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Entscheidender Kampf im amerikanischen Bürgerkrieg: Die Schlacht von Gettysburg

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Die Schlacht von Gettysburg gilt als wichtiger Wendepunkt im amerikanischen Bürgerkrieg. Drei Tage lang, vom 1. bis zum 3. Juli 1863, kämpfte Südstaaten-General Robert Lee für die Konföderierten gegen die Unionsarmee der Nordstaaten. Über 5000 Soldaten starben, mehr als 40.000 wurden verletzt. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Schlacht von Gettysburg gilt als wichtiger Wendepunkt im amerikanischen Bürgerkrieg. Drei Tage lang, vom 1. bis zum 3. Juli 1863, kämpfte Südstaaten-General Robert Lee für die Konföderierten gegen die Unionsarmee der Nordstaaten. Über 5000 Soldaten starben, mehr als 40.000 wurden verletzt.

Die Schlacht von Gettysburg gilt als wichtiger Wendepunkt im amerikanischen Bürgerkrieg. Drei Tage lang, vom 1. bis zum 3. Juli 1863, kämpfte Südstaaten-General Robert Lee für die Konföderierten gegen die Unionsarmee der Nordstaaten. Über 5000 Soldaten starben, mehr als 40.000 wurden verletzt.

Die Kämpfe stoppten die Offensive Lees und seiner Nord-Virginia-Armee, die immer wieder in den Norden vorgedrungen war. Von da an befand sich die Union auf fast allen Kriegsschauplätzen in der Offensive.

Begonnen hatten die Auseinandersetzungen mit der Wahl Abraham Lincolns zum 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Sein Amtsantritt war zwar nicht Ursache, aber Anlass für die Beschleunigung von Ereignissen, die Amerika in einen vier Jahre langen blutigen Bürgerkrieg stürzen sollten.

Ein Krieg, in dem über 600.000 Menschen starben und mehr Soldaten ihr Leben ließen als in jedem anderen Konflikt der amerikanischen Geschichte.

Als am 12. April 1861 bei einem Angriff der Rebellen aus den Südstaaten auf Fort Sumter in South Carolina die ersten Schüsse fielen, war dies das Ergebnis jahrelanger wirtschaftlicher, sozialer und politischer Spaltung Amerikas.

Auf der einen Seite die Union, die von den Nordstaaten dominiert wurde: In der industriellen Entwicklung stark voranschreitend, profitierte der Norden von einem Zustrom weißer Einwanderer aus Europa. Auf der anderen Seite der dünn besiedelte Süden, in dem die meisten Menschen von Plantagenwirtschaft lebten.

Für den Süden war zudem die Sklaverei ein wichtiger politischer und wirtschaftlicher Faktor. Politisch, weil die Anzahl der Sitze im Repräsentantenhaus von der Bevölkerungszahl der Bundesstaaten abhing und Sklaven zu drei Fünfteln auf die Bevölkerungszahl angerechnet wurden, obwohl sie kein Wahlrecht besaßen. Sie sicherten den bevölkerungsärmeren Südstaaten also mehr Einfluss gegenüber dem Norden.

Wirtschaftlich waren die Sklaven als unbezahlte Arbeitskräfte eine wichtige Stütze des rohstoffproduzierenden Südens. Während in den Nordstaaten die industrielle Produktion voranschritt und den Wohlstand mehrte, waren die Südstaaten auf ihre arbeitsintensive Plantagenwirtschaft angewiesen.

Der Export von Baumwolle, Tabak, Zuckerrohr und anderer Anbauprodukte hätte sich durch die Abschaffung der Sklaverei massiv verteuert. Ebenso preistreibend hätte sich die Einführung von Schutzzöllen ausgewirkt, die der Norden wegen seiner Industrieprodukte gegen billige Importe aus dem Ausland wollte.

Die Spaltung verschärfte sich seit etwa 1830 immer stärker, zumal in den Nordstaaten die Forderungen nach einer Abschaffung der Sklaverei immer lauter wurden und mit dem Abolitionismus eine gesellschaftliche Bewegung ins Leben rief. Ihre Mitglieder gründeten zusammen mit Teilen der Demokraten sowie anderen Gruppen 1854 die Republikanische Partei, die unter anderem die Beschränkung beziehungsweise Abschaffung der Sklaverei zum Ziel hatte.

