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Politik

Test nicht bestanden: Die Anwendung der Todesstrafe 2007

 
Im vergangenen Jahr wurden mindestens 1252 Menschen in 24 Staaten hingerichtet. Mindestens 3347 Menschen in 51 Ländern wurden zum Tode verurteilt.

Im vergangenen Jahr wurden mindestens 1252 Menschen in 24 Staaten hingerichtet. Mindestens 3347 Menschen in 51 Ländern wurden zum Tode verurteilt.

63 Staaten halten an der Todesstrafe fest.

Amnesty International hat diese Zahlen im aktuellen Jahresbericht "Death Sentences and Executions in 2007" veröffentlicht. Es seien nur Minimalzahlen, betont die Menschenrechtsorganisation, ...

... die tatsächlichen Zahlen seien zweifellos höher. "Viele Länder führen Hinrichtungen im Geheimen durch und verweigern jede Information zur Anwendung der Todesstrafe." Einige dieser Länder seien China, Singapur, Malaysia und die Mongolei.

Auch 2007 wurden die weitaus meisten Hinrichtungen in China gezählt - laut Amnesty mindestens 470. Offizielle Statistiken gibt es nicht. Amnesty geht jedoch davon aus, dass die Zahl der Hinrichtungen 2007 gesunken ist.

Zugleich verweist Amnesty darauf, dass die amerikanische Menschenrechtsgruppe "Dui Hua Foundation" von 6000 Hinrichtungen ausgeht.

An zweiter Stelle folgt der Iran mit mindestens 317 Hinrichtungen. Mindestens drei Kinder wurden 2007 im Iran hingerichtet: Mohammed Mousawi (zur Tatzeit 16), Sa'id Quanbar Zahi (17 Jahre als er getötet wurde) und Makwan Moloudzadeh (zur Tatzeit 13 Jahre).

Der Iran ist eines von drei Ländern, in denen 2007 Minderjährige hingerichtet wurden. Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verbietet die Hinrichtung von Menschen, die zur Tatzeit unter 18 waren.

Im Juli 2007 wurde ein Mann im Iran gesteinigt - Steinigungen gelten als besonders grausame Art der Hinrichtung.

Saudi-Arabien hat mindestens 143 Menschen hingerichtet, darunter Dhahian Rakan al-Sibai'l, zur Tatzeit 15 oder 16. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat kein Land der Erde mehr Menschen hingerichtet. In dieser Statistik folgen Iran und Libyen auf den Plätzen zwei und drei.

In Pakistan gab es mindestens 135 Hinrichtungen.

Mit 42 Hinrichtungen liegen die USA auf Platz fünf der Statistik. Unter den 24 Staaten, die im Jahr 2007 Menschen hingerichtet haben, sind nur sieben Staaten, aus denen Amnesty sichere Zahlen hat.

Mit anderen Worten: Wären aus allen Staaten die tatsächlichen Zahlen bekannt, lägen die USA möglicherweise nicht so weit vorn.

Die 42 Hinrichtungen in den USA verteilen sich auf zehn der 50 Bundesstaaten.

Auf Platz sechs folgt der Irak mit mindestens 33 Hinrichtungen - "mindestens" bedeutet, dass es möglicherweise mehr waren.

In Vietnam wurden mindestens 25 Menschen hingerichtet, ...

... im Jemen mindestens 15, ...

... in Afghanistan genau 15.

Libyen hat mindestens neun Menschen hingerichtet, ...

... in Japan, neben den USA die einzige westliche Industrienation, in der 2007 die Todesstrafe angewandt wurde, waren es genau neun, ...

... in Syrien mindestens sieben, ...

... im Sudan ebenfalls.

In Bangladesch gab es sechs Hinrichtungen, ...

... in Somalia mindestens fünf, ...

... in Äquatorialguinea genau drei, ...

... in Singapur zwei.

Jeweils mindestens ein Mensch wurde in Kuwait, ...

... Indonesien, Botswana und Weißrussland hingerichtet. Eine Hinrichtung gab es in Äthiopien.

Nachdem Albanien die Todesstrafe im Februar 2007 abgeschafft hat, ist Weißrussland das einzige Land in Europa, das an dieser Strafe festhält.

Aus Ägypten ...

... und Nordkorea weiß Amnesty nur, dass es vermutlich Hinrichtungen gab, jedoch nicht, wie viele es waren.

Insgesamt geht Amnesty International davon aus, dass Ende 2007 zwischen 18.311 und 27.562 Menschen in Todeszellen auf ihre Hinrichtung warteten.

Trotz dieser erschreckenden Zahlen zieht Amnesty ein optimistisches Fazit: Mehr als zwei Drittel der Staaten haben die Todesstrafe abgeschafft. Auch ein Bundesstaat der USA, New Jersey, habe sich dem globalen Trend angeschlossen.

Am 18. Dezember 2007 stimmte die UN-Vollversammlung für ein Hinrichtungsmoratorium mit dem erklärten Ziel, die Todesstrafe weltweit vollständig abzuschaffen. 104 Länder schlossen sich der internationalen Initiative an, 29 enthielten sich.

54 Länder stimmten dagegen, darunter Staaten wie Nordkorea, Iran und Myanmar (Birma), Syrien und Saudi-Arabien, China, Indien, Japan und die USA.

Amnesty betont, dass die Zahl der Staaten, die sich in der UN-Vollversammlung gegen die Todesstrafe aussprechen, seit Jahren kontinuierlich steigt.

Die Haltung zur Todesstrafe bleibt der Test für zivilisierte Gesellschaften.

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