Gefährliche Auslandseinsätze: Die Bundeswehr in Krisengebieten
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Deutsche Soldaten tragen den Sarg eines toten Kameraden zu einer Transportmaschine.Bild 1 von 88 Die Auslandseinsätze der Bundeswehr sind gefährlich, das wird an diesem Tag wieder jedem bewusst. Bislang sind 64 deutsche Soldaten in Krisengebieten ums Leben gekommen.Bild 2 von 88 An zwölf Missionen weltweit ist die Bundeswehr momentan beteiligt - mit rund 7.800 Soldaten.Bild 3 von 88 Eine davon ist die ISAF (International Security Assistance Force) in Afghanistan. Insgesamt 2.810 deutsche Soldaten sind in der Truppe integriert. Davon sind 96 Frauen und 204 Reservisten.Bild 4 von 88 Ihr Auftrag: der Aufbau einer "dauerhaften Regierungssituation". Die afghanische Führung soll nach dem Sturz der Taliban bei der Herstellung und Wahrung des inneren Friedens unterstützt werden.Bild 5 von 88 Ein schwieriges Unterfangen. Immer wieder gibt es Selbstmordanschläge. Und die Taliban konnten ihren Einfluss im Land wieder vergrößern.Bild 6 von 88 An "Großgerät" hat die Bundeswehr den gepanzerten Truppentransporter "Dingo", den Transportpanzer "Fuchs" und den Waffenträger "Wiesel" nach Kabul verlegt.Bild 7 von 88 Ein wesentlicher Teil der ISAF-Mission ist der Betrieb eines Lufttransportstützpunktes im usbekischen Termez.Bild 8 von 88 Die Soldaten sind befugt, zur Durchsetzung der Missionsziele ihre Waffen zu benutzen.Bild 9 von 88 Dem Wunsch der UN nach soll die ISAF über "robuste Fähigkeiten zum Eigenschutz, zur Selbstverteidigung und über eine hinreichende Abschreckung verfügen".Bild 10 von 88 Die Versorgung der deutschen ISAF-Soldaten erfolgt über den Luftweg. 6.000 Kilometer werden damit überbrückt. Das ist die bisher aufwändigste Luft-Operation der Bundeswehr. Die Lebensmittel werden von einer zivilen Firma geliefert.Bild 11 von 88 Als Unterkünfte dienen feste Gebäude, teilweise aber auch Zelte. Das Kontingent hat ein eigenes Feldlazarett, das personell und materiell einem deutschen Kreiskrankenhaus entspricht.Bild 12 von 88 Zum Schutz der Soldaten gibt es Bunker und minensichere Fahrzeuge. Jeder Soldat trägt eine Splitterschutzweste.Bild 13 von 88 Zur Vorbereitung auf den Einsatz werden die Soldaten laut Bundeswehr "bestens geschult". Dazu gehören Informationen über Bevölkerung und Geschichte Afghanistans sowie das Verhalten in Krisensituationen.Bild 14 von 88 Jeder Soldat bekommt zudem "eine einsatzbezogene Sanitätsausbildung".Bild 15 von 88 Körperliche Belastbarkeit und psychische Stärke sind die beiden wichtigsten Auswahlkriterien, denn...Bild 16 von 88 ...die Lebensbedingungen sind oft improvisiert und einfach.Bild 17 von 88 Für den Einsatz, der in der Regel vier Monate dauert, bekommen die Soldaten zusätzlich zu ihrem normalen Sold eine steuerfreie Zulage, den "Auslandsverwendungszuschlag". Diesen gibt es in sechs Stufen.Bild 18 von 88 Er liegt zwischen 25,56 Euro (für "Allgemeine, mit der Verwendung verbundene Belastungen") und 92,03 Euro ("Konkrete Gefährdung durch Kampfhandlungen") pro Tag.Bild 19 von 88 Im Kosovo operiert die KFOR (Kosovo Force).Bild 20 von 88 Dort ist die Bundeswehr seit Juni 1999 aktiv.Bild 21 von 88 3.000 deutsche Soldaten sind beteiligt.Bild 22 von 88 Ziel des Einsatzes: Im Kosovo ein "multi-ethnisches, friedliches, rechtsstaatliches und demokratisches Umfeld mit autonomer Selbstverwaltung" aufzubauen.Bild 23 von 88 Der von der NATO geführten KFOR-Truppe kommt dabei die Rolle einer militärischen Schutzmacht zu.Bild 24 von 88 Vor allem aber soll humanitäre Hilfe geleistet und die Rückkehr der Flüchtlinge und Vertriebenen gefördert werden.Bild 25 von 88 Zusätzlich kümmern sich die Soldaten um die Instandsetzung zerstörter Straßen und Brücken,...Bild 26 von 88 ...und den Wiederaufbau von Krankenhäusern, Schulen und Wohnhäusern.Bild 27 von 88 Mit der gefährlichste Aspekt: Die Soldaten spüren Minen auf und entschärfen diese.Bild 28 von 88 Das Hauptquartier liegt in der 100.000-Einwohner-Stadt Prizren.Bild 29 von 88 Die Wunden der Auseinandersetzungen