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Afghanistan, Irak, Pakistan, Mexiko, Somalia, Darfur: Die Kriege auf der Erde

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Die Zahl der Kriege und gewaltsamen Konflikte auf der Erde ist erneut zurückgegangen. Doch Grund zum Optimismus gibt es noch lange nicht. (Foto: REUTERS)

Die Zahl der Kriege und gewaltsamen Konflikte auf der Erde ist erneut zurückgegangen. Doch Grund zum Optimismus gibt es noch lange nicht.

Die Zahl der Kriege und gewaltsamen Konflikte auf der Erde ist erneut zurückgegangen. Doch Grund zum Optimismus gibt es noch lange nicht.

2010 gibt es weltweit noch immer 28 "hochgewaltsame Konflikte" - nachzulesen im Konfliktbarometer des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung.

Ein Jahr zuvor zuvor waren es noch 31. Sechs dieser Konflikte bezeichnen die Forscher als Krieg, zwei weniger als im Jahr zuvor.

Trotz des Rückgangs der Konflikte könne man aber nicht "von einer Entspannung bis hin zu weltweit friedlicheren Tendenzen" sprechen, sagt Lotta Mayer, Chefin der Heidelberger Forscher.

Dass Kriege deeskalieren, heiße noch lange nicht, dass gleichzeitig auch eine entsprechende Friedensbewegung in Gang gesetzt werde. "Wir sprechen zwar nicht mehr von Kriegen, aber in den meisten Fällen immer noch von hochgewaltsamen Krisen", so Mayer.

Schaut man auf die Konfliktkarte der Heidelberger Wissenschaftler, dann zieht sich der Konfliktgürtel von der afrikanischen Nordküste über das Horn von Afrika, die arabische Halbinsel, Afghanistan und Pakistan bis zur koreanischen Halbinsel, China und Myanmar. Dunkel hervorgehoben sind die Länder, in denen nach Auffassung der Forscher Krieg herrscht.

Zu einem Krieg wird ein gewaltsamer Konflikt nach Definition des Heidelberger Instituts dann, wenn er "mit einer gewissen Kontinuität organisiert und systematisch Gewalt eingesetzt wird". Für die Einordnung entscheidend ist auch das Ausmaß der Zerstörung.

Sechs hochgewaltsame Konflikte stufen die Experten 2010 als Kriege ein: Sie finden in Pakistan, Afghanistan, Irak, Somalia, Mexiko und in Darfur statt.

In Pakistan führt das Militär eine Großoffensive gegen die Taliban. Insgesamt forderte dieser Krieg im Jahr 2010 etwa 6800 Menschenleben und damit über 2000 mehr als im letzten Jahr.

In Kampfhandlungen zwischen Taliban und der afghanischen Regierung sterben über 1200 Zivilisten und fast ...

... 700 Soldaten der internationalen Truppen. Das ist die ...

... höchste internationale Opferzahl seit Beginn des US-amerikanischen Einsatzes in Afghanistan 2001.

Auch im Irak herrscht Krieg - dort kommen bei Anschlägen durch militante sunnitische Gruppierungen über 3000 Menschen ums Leben.

Schon mehr als 20 Jahre kämpfen in Somalia verschiedene Kriegsherren, Clans und Milizen gegeneinander.

Bei Auseinandersetzungen zwischen militanten islamistischen Gruppierungen und ...

... der somalischen Regierung sterben alleine in Mogadischu zwischen Januar und Oktober etwa 2200 Zivilisten.

In der sudanesischen Region Darfur werden allein im Mai etwa 440 Menschen getötet.

Die Auseinandersetzungen zwischen Drogenkartellen und der mexikanischen Regierung eskalieren zum ersten Krieg der Region Nord- und Südamerika seit 2003.

Alle genannten Konflikte werden bereits seit Jahren hochgewaltsam ausgetragen.

Das Konfliktbarometer der Heidelberger Forscher zeigt: Im europäischen Raum gibt es keine ernste Krise - außer in Russland. (Legende: 1 - Latenter Konflikt, 2 - Manifester Konflikt, 3 - Krise, 4 - ernste Krise, 5 - Krieg)

In Nord- und Südamerika zählen die Forscher gleich mehrere ernste Krisen.

Mit je neun hochgewaltsamen Konflikten sind der Vordere und Mittlere Orient sowie ...

... Asien die meistbetroffenen Regionen der Erde, gefolgt von ...

... Afrika südlich der Sahara mit fünf.

Die Konflikte stehen in vielfältigen Zusammenhängen miteinander, beispielsweise durch Schmuggel von Waffen, Drogen oder Rohstoffen, ...

.... transnationale Zusammenarbeit von bewaffneten Gruppierungen oder ...

... das Übergreifen von Konflikten auf Nachbarländer.

Trotz des Rückgangs der Gesamtzahl kriegerischer Konflikte weltweit warnt das Heidelberg-Institut vor zu großen Hoffnungen auf ein friedlicheres Klima.

Die Anzahl der gewaltsamen Krisen sei um mehr als 10 Prozent auf derzeit 126 Fälle gestiegen, betont Mayer. "Krisen bergen zwar das Potenzial einer friedlichen Beilegung, jedoch ebenso das einer weiteren Eskalation auf kriegerisches Niveau in sich."

Kriminalität, ...

... soziale Ungleichheit, Armut und Hunger stellen weiterhin zentrale Bedrohungen von Frieden und Sicherheit dar und ...

... bilden einen Nährboden für neue Konflikte.

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