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Politik

Robbenjagd: Deutschland handelt, aber langsam

 
Robben sollen nach den Plänen der Bundesregierung besser geschützt werden.

Robben sollen nach den Plänen der Bundesregierung besser geschützt werden.

Das Kabinett erörterte dazu nun, Anfang 2008, einen Gesetzentwurf von Agrarminister Horst Seehofer (CSU) für ein Import- und Handelsverbot von Robbenprodukten.

Die Bundesregierung will nun gemeinsam mit der EU-Kommission prüfen, inwieweit die Pläne mit EU-Recht vereinbar sind. Europaweit gibt es bisher kein solches Verbot.

Der Bundestag hatte bereits 2006 ein Importverbot gefordert. Die nächste Jagdsaison beginnt im Frühjahr.

Dann wird vor allem in Kanada die Robbenjagd wieder eröffnet. Innerhalb weniger Wochen sterben Hunderttausende Tiere.

Auf oft grausame Weise werden die Tiere geschlachtet. Besonders trifft es wenige Wochen alte und wehrlose Jungtiere.

Zum Teil wird ihnen bei lebendigem Leib ...

... das Fell abgezogen.

Ziel der Robbenjäger: Die Gewinnung von Fell und Öl.

Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes in Kanada rund 215.000 Sattelrobben bei der Jagd ums Leben.

Zu den Hauptabnehmerländern für kanadische Robbenfelle gehören Norwegen, Dänemark und China.

In Norwegen selbst wurden 2007 nach offiziellen Angaben rund 46.000 ausgewachsene Robben getötet, im russischen Nordmeer sind es laut Tierschutzbund etwa 18.000 Robbenbabys im Jahr.

Internationale Tierschutzorganisationen wie der Internationale Tierschutz-Fonds kritisieren das Robbenschlachten vehement.

Greenpeace spricht von einem "sinnlosen Massaker".

Kanadas Regierung hatte die kommerzielle Robbentötung 1987 untersagt, ...

... sie jedoch 1995 unter Auflagen wieder zugelassen.

Für 2003 - 2005 wurde eine Rekordschlachtquote von insgesamt etwas mehr als einer Millionen Tiere erlaubt.

Die offizielle Begründung: Die Robbenbestände hätten sich stark vermehrt und dezimierten die Kabeljaubestände.

Die Grünen warfen der Bundesregierung Verzögerung vor. "Die Bundesregierung hat heute beschlossen, dem brutalen Abschlachten wehrloser Jung- und Babyrobben ein weiteres Jahr lang untätig zuzuschauen", sagte Fraktionsvize Bärbel Höhn.

Auch Tierschützer mahnten Tempo an. "Wir hätten es uns gewünscht, dass Deutschland - wie die Niederlande oder Belgien - eine Vorreiterrolle eingenommen hätte", sagte Thomas Schröder vom Tierschutzbund.

Handelsverbote existieren bereits in den USA, Mexiko, Kroatien, Slowenien, Belgien und den Niederlanden. In Österreich und Italien sind sie geplant.

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