zwischen Kosovo-Albanern und Kosovo-Serben sind tief. "Mehr als eine Stabilisierung und Verringerung der Gewalt in kleinen Schritten kann nicht erwartet werden", so die Bundeswehr.Bild 30 von 88 Und weiter: "Trotz der greifbaren Erfolge und der täglich unternommenen kleinen Schritte ist...Bild 31 von 88 ...ein stabiler, eigenverantwortlicher Friedens- und Demokratisierungsprozess im Kosovo noch nicht gesichert."Bild 32 von 88 Immer wieder flammt der Konflikt auf. Im März 2004 kommt es zu heftigen Unruhen. Gerüchte besagen, Serben hätten albanische Kinder in einen Fluss getrieben und getötet. Das stimmt zwar nicht, aber die KFOR muss Gewalt anwenden, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bekommen.Bild 33 von 88 Die KFOR schützt auch das Internationale Kriegsverbrechertribunal bei seiner Arbeit im Kosovo.Bild 34 von 88 Entspannung für die Soldaten ist nur selten in Sicht. Hier die Freude während eines Deutschland-Spiels bei der Fußball-WM 2006.Bild 35 von 88 Bosnien-Herzegowina im ehemaligen Jugoslawien. Die NATO-geführte EUFOR (European Union Force) ist hier seit 1995 aktiv.Bild 36 von 88 Mehrmals wird der Auftrag geändert, ebenso wie der Name der Mission. Zunächst heißt sie IFOR (Implementation Force), später SFOR (Stabilization Force).Bild 37 von 88 Deutschland hat zurzeit rund 850 Soldaten bei der EUFOR stationiert. Insgesamt hat die EUFOR eine Stärke von rund 7.000 Mann.Bild 38 von 88 Auftrag ist, die Umsetzung des im November 1995 geschlossenen Friedensvertrages zwischen den Staaten des auseinandergebrochenen Jugoslawiens zu sichern.Bild 39 von 88 Vor allem soll die EUFOR "die Volksgruppen von Feindseligkeiten abhalten" und "die Bewegungsfreiheit eigener Kräfte, internationaler Organisationen und Nicht-Regierungsorganisationen gewährleisten".Bild 40 von 88 Darüber hinaus überwachen die Soldaten die Einhaltung des Rüstungskontrollabkommens für Bosnien und Herzegowina.Bild 41 von 88 Die Mission der EUFOR trägt den Namen "Althea" (griechisch, "die Heilende").Bild 42 von 88 Die Friedenstruppe unterliegt der Aufsicht des Europäischen Rates. Ihre Einsätze werden vom "Hohen Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik" (aktuell Javier Solana) koordiniert.Bild 43 von 88 Übrigens können Grundwehrdienstleistende aus rechtlicher Sicht auch an Auslandseinsätzen teilnehmen. In der Praxis ist dies jedoch nicht der Fall.Bild 44 von 88 Wie bei allen Auslandseinsätzen der Bundeswehr sind nur Berufs- und Zeitsoldaten, dazu Reservisten und so genannte Freiwillig Wehrdienst Leistende (FWDL) beteiligt. Letzteres sind Grundwehrdienstleistende, die ihren Dienst um bis zu 14 Monate verlängern.Bild 45 von 88 Sprung auf den afrikanischen Kontinent.Bild 46 von 88 741 deutsche Soldaten sind Teil der EUFOR RD CONGO in der Demokratischen Republik Kongo.Bild 47 von 88 Die Truppe soll die ersten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen seit 40 Jahren sichern. Das Land ist durch Bürgerkrieg und Kriege mit fast allen Nachbarstaaten politisch instabil.Bild 48 von 88 Eigentlich wird die Demokratische Republik Kongo von den 17.000 Soldaten der UN-Truppe MONUC (Mission de lOrganisation des Nations Unies en République Démocratique du Congo) stabilisiert. Angesichts der Wahl bat die UN jedoch die Europäische Union um Hilfe.Bild 49 von 88 Die ersten Soldaten des Vorauskommandos fliegen im Juni 2006 von Deutschland nach Kinshasa.Bild 50 von 88 20 Tage später folgt das Hauptkontingent.Bild 51 von 88 Es hat auch Material für den Bau eines mobilen Krankenhauses an Bord.Bild 52 von 88 Diskussionen gibt es, weil befürchtet wird, die deutschen Soldaten könnten auf Kindersoldaten treffen.Bild 53 von 88 Doch nachdem über 16.000 Kinder- und Jugendliche entwaffnet werden, minimiert sich das Risiko.Bild 54 von 88 Der Einsatz der EUFOR RD CONGO ist auf die Hauptstadt Kinshasa konzentriert, das "politische Gravitationszentrum" des Landes und damit auch die instabilste Region.Bild 55 von 88 Hier eine deutsche Patrouille kurz vor dem erstan Wahlgang.Bild 56 von 88 Im Stützpunkt: