohne politische Verfolgung" gehandelt würden.Bild 40 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSEhemalige Kindersoldaten hätten im deutschen Asylverfahren daher kaum eine Chance.Bild 41 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSDabei unterzeichnete Außenminister Guido Westerwelle zum "Red Hand Day" mit seinem Handabdruck die Erklärung: "Keine Kindersoldaten! Nirgendwo!"Bild 42 von 46 | Foto: APNDer "Red Hand Day" erinnert an das Inkrafttreten des Zusatzprotokolls zur Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten, das das UN-Übereinkommen über die Rechte des Kindes seit 2004 ergänzt.Bild 43 von 46 | Foto: REUTERSEinen Hoffnungsschimmer bei der Verfolgung der Täter gibt es seit Anfang 2009 aber: Vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag muss sich erstmals ein ehemaliger Milizenführer aus dem Ost-Kongo verantworten.Bild 44 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSThomas Lubanga soll tausende Kindersoldaten eingesetzt haben. Die zum Teil erst elfjährigen Kinder wurden laut Anklage entführt, geschlagen, unter Drogen gesetzt und Mädchen wurden als Sexsklavinnen missbraucht.Bild 45 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESSDer Prozess ist nach Einschätzung von Unicef ein wichtiges Signal, dass Täter, die Kinder als Soldaten missbrauchen, nicht länger damit rechnen können, dafür niemals zur Verantwortung gezogen zu werden. (Text: tis/AFP/dpa)Bild 46 von 46 | Foto: ASSOCIATED PRESS
"Gewalt und bedingungsloser Gehorsam"Der Missbrauch an Kindersoldaten