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Donnerstag, 23. Juni 2016

Von Euro-Kondom bis Kuh-Windel: Die Hassliebe der britischen Presse zur EU

Von Ann-Katrin Sättele

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Großbritanniens Klatschpresse ohne tösende Empörung über skurrile  Auswüchse der EU-Bürokratie? Bei einem Brexit müssten die Blätter darauf wohl verzichten. Oft waren die Meldungen aber nicht mehr als heiße Luft, ... (Foto: REUTERS)

Großbritanniens Klatschpresse ohne tösende Empörung über skurrile Auswüchse der EU-Bürokratie? Bei einem Brexit müssten die Blätter darauf wohl verzichten. Oft waren die Meldungen aber nicht mehr als heiße Luft, ...

Großbritanniens Klatschpresse ohne tösende Empörung über skurrile Auswüchse der EU-Bürokratie? Bei einem Brexit müssten die Blätter darauf wohl verzichten. Oft waren die Meldungen aber nicht mehr als heiße Luft, ...

... wie zum Beispiel im September 1994. Damals kursierte das Gerücht, die EU verbiete den Verkauf krummer Bananen. Gleich vier britische Klatschblätter haben sich auf diese Meldung gestürzt.

Total Banane, sagt die EU. Laut Verordnung muss das Obst bei Einfuhr zwar unbeschädigt sein und eine entsprechende Größe vorweisen. Einen vorgeschriebenen Krümmungsgrad gebe es aber nicht.

Auch ein mögliches Verbot des berühmten Doppeldeckerbusses wurde 1998 in den britischen Medien ausgiebig diskutiert. Aber alles halb so wild - der Vorschlag wurde abgelehnt.

Zwei Jahre später sollten laut "Independent" dann alle Kondome in gleicher Größe hergestellt werden. One size fits all? Ganz falsch ist das nicht. Immerhin müssen Kondome, laut EU-Norm, mindestens 16 Zentimeter lang sein.

Die EU ist der Meinung, dass auch abgepackte Industriepasta als "frisch" bezeichnet werden darf. Die Aufregung war 2012 groß - in diesem Fall überwiegend in der italienischen Presse.

Ob diese Empfehlung aber wirklich umgesetzt wird, dürfen die Staaten frei entscheiden. Frisch soll auch der Fisch sein ...

... und so bestellte das Klatschblatt "Sun" 2001 einmal demonstrativ "Hippoglossus und Chips" anstelle von "Fish and Chips", um die Bürokratien in Brüssel lächerlich zu machen. Die hatten nämlich mit dem Gedanken gespielt, die lateinischen Namen als Produktbezeichnung beim Fischverkauf vorzuschreiben. Der Vorschlag wurde allerdings nicht angenommen. Die genaue Bezeichnung ist den Briten bei einem anderen Traditionsprodukt wiederum sehr wichtig, ...

... denn ein schottischer Kilt ist streng genommen kein Rock und auf gar keinen Fall Frauenkleidung. In den EU-Statistiken werde die Tracht aber als solche eingeordnet, schrieben 2003 empörte britische Medien. Schuld war am Ende allerdings das Statistikamt auf der Insel. Immer schön bedeckt ...

... sollten sich angeblich auch Kellnerinnen halten. "Finger weg von den Brüsten", titelte die "Sun" 2005. Dass die EU ein Dirndl-Verbot forderte, ist allerdings falsch. Tatsächlich forderte sie Gastronomiebetreiber auf, ihr Personal vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen - zumindest, wenn sie im Sommer lange draußen arbeiten.

Für einen tierischen Aufreger sorgte 2014 ein drohendes Düngeverbot in den Alpen. "Totaler Unsinn", empörte sich die "Daily Mail" über den Bürokratenvorstoß, der auf der Insel wohl kaum jemanden betraf. Aus Protest steckte ein Bauer seine Milchkuh Doris sogar kurzerhand in eine Riesen-Pampers.

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