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Politik

Kinder in höchster Not: Die UNICEF-Fotos 2007

 
Seit Dezember 1946 beschäftigt sich die UNICEF (United Nations International Children's Emergency Fund) mit der Situation von Kindern weltweit. Sie ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Seit Dezember 1946 beschäftigt sich die UNICEF (United Nations International Children's Emergency Fund) mit der Situation von Kindern weltweit. Sie ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Not und Elend der Schwächsten ist der Alltag für die rund 7000 Mitarbeiter in 160 Ländern.

Prominente Botschafter sorgen für Öffentlichkeit, hier Roger Moore.

Die UNICEF will Sprachrohr sein für Kinder, auf deren Schicksal aufmerksam machen. Denn Millionen leben in schlimmsten Verhältnissen.

Krieg, Hunger, Verwahrlosung, Kinderarbeit, Prostitution - das sind die Stichworte.

Bilder können, das weiß auch die UNICEF, oft mehr sagen als Worte. Daher zeichnet die Organisation ein Mal im Jahr die besten Fotos aus, die ...

... das Leben von Kindern dokumentieren. Es sind Momente der Verzweiflung, des Schreckens oder psychischer oder physischer Gewalt. Hier nun die prämierten Bilder. Zunächst die "lobenden Erwähnungen", im Anschluss die Plätze drei bis eins.

"Schmerzgrenze" heißt die Serie von Bildern, die der israelische Fotograf Nir Elias geschossen hat.

Die Fotos entstanden an der Sportuniversität im chinesischen Shanghai.

Die Schüler einer Turnerklasse sind erst zwischen fünf und neun Jahre alt.

Es gibt tausende Sportschulen in China. Und jeder Schüler gilt als künftiger Hoffnungsträger für die Olympischen Spiele.

Und so wird gnadenlos gedrillt, ...

... oft bis zur physischen und psychischen Erschöpfung.

Schon für die Jüngsten ...

... gilt das Leistungsdiktat.

Rücksicht auf die körperliche Konstitution: Fehlanzeige.

Und so müssen diese Jungen fünf Minuten an der Stange hängen. Bis ihnen die Tränen kommen.

Der britisch-kanadische Fotograf Finbarr O'Reilly nahm die Bilder für die Serie "Ein Haus der Hoffnung" in Kinshasa im krisengeschüttelten Kongo auf.

Als er eines Tages in der Stadt wieder einmal Unruhen, Schießereien und aufgebrachte Menschen fotografiert, stößt er durch Zufall auf ein Heim für Mädchen und Jungen, die durch Kinderlähmung verkrüppelt sind.

Es ist ein ruhiges Haus. Fast beschaulich. Er empfindet es wie eine Oase der Hoffnung, der Einigkeit und des Optimismus in einem riesigen, von Verzweiflung gezeichnetem Land.

Die Kinder hören ohrenbetäubend laute Musik und laufen auf ihren Krücken im Hof einem aus Lumpen zusammengenähten Fußball hinterher.

Nachts schlafen sie zusammengekuschelt ohne Decken auf dem nackten Boden.

Die Kinderlähmung bedroht in einigen Ländern noch immer Leben und Gesundheit der Kinder - auch wenn das Virus durch Massenimpfungen bereits stark zurückgedrängt werden konnte.

Um den Erreger endgültig auszurotten, müssen gerade Kinder in entlegenen Gebieten oder in Krisengebieten geimpft werden.

Hier sind die Kinder halbwegs in Sicherheit.

Während draußen der Kongo in Anarchie versinkt.

Ein Land, das für seine Ärmsten keine Chancen bietet.

Die US-amerikanische Fotografin Renée C. Byer hat die alleinstehende Mutter Cyndie F. und ihren Sohn Derek auf ihrem schweren Weg begleitet.

Im November 2004 erfährt die 39-Jährige, dass ihr jüngster Sohn an Krebs erkrankt ist.

Ein Neuroblastom wütet im Körper des Zehnjährigen.

Das ist ein Krebs, der sich von den Nervenzellen aus ...

... über den ganzen Körper ausbreitet.

Von diesem Tag an wächst Cyndie über sich hinaus.

"Die Liebe einer Mutter" heißt Byers Serie von eindrucksvollen, intimen Bildern.

Mit ihrer Kamera hat sie alles eingefangen: Hoffnung, ...

... Schmerzen ...

... und schließlich den Tod.

Jonathan Torgovnik wollte für sein Projekt 50 Frauen finden, ...

... die während des Genozids in Ruanda vor 13 Jahren vergewaltigt wurden ...

... und als Folge ein Kind von ihren Peinigern empfingen.

Er hat es geschafft.

Zu sehen sind Mütter mit ihren Kindern, zwischen denen auf der einen Seite Distanz, aber ...

... doch auch große Liebe herrscht.

„Als ich schwanger war, wollte ich sterben. Ich versuchte, mich umzubringen. Dann bekam ich Angst. Ich überlegte mir, das Kind zu bekommen und es dann umzubringen", erzählt eine Frau.

Eine andere schildert: "Ich habe das Kind nie geliebt. Ich muss mich dazu zwingen."

Überfälle, Tod und Zerstörung gehören seit Jahren zum Alltag im ...

... palästinensischen Gazastreifen.

Der Fotograf Hatem Moussa ist dort aufgewachsen. Seit 1998 arbeitet er dort.

Seine Fotos zeigen, wie sich der andauernde Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern auf die Zivilbevölkerung auswirkt.

Zwei Drittel aller Familien leben unterhalb der Armutsgrenze.

In den palästinensischen Gebieten sind zehn Prozent aller Kinder in ihrem Wachstum zurückgeblieben, ...

