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Ikone der Linken, Todfeind der USA: Der ewige Revolutionär Fidel Castro ist tot

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Nun also hat er seinen letzten Kampf verloren. Der Máximo Lider, der so lange unsterblich schien, ist tot. (Foto: Twitter, @MattMackowiak)

Nun also hat er seinen letzten Kampf verloren. Der Máximo Lider, der so lange unsterblich schien, ist tot.

Nun also hat er seinen letzten Kampf verloren. Der Máximo Lider, der so lange unsterblich schien, ist tot.

Fast ein halbes Jahrhundert hatte Fidel Castro Kuba regiert.

Kein anderer nicht-monarchischer Staatschef war so lange an der Macht, kein anderer Führer eines so kleinen Landes hat so die USA herausgefordert, um keinen ranken sich so viele Mythen.

Offiziell kam Castro am 13. August 1926 als unehelicher Sohn eines aus Spanien eingewanderten Großgrundbesitzers zur Welt. Im Bild sein Geburtshaus. Historiker allerdings halten ihn für ein Jahr jünger.

Als Kind besuchte Fidel (hier im Bild mit seinem jüngeren Bruder Raúl im Jahr 1941) eine Jesuitenschule , ...

... später studierte er Jura und engagierte sich seit den späten 1940er- Jahren in der "Orthodoxen Partei", deren Chef er 1951 wurde.

Ziel der "Orthodoxen" war der Kampf gegen die grassierende Korruption und eine Wirtschaftspolitik, die den Einfluss der USA auf Kuba zurückdrängen sollte. Castros Hauptgegner war Fulgencio Batista, …

... der sich im März 1952 an die Macht geputscht hatte (hier 1959 auf einem Wandbild hinter Castro). Wenige Tage später klagte ein junger Rechtsanwalt vor dem Obersten Gericht des Landes Batista wegen Bruchs der Verfassung an.

Sein Name: Fidel Castro (im Bild zusammen mit seinem Sohn Angel).

Die Klage wurde abgewiesen. Castro berief sich nun auf sein verfassungsmäßiges Recht auf Widerstand. Mit rund 130 Anhängern stürmte er ...

... am 26. Juli 1953 die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba.

Der Aufstand scheiterte, Castro wurde verhaftet und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bereits nach zwei Jahren wurde er mit vielen anderen im Rahmen einer Generalamnestie freigelassen.

Aus Batistas Sicht ein grober Fehler: Schon kurz nach ihrer Freilassung gründeten Castro und seine Mitstreiter eine neue politische Bewegung, den "Movimiento 26 de Julio", kurz M-26-7, die den Untergrundkampf organisieren sollte (im Bild die Fahne der Bewegung).

Castro ging nach Mexiko ins Exil. Dort traf er einen anderen Berufsrevolutionär: Ernesto Che Guevara.

Zusammen mit Che Guevara und 80 weiteren Rebellen kehrte Castro im Dezember 1956 auf der Yacht "Granma" nach Kuba zurück. 26 Monate dauerte ihr Guerillakampf gegen die Batista-Diktatur. Das Bild zeigt ihn im Jahr 1957.

Anfang 1959 siegte die Revolution.

Castro wurde kubanischer Ministerpräsident.

Zu diesem Zeitpunkt war die Revolution noch nicht kommunistisch; noch gab es mehrere Parteien. Castros M-26-7 war nur eine davon.

Auch die USA waren noch nicht der Feind: Dieses Bild von 1959 zeigt Castro bei einem Besuch in New York.

Eine Reihe von Verstaatlichungen auch amerikanischer Unternehmen brachte Kuba auf scharfen Konfrontationskurs mit den USA. Washington verhängte eine totale Wirtschaftsblockade.

Die Lieferung des für Kuba wichtigen Öls wurde gestoppt, kubanische Produkte - darunter auch Zigarren - durften nicht mehr in die USA eingeführt werden.

Castro, der sich ursprünglich auf einem "dritten Weg" zwischen den USA und der Sowjetunion sah, näherte sich der UdSSR an (im Bild 1960 mit Nikita Chruschtschow).

Forciert wurde dies durch die legendäre Invasion in der Schweinebucht.

Dort landeten am 17. April 1961 rund 1200 Exilkubaner. Mit Unterstützung der US-amerikanischen Armee und der CIA sollten sie für die kubanische Exilregierung einen Stützpunkt erobern und von dort aus die USA offiziell um Hilfe bitten.

Die Aktion wurde für die USA ein Desaster. Nach drei Tagen waren die Invasionstruppen besiegt.

