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"German Angst": Die größten Sorgen der Deutschen

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Wovor haben die Deutschen eigentlich am meisten Angst? (Foto: imago stock&people)

Wovor haben die Deutschen eigentlich am meisten Angst?

Wovor haben die Deutschen eigentlich am meisten Angst?

Das wollen die R+V-Versicherungen bereits seit 20 Jahren von jeweils etwa 2500 Bundesbürgern wissen. Jedes Mal wird dabei nach denselben Grundängsten ...

... wie die vor Erkrankung, Arbeitslosigkeit oder Naturkatastrophen gefragt, ...

... hinzu kommen Sonderfragen aufgrund aktueller Ereignisse und Themen. Im Jahr 2012 war die Euro-Schuldenkrise ...

... die größte Sorge der Deutschen. Das hat sich nicht geändert: ...

... Die Euro-Schuldenkrise jagt den Deutschen der neuen Umfrage zufolge weiterhin die größte Angst ein. Rund zwei Drittel der Bundesbürger (68 Prozent) fürchten, als Steuerzahler für die Eurokrise büßen zu müssen. Im Vergleich zum Vorjahr sank diese Sorge aber um fünf Prozentpunkte.

Ein Umfrageergebnis sorgt diesmal für Überraschung: Die Angst vor einer Überforderung der Politik ist stark zurückgegangen. Demnach ...

... sank die Zahl der Deutschen, die fürchten, dass Politiker ihren Aufgaben nicht gewachsen sein könnten, im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozentpunkte und lag mit 45 Prozent auf dem bisher niedrigsten Stand - entgegen dem vor Wahlen üblichen Trend.

Das wird die Politiker nicht nur überraschen, sondern auch freuen. Im vergangenen Jahr lag die Sorge vor ihrer Überforderung mit 55 Prozent noch auf dem zweiten Platz der Rangliste der drängendsten Ängste, 2003 hatten sich sogar 65 Prozent davor gefürchtet. Bei der Umfrage 2013 schaffte es diese Sorge nun gerade auf Platz sechs.

Der als Berater an der Studie beteiligte Politikwissenschaftler Manfred Schmidt verwies zur Erklärung auf den steigenden Konjunkturoptimismus: "Wenn die Furcht vor einer schlechteren Wirtschaftslage zurückgeht, sinkt auch die Sorge vor einer Überforderung der Politiker".

Weitaus mehr fürchten sich die Deutschen vor steigenden Lebenshaltungskosten, Naturkatastrophen ...

... und vor einem Dasein als Pflegefall im Alter. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Angst am stärksten gewachsen. 55 Prozent fürchten, ...

... einmal ein Pflegefall zu werden - insbesondere Frauen. 2012 waren es noch 50 Prozent. Damit liegt diese Sorge ...

... sogar weit vor der Furcht, arbeitslos zu werden (36 Prozent).

Neben der Euro-Schuldenkrise machen sich die Deutschen auf der Liste ihrer Top-Ängste die größten Sorgen um steigende Lebenshaltungskosten (61 Prozent) wie Strom, Lebensmittelpreise und Mieten.

Danach folgt die Angst vor Naturkatastrophen (56 Prozent) - wohl eine Folge des Hochwassersommers.

Die Hälfte der Befragten, genau 50 Prozent, fürchten sich vor einer Verschlechterung der Wirtschaftslage.

Gleich darauf folgt mit 49 Prozent die Sorge vor einer schweren Erkrankung; ...

... 43 Prozent der Umfrageteilnehmer fürchten sich vor Terrorismus.

Die geringste Angst haben die Bundesbürger vor Scheidung, Straftaten und Vereinsamung - sie liegen bei den 16 abgefragten "Grundängsten" hinten.

Die Syrienkrise hat die Angst vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung nur leicht ansteigen lassen - von 29 auf 32 Prozent.

Insgesamt bescheinigte die Studie den Deutschen relative Gelassenheit. Der "Angstindex" als Durchschnitt aller über die Jahre hinweg immer wieder abgefragten Ängste ...

... sei im Vergleich zu 2012 zwar um einen Prozentpunkt gestiegen, bleibe mit 41 Prozent jedoch auf niedrigem Niveau, erklärt die Versicherung.

Die Terroranschläge in New York 2001 und die Wirtschaftskrise ab 2008 hatten diesen Wert zeitweise auf 50 Prozent und höher klettern lassen.

Auffällig bleibt aber, dass die Ängste der Deutschen stark um das Thema wirtschaftliche und soziale Sicherheit kreisen - mehr als in anderen Ländern.

Aus der Luft gegriffen seien diese Sorgen nicht, sagt Politologe Manfred Schmidt. "Die Deutschen haben ein Gespür für die Großwetterlage und neigen zu einer realistischen Bestandsaufnahme."

Auch wenn die Eurokrise im laufenden Wahlkampf keine große Rolle spiele, sähen die Bundesbürger nicht einfach über ihre Risiken hinweg.

Die Deutschen seien aber "kein Volk von Angsthasen", so Schmidt weiter. Von der gern unterstellten "German Angst" möchte er nicht sprechen. Eher von einem "gesunden Realismus", der die Deutschen davor bewahre, Risiken wie die Euro-Schuldenkrise auch auf längere Sicht zu unterschätzen.

Zum ersten Mal geben sich die Ostdeutschen in der Befragung auch nicht mehr ängstlicher als die Westdeutschen. Die optimistischsten ...

... Bundesbürger leben in Berlin (nur 33 Prozent der Hauptstadtbewohner haben große Angst vor der Zukunft) und Thüringen (39 Prozent), die pessimistischsten in Sachsen-Anhalt (47), Mecklenburg-Vorpommern (46), Brandenburg (44) und Bayern (43).

Traditionell befragt die Versicherung seit 1992 in den Monaten Juni und Juli rund 2400 Bundesbürger ab 14 Jahren zu ihren Ängsten. Mit seinen Langzeit-Vergleichen ist das Ranking damit ein Seismograph deutscher Befindlichkeiten. (abe/dpa/AFP)

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