Zelte, Wäscheleinen, Leben auf engstem Raum.Bild 57 von 88 Die Straßen in Kinshasa.Bild 58 von 88 Im Zuge der Wahlkämpfe der beiden Kontrahenten Joseph Kabila und Jean-Pierre Bemba kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen.Bild 59 von 88 Und mittendrin die europäischen Soldaten.Bild 60 von 88 Der erste Wahlgang am 30.Juli 2006 endet ohne eindeutiges Ergebnis. Keiner der Kandidaten bekommt die absolute Mehrheit. Somit verlängert sich der Einsatz der Soldaten bis mindestens Ende Oktober 2006. Dann wird es eine Stichwahl geben. Kosten für den Einsatz bisher: über 50 Mio Euro.Bild 61 von 88 Die Operationen Enduring Freedom (OEF) und Active Endeavour (OAE).Bild 62 von 88 Beide sind eine direkte Antwort auf die Terroranschläge des 11. September 2001 auf das World Trade Center. Der NATO-Rat beschließt den Bündnis-Fall, sieht den Anschlag als "Angriff auf alle".Bild 63 von 88 Unter amerikanischer Leitung operiert die deutsche Marine am Horn von Afrika und im Mittelmeer. Mit dabei sind auch französische, italienische und pakistanische Verbände.Bild 64 von 88 Ziel der Missionen ist es, die Seeverbindungslinien im Operationsgebiet zu kontrollieren und den Seeverkehr zu dokumentieren.Bild 65 von 88 Der Transport von "Personen und Gütern (Waffen, Munition, Drogen), die der Unterstützung des internationalen Terrorismus dienen" soll verhindert werden.Bild 66 von 88 Als Stützpunkt bei der OEF dient der deutschen Marine der Hafen Djibouti,...Bild 67 von 88 ...streng bewacht von Soldaten.Bild 68 von 88 Auf dem Meer am Horn von Afrika kontrolliert die Marine ein Gebiet, das acht Mal so groß ist wie die Bundesrepublik. Es umfasst das Rote Meer, den Golf von Aden,...Bild 69 von 88 ...die Arabische See, den Golf von Oman bis hin zur Straße von Hormus.Bild 70 von 88 Außerdem fahren die Schiffe Patrouille entlang der Küste von Somalia.Bild 71 von 88 Und immer wieder bringen die Soldaten Waffenschmuggler auf.Bild 72 von 88 Die UN-Mission UNMEE (United Nations Mission in Ethiopia and Eritrea) in Äthiopien und Eritrea.Bild 73 von 88 Zwischen den beiden "Armenhäusern Afrikas" herrschte lange Krieg.Bild 74 von 88 Die UN-Soldaten kontrollieren das im Jahr 2000 geschlossene "Abkommen von Algier", das den Frieden regelt.Bild 75 von 88 Außerdem räumen die Truppen Minen.Bild 76 von 88 Die Bundeswehr unterstützt die UNMEE-Mission mit zwei Militärbeobachtern.Bild 77 von 88 Nur einen deutschen Militärbeobachter gibt es bei der UNAMA, die in Afghanistan rechtsstaatliche Strukturen ausbaut.Bild 78 von 88 Dafür sind 36 deutsche Soldaten im Sudan eingesetzt. Und zwar im Zuge der UN-Mission UNMIS (United Nations Mission in Sudan). Bei der zweiten UN-Mission im Sudan, der AMIS (African Union Mission in Sudan), hat die deutsche Bundeswehr keine Soldaten stationiert, unterstützt die Mission aber mit der Luftwaffe.Bild 79 von 88 Der Auftrag der deutschen Soldaten im Zuge der UNMIS lautet,...Bild 80 von 88 ...UN-Projekte in der Region zu organisieren, die Entwaffnung und Reintegration von Bürgerkriegskämpfern zu leiten,...Bild 81 von 88 ...humanitäre Aufgaben...Bild 82 von 88 ...zu erfüllen und die Regierung beim Aufbau einer Zivilpolizei zu unterstützen.Bild 83 von 88 Die elfte Mission mit deutscher Beteiligung: die UNOMIG (United Nations Observer Mission in Georgia). Die Mission dient der Entschärfung des Konfliktes zwischen Georgiern und Abchasen. Letztere hatten sich 1992 als von Georgien unabhängig erklärt. Als Folge gab es Krieg.Bild 84 von 88 Eine Soldatin verteilt Schulmaterial an Kinder.Bild 85 von 88 Zurzeit stellt die Bundeswehr in Georgien drei Militärbeobachter, drei Ärzte und fünf Sanitäter.Bild 86 von 88 In Deutschland stationiert ist der STRATAIRMEDEVAC, ein strategischer und taktischer Verwundeten-Lufttransport. 42 Spezialisten der Bundeswehr stehen in Bereitschaft, um verwundete Soldaten aus den Krisengebieten zu holen.Bild 87 von 88 Die Zahl der Auslandseinsätze der Bundeswehr wird sich nun wohl erhöhen. (Text: Jochen Müter)Bild 88 von 88
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