Noch im selben Jahr erklärte sich Kuba zu einem sozialistischen Land. Castros Movimiento ging in den so genannten "Integrierten Revolutionären Organisationen" auf.

Zwei Umbenennungen später heißt dieses Gebilde seit 1965 nur noch PCC, Kommunistische Partei Kubas. Andere Parteien waren nicht zugelassen.

Nach der Invasion von 1961 wird Kuba zum Aufmarschfeld für die Sowjetunion - und zum Spielball der Atommächte. 40.000 sowjetische Soldaten und mehrere SS-4 Mittelstreckenraketen werden auf der Insel stationiert.

Als amerikanische Spionageflugzeuge im Oktober 1962 diese Raketen entdecken, ordnete US-Präsident Kennedy eine Seeblockade Kubas an. 200 Schiffe wurden rund um die Insel in Stellung gebracht. Kennedy nannte dies "Quarantäne". Eine Invasion wurde vorbereitet.

US-Verteidigungsminister McNamara sagte später, nur "schieres Glück" habe einen Atomkrieg verhindert. Nach 13 Tagen einigten sich die Sowjetunion und die USA: Moskau zog seine Raketen aus Kuba ab (Bild), Washington sicherte zu, Kuba nicht noch einmal anzugreifen.

Die Feindschaft zwischen den USA und Kuba blieb bestehen. Nach Recherchen des Journalisten Wilfried Huismann von 2005 steckte Kuba sogar hinter der Ermordung von John F. Kennedy im Jahr 1963. Der Grund: Kennedy seinerseits wollte Castro umbringen lassen.

Bis zum Ende des Kalten Krieges bleibt Kuba ein Verbündeter der Sowjetunion. Die Fahne des "Anti-Imperialismus" und des "Internationalismus" hält Castro weiterhin hoch.

Er schickte Ärzte und Lehrer, aber auch Soldaten in die Welt. Castro unterstützte die Sandinisten in Nikaragua, …

… kubanische Truppen kämpften im Jom-Kippur-Krieg gegen Israel, in Äthiopien und waren bis 1989 am blutigen Bürgerkrieg in Angola beteiligt (hier 1969 mit dem ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser).

Zugleich sorgte der charismatische Castro dafür, dass Kuba sich ein Image schaffte, …

… von dem andere Diktaturen nur träumen konnten.

Auch der argentinische Fußballstar Maradona ...

... erlag dem Charme des Revolutionsführers.

Mit der Realität auf Kuba hatte das nicht viel zu tun. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (und dem Ende der Zahlungen aus Moskau) steckte der Inselstaat in einer Dauerkrise.

Im Dezember 2010 entfuhr Raúl Castro der für kubanische Verhältnisse beinahe konterrevolutionäre Satz: "Wenn wir so weitermachen und die Fehler nicht korrigieren, gehen wir unter."

Für die Krise ließ sich die kubanische Regierung allerdings einen hübschen Euphemismus einfallen: "besondere Periode in Friedenszeiten", kurz "Sonderperiode".

In den vergangenen Jahren schwanden zusehends die Kräfte Fidel Castros.

Immer wieder gab es Berichte über Erkrankungen, bei einer Rede wurde er ohnmächtig.

2004 titelten viele Medien "Castro gestürzt". Castro, der nach eigener Aussage 600 Anschläge überlebt hatte, war bei einem öffentlichen Auftritt ins Straucheln geraten und eine Stufe heruntergefallen.

13 Tage vor seinem 80. Geburtstag gab der "Große Führer" seine Amtsgeschäfte "vorübergehend" an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raúl ab.

Dieser übernahm nun die Führung des Landes. Dauerhaft, wie sich zeigte.

Aber auch dann zog sich Castro nicht völlig aus der Politik zurück. (Im Bild ein Treffen mit Papst Benedikt XVI. in Havanna)

Als graue Eminenz bestimmte er auch im Hintergrund die Geschicke des Landes.

Allerdings schlug sein Bruder zunehmend einen anderen Kurs ein.

In den vergangenen Jahren betrieb er eine historische Annäherung zwischen Kuba und den USA.

Diese gipfelte in der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen 2015 und dem Besuch von Präsident Barack Obama in Havanna im März 2016.

Fidel Castro, der in seinen letzten Lebensjahren die Revolutionärsuniform gegen einen Trainingsanzug eingetauscht hatte, betrachtete diese Entwicklung mit Skepsis.

Verhindern konnte er sie nicht.

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