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Dienstag, 25. Januar 2005

Holocaust: Der Mord an den europäischen Juden

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Der 27. Januar ist ein Tag der Erinnerung. 1995 hat der damalige Bundespräsident Roman Herzog das Datum zum Holocaust-Gedenktag erklärt. (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Der 27. Januar ist ein Tag der Erinnerung. 1995 hat der damalige Bundespräsident Roman Herzog das Datum zum Holocaust-Gedenktag erklärt.

Der 27. Januar ist ein Tag der Erinnerung. 1995 hat der damalige Bundespräsident Roman Herzog das Datum zum Holocaust-Gedenktag erklärt.

Seit 2005 gilt der Tag weltweit als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Am Nachmittag des 27. Januar 1945 hatten die ersten Sowjetsoldaten das Gelände des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz betreten und etwa 7000 Überlebende befreit.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden in Europa zwischen 1941 und 1945 etwa sechs Millionen Juden in staatlichem Auftrag systematisch ermordet.

Zusammen mit den Juden wurden bis zu 500.000 Sinti und Roma und mehrere hunderttausend Homosexuelle, Behinderte und Oppositionelle umgebracht.

Zehntausende waren unmittelbar an den Verbrechen beteiligt.

Das erste Konzentrationslager wurde bereits 1933 in Dachau bei München eingerichtet. Zunächst wurden dort vor allem "politische Gegner" inhaftiert und ermordet.

Die massenhafte Ermordung der Juden begann erst nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939.

Bis dahin war das offizielle Ziel von Nazideutschland, die Juden zur Auswanderung zu drängen.

Hitlers eigentliches Ziel fand sich allerdings in seinem Buch "Mein Kampf": Die Vernichtung der Juden.

Bis zum endgültigen Auswanderungsverbot im Oktober 1941 gelang es fast der Hälfte der rund 525.000 deutschen Juden, das Land zu verlassen.

1941, nach dem Überfall auf die Sowjetunion, wurde der Völkermord noch einmal ausgeweitet.

Mehr als 500.000 Menschen wurden von Einsatzgruppen der SS und der Polizei in Massenerschießungen ermordet.

Die Erschießungen galten jedoch bald als "ineffektiv".

Um eine größere Anzahl von Juden möglichst schnell töten zu können, wurde der Massenmord jetzt industriell organisiert.

Im besetzten Polen wurden große Vernichtungslager mit Gaskammern gebaut.

Bis Kriegsende wurden Menschen aus ganz Europa in Viehwaggons dorthin transportiert.

Vernichtungslager wurden angelegt in Auschwitz-Birkenau, Chelmno (dt. Kulmhof), Treblinka bei Warschau, ...

Wer als arbeitsunfähig "selektiert" wurde, kam sofort in die Gaskammern ...

... und wurde mit Zyklon B, einem Blausäure-Gas, qualvoll umgebracht - insgesamt mehr als drei Millionen Menschen.

Zyklon B war ein Schädlingsbekämpfungsmittel. Der Tod durch Zyklon B war grausam.

Es konnte bis zu 20 Minuten dauern, bis die Menschen erstickt waren.

In einigen Lagern wurden Menschenversuche vorgenommen.

Einer der Täter, der SS-Arzt Josef Mengele (2. v. li.), starb erst 1979 bei einem Badeunfall.

Außer den "Todesfabriken" im Osten gab es vor allem im Reichsgebiet ein weit verzweigtes Netz von Konzentrations- und Sonderlagern.

Die Schätzungen über die Zahl der ermordeten Juden reichen von mindestens 5,3 Millionen bis über sechs Millionen ("Dimension des Völkermords", hrsg. von Wolfgang Benz).

Aus den Akten der Wannsee-Konferenz geht hervor, dass Hitler insgesamt elf Millionen Menschen töten lassen wollte.

Die Wannsee-Konferenz fand 1942 statt. Hier wurde die "Endlösung der Judenfrage" diskutiert.

Der Begriff "Holocaust" (griechisch: Brandopfer) kam 1979 mit der US-Fernsehserie "Holocaust" aus dem englischen Sprachraum nach Deutschland.

Juden bezeichnen den Massenmord der Deutschen an ihrem Volk als "Shoa", was auf Hebräisch so viel heißt wie "Katastrophe".

Auch dieser Begriff bürgerte sich aufgrund eines Films ein: "Shoah" ist der Titel einer neunstündigen Dokumentation von Claude Lanzmann (1985).

Unklar ist, in welchem Ausmaß der Massenmord bereits vor Kriegsende bekannt war.

Der Widerstandskämpfer Helmut James Graf von Moltke schrieb 1943:

"Mindestens neun Zehntel der Bevölkerung weiß nicht, dass wir Hunderttausende von Juden umgebracht haben."

Allerdings bekamen viele Leute mit, dass ihre jüdischen Nachbarn verschwanden, ..

... dass Juden auf dem Marktplatz zusammengetrieben und abtransportiert wurden.

Auch wenn die Nazis versuchten, die "Endlösung" geheim zu halten, machte Hitler aus seinem Ziel keinen Hehl: "Die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa".

Allein in Auschwitz wurden schätzungsweise zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Menschen ermordet.

Etwa eine Million von ihnen waren Juden.

Der erste Lagerkommandant von Auschwitz, Rudolf Höß, starb nach einem Prozess im April 1947 am Galgen.

Im selben Jahr entstand im ehemaligen KZ die Gedenkstätte - als Mahnmal für künftige Generationen.

Auschwitz- Birkenau gilt auch 65 Jahre nach dem Ende des Schreckens als weltweites Symbol für den Holocaust.

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