... weil sie an chronischer Mangelernährung leiden.

Täglich werden Kinder verletzt oder getötet.

Ein ewiger Kreislauf der Gewalt.

Szenenwechsel.

Schauplatz Japan. Steve Achiam hat die folgenden Schwarz-Weiß-Bilder geschossen.

Hideo ist vierzehn und möchte gern einer der Bodyguards des Kaisers von Japan werden.

Dafür braucht er Kampfsporterfahrung.

"Das Beste am Sumotraining ist, dass ich andere auf den Boden werfen kann", sagt Kenta, 11 Jahre alt.

Vier Mal am Tag bekommen die Nachwuchskämpfer Gemüse, ein bis zwei Kilo Fleisch, fünf Eier und vier große Schüsseln Reis.

Nachdem sein Bett unter ihm zusammengebrochen ist, schläft Hideo auf dem Boden.

Viele japanischen Eltern sehen Sumotraining als eine Schule fürs Leben wie Ballett. Sumo ist nicht nur ein Spiel, sondern ein Lebensstil, der von der Bevölkerung sehr respektiert wird.

Es geht auch um viel Geld. Ca. 12 Millionen Zuschauer zahlen jährlich für eine Eintrittskarte und tragen zur Berühmtheit der kleinen Kämpfer bei.

Tausende schmerzvoller Stunden des Trainings werden auf diese Weise "belohnt". Aber eine Lebenskarriere als Sumoringer ist auch mit einer geringeren Lebenserwartung verbunden.

Deutschland, Fernsehland.

Wo die Kamera klickt, steht eine Glotze. Davor: Kinder.

Fotograf Wolfram Hahn hat eine genial einfache Idee brillant umgesetzt. "Kinder sehen fern", heißt seine Arbeit.

Zum Vorschein kommen erstarrte, in Teilnahmslosigkeit versunkene Kinder. Regungslos, auch leblos irgendwie.

Auf jeden Fall sind sie kein Bild ...

... der Fröhlichkeit.

Offiziell ist der Krieg vorbei.

Doch was hat sich verändert für die Kinder in Tschetschenien, in der Hauptstadt Grosny, in den Dörfern und in den Flüchtlingslagern der Nachbarrepublik Inguschetien?

Grosnys Straßen blühen auf in nie gesehenem Glanz; doch die meisten Menschen leiden weiter an Hunger und Kälte.

Und viel mehr noch an den Traumata der endlosen Kriegsjahre.

Musa Sadulajew begleitet mit seiner Kamera seit vielen Jahren ...

... den Alltag der Kinder in seiner Heimat.

Seine Aufnahmen zeigen Zerstörung und Aufbau, ...

... Hoffnung, Resignation und ...

... Neuanfang.

Wenn auch mit bescheidenen Mitteln.

Tschetschenien ist auf der Suche nach einem neuen Normalzustand.

Die Müllkippe "Aroma Smokey Mountain" in der philippinischen Hauptstadt Manila.

Hier leben Menschen, besser: sie überleben irgendwie.

Die Kinder helfen bei der Arbeit, es wird ...

... Holzkohle hergestellt.

Hartmut Schwarzbach schoss die Fotos von den unterernährten Kindern, von denen keines ...

... lesen oder gar schreiben kann.

Stattdessen stehen die Kleinen stundenlang im beißenden Rauch oder ...

... schleppen Wasser heran, um die Feuer abzulöschen.

Den dritten Platz des UNICEF-Preises bekommt Schwarzbach speziell für dieses Bild. Es zeigt die neunjährige Annalyn, die fröhlich auf einem Sessel hüpft. Ihr Traum: Sie möchte Lehrerin werden.

Horror Kinderarbeit, festgehalten von GMB Akash aus Bangladesch.

Nach Schätzungen arbeiten dort 4,7 Millionen Kinder unter härtesten Bedingungen.

In Lackiereien, Gerbereien und Werkstätten werden gerade sie ausgenutzt, um mit ...

... gefährlichen Chemikalien zu hantieren.

Der Lohn: weniger als ein Dollar am Tag, etwa ein Drittel des Lohns eines Erwachsenen.

Die Kinder sind stolz, weil sie ihre Familien ernähren.

Aber sie sind auch sichtlich erschöpft und überfordert.

Stupide und monoton ist der Alltag, ...

... eine Kindheit gibt es nicht.

Akash bekommt den zweiten Preis für dieses Bild. Ein etwa 12-jähriger Junge schuftet in einer Ziegelei.

Zwischen 2005 und 2007 entstanden in ...

... Afghanistan, Nepal und Äthiopien diese Bilder der Fotografin Stephanie Sinclair.

Sie zeigen so genannte "Kinderheiraten".

Millionen Mädchen werden weltweit ...

... im Kindesalter mit älteren Männern verheiratet. Manche der Mädchen sind erst neun oder zehn Jahre alt.

Im Vordergrund stehen wirtschaftliche Interessen der beteiligten Familien.

Diese haben natürlich nichts mit den Wünschen der Mädchen zu tun. Ein selbstbestimmtes Leben bleibt verwehrt.

Die "Kinder-Braut" ist das Handelsgut.

Je jünger sie ist, desto höher ist der Brautpreis.

Platz eins für dieses Foto aus Afghanistan. Stephanie Sinclair lichtete hier die elfjährige Ghulam mit ihrem 40 Jahre alten Bräutigam Mohammed ab.

Das Bild voller Gegensätze wurde "UNICEF-Foto des Jahres 2007". Sinclair bekam die Anerkennung aus den Händen von Schirmherrin Eva Luise Köhler überreicht. (Alle Bilder: UNICEF, dpa / Text: Jochen Müter mit Material von UNICEF)

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