Als Abraham Lincoln 1860 für die Republikaner die Präsidentschaftswahlen gewann, war das für die Südstaaten der Anlass, sich vom Norden zu lösen: Als erster Staat erklärte South Carolina am 20. Dezember seinen Austritt aus der Union, noch bevor Lincoln überhaupt sein Amt angetreten hatte. Abgesehen davon galt der neue Präsident als gemäßigter Gegner der Sklaverei: Er wollte sie nicht in allen Staaten abschaffen, sondern nur ihre Ausbreitung auf weitere Teile der Union verhindern.

Doch die Sezessionsbefürworter im Süden setzen sich durch, im Februar 1861 gründeten South Carolina, Mississippi, Georgia, Louisiana, Florida und Alabama die Konföderierten Staaten von Amerika: mit eigener Flagge und eigener Hauptstadt. Und da das Fort Sumter in South Carolina lag und noch immer von Unionstruppen besetzt war, eröffneten Soldaten der Konföderation am 12. April um 4.30 Uhr Ortszeit das Feuer. Der amerikanische Bürgerkrieg hatte begonnen.

Fast alle Schlachten fanden auf dem Gebiet der Südstaaten statt. Gekämpft wurde aber an tausenden Orten. Selbst vor Japan gab es Seegefechte. Die Soldaten waren im Schnitt 25 Jahre alt, viele aber nicht einmal 15, die jüngsten gerade 9. (nachgespielte Bürgerkriegsszene von 1981)

Zwei Prozent der US-Bürger starben in dem Krieg. In Cold Harbor fielen in nur 20 Minuten 7000 Männer. Und doch legte erst der Krieg den Grundstein für den Aufstieg der USA zur Weltmacht.

Der Süden hatte die fähigeren Generäle. Etwa den brillanten Robert E. Lee, der, seine Truppen fast immer deutlich in Unterzahl, in einer Schlacht nach der anderen siegte.

Oder John Magruder, der vor der Südstaaten-Hauptstadt Richmond (im Bild) nur 10.000 Mann hatte, sie aber immer wieder über denselben Hügel marschieren ließ. Unionsgeneral George McClellan ließ sich durch diese Kriegslist trotz 13-facher Übermacht ins Bockshorn jagen - und forderte Verstärkung an.

Der Bruderkrieg nahm mitunter bizarre Formen an. Etwa, wenn die Gegner sich gegenseitig anfeuerten. "Der Mut der Männer war so unbeschreiblich, dass wir vergaßen, dass sie unsere Feinde waren", schrieb ein Südstaaten-Offizier vor Fredericksburg. "Immer wieder brachten wir Hochrufe auf sie aus" - um sie dann zusammenzuschießen.

Der Riss ging nicht selten durch die Familien. Nach einem Seegefecht vor Galveston bei Houston fand ein Südstaaten-Major auf einem gegnerischen Schiff einen sterbenden Leutnant - es war sein Sohn.

Die Sklaverei spielte als Kriegsgrund zwar von Anfang an eine wichtige Rolle. Doch war sie keineswegs von Anfang an so eindeutig beantwortet, wie es im Rückblick scheint. Denn auch der Norden war sich keinesfalls einig. Auf Millionen ungelernte Arbeiter hatten die Tagelöhner des industrialisierten Nordens keine Lust. In New York überfielen sie Rekrutierungsbüros, jagten Schwarze durch die Stadt und erhängten oder verbrannten sie.

Präsident Lincoln verfügte erst 1862 die Befreiung der Sklaven. Damit adelte er den Bürgerkrieg zu einem Befreiungskrieg und Frankreich und Großbritannien konnten den Süden nicht mehr als unabhängig anerkennen.

Aber das taktische Kalkül brachte dem Norden noch einen anderen Vorteil: Als man die Schwarzen endlich ließ, strömten sie in die Unionsarmee.

Zu Kriegsende waren zehn Prozent der Soldaten schwarz - bei gerade einmal einem Prozent Bevölkerungsanteil. (nachgespielte Bürgerkriegsszene von 1959)

Noch andere drängten nach vorn: Frauen übernahmen Aufgaben, die kurz zuvor noch undenkbar für sie waren. Im Süden pflegte Sally Tompkins mit nur sechs Frauen 1333 Verwundete. Außer 73 überlebten alle - die beste Bilanz aller Lazarette. Im Norden folgte Mary Ann Bickerdyke der Armee den ganzen Krieg durch 19 Schlachten, war bei Amputationen dabei und versorgte die Soldaten. General William Sherman sagte über "Mutter Bickerdyke" knapp: "Sie steht höher im Rang als ich".

Der Bürgerkrieg beschleunigte auch die Entwicklung von Waffen.

Erstmals wurden etwa eiserne Panzerschiffe eingesetzt. Die Südstaaten hatten 1862 die CSS Virginia in die Schlacht geschickt, ein gepanzertes Kanonenboot, das den hölzernen Schiffen des Nordens deutlich überlegen war. Dem setzte der Norden jedoch schnell die USS Monitor (im Vordergrund) entgegen.

Das Gefecht zwischen beiden Schiffen endete mit einem Patt. Jedoch zog sich die Virginia zurück und wurde schließlich von den Konföderierten selbst zerstört, damit das Panzerschiff nicht der Union in die Hände fallen konnte.

Außerdem wurden auch erstmals U-Boote bei Seegefechten eingesetzt, die mit ihren Torpedos erfolgreich Schiffe versenkten.

Viele Verluste gab es während des Kriegs auch aus anderen Gründen. Die hygienischen Zustände waren eine Katastrophe. Doppelt so viele Soldaten wie auf dem Schlachtfeld starben an Krankheiten. In den Lazaretten wurden im Akkord Arme und Beine abgesägt, zumeist war Brandy das einzige Schmerzmittel.

Im normalen Lagerleben klagten die Soldaten über verdorbenes Fleisch und dicke Würmer im Reis. Auf dem Kaffee waren Käfer, schrieb einer nach Hause, "aber man konnte sie leicht abschöpfen und sie hinterließen weiter keinen Geschmack".

Letztlich hatte der Norden den längeren Atem. Das Bruttosozialprodukt des gesamten Südens war gerade ein Viertel so hoch wie das des Staates New York. Zudem hatte der Norden 21 Millionen Einwohner, der Süden gerade neun - von denen vier Millionen Sklaven waren.

Entscheidend für den Sieg des Nordens war auch die Eroberung des Mississippi. Denn die Kontrolle des Flusses durch die Union teilte die Konföderation. Zudem sorgte die Blockade der Häfen für Nachschubprobleme der Südstaaten-Armee.

1865, nach vier Jahren, war der Krieg schließlich vorbei, auch wenn die Folgen noch heute zu spüren sind. Der Süden ist nach wie vor ganz hinten bei Wirtschaftskraft und Bildung, ganz vorn bei Arbeitslosigkeit und Armut (Foto aus Charleston von 1865).

Aber die USA hatten nach dem Krieg die Kraft, das Land bis zum Pazifik zu erschließen und erst eine Wirtschafts- und dann eine Weltmacht zu werden (General-Jackson-Statue auf dem Schlachtfeld von Manassas).

Der Historiker Shelby Foote: "Der Bürgerkrieg hat uns zu dem gemacht, was wir sind. Im Guten wie im Schlechten. Wenn man den amerikanischen Charakter des 20. Jahrhunderts verstehen will, muss man sich die Katastrophe des 19. vergegenwärtigen."

Die Kapitulation wurde in einem Wohnzimmer in dem Örtchen Appomattox Courthouse unterzeichnet. General Lee, der erfolgreichste General des Südens, streckte seine Waffen nieder. Bis zum Sommer 1865 folgten die übrigen Armeen der Konföderation.

Am 18. Dezember 1865 trat dann der 13. Verfassungszusatz in Kraft, der die Sklaverei auf dem gesamten Bundesgebiet der Vereinigten Staaten abschaffte.

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