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Es ist soweit: In einer feierlichen Zeremonie eröffnen die Vereinigten Staaten von Amerika am 4. Juli 2008 ihre neue Botschaft in Berlin.
Ein symbolträchtiges Zeichen: Es ist der US-amerikanische Unabhängigkeitstag.
Fast 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kehren die US-Amerikaner an ihren historischen Botschaftsstandort am Brandenburger Tor zurück.
Es ist der Ort, an dem noch vor 19 Jahren die Berliner Mauer eine Stadt, Deutschland und zwei politische Systeme trennte.
Zur Einweihung wird auch der frühere Präsident George Bush senior erwartet, der sich nach dem Fall der Mauer 1989 entschieden für die deutsche Einheit eingesetzt hatte.
US-Botschafter William Timken, Jahrgang 1938, ist sich der Symbolik des Festtages bewusst. "Es schließt sich ein großer Kreis. Das ist ein historischer Moment."
Von seinem Botschaftsbüro hat er Vergangenheit und Gegenwart jeden Tag aufs Neue vor Augen. Sein Blick schweift vom Holocaust-Mahnmal über den neu erbauten Potsdamer Platz zur Quadriga auf dem Brandenburger Tor und weiter Richtung Reichstagskuppel.
Symbolik heißt für Timken auch, dass die Amerikaner, erst Kriegsgegner, dann Besatzer, dann Luftbrücken-Helfer und Schutzmacht West-Berlins, nach ihrem Truppenabzug nun als Partner im Herzen der Hauptstadt residieren.
Sie sind Nachbarn der französischen Botschaft, ...
... der Akademie der Künste ...
... oder des Hotels Adlon.
Der 130 Millionen US-Dollar (rund 84 Millionen Euro) teure Botschaftsbau des US-Architektenbüros Moore Ruble Yudell aus Kalifornien schließt die letzte Baulücke am Pariser Platz.
Das Gebäude selbst ist wegen seiner wenig offenen Architektur umstritten.
Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher: "Eine Botschaft hätte es verdient, ein offeneres Gesicht nach außen zu tragen. Es gibt Bauten am Pariser Platz, die innovativer, kreativer und architektonisch präziser mit den Bauvorgaben umgegangen sind."
Die architektonischen Schwächen der US-Botschaft liegen nach Lüschers Meinung in erster Linie an den strengen Sicherheits- und Nutzungsvorgaben des Bauherrn an die Architekten.
Vom Baumaterial und den Farben her passe sich die Botschaft dem Pariser Platz akzeptabel an, sagte Lüscher. US-Architekten wie Frank Gehry, der das Bankgebäude neben der Vertretung entwarf, seien aber kreativer mit Bauvorgaben umgegangen.
Berliner Architekturkritiker haben bereits im Mai nach dem Fall der Baugerüste Unverständnis über die Anmutung des Botschaftsgebäudes geäußert.
So nannte Kritiker Gerwin Zohlen den Bau in der Tradition der Postmoderne der 80er Jahre "merkwürdig uninspiriert und erstaunlich lieblos ausgeführt". Zohlen verbindet mit dem Anblick des Gebäudes eine "Bunker-Mentalität".
Die Lästerei über die äußere Form der Botschaft weist aber eher auf ein Grundproblem hin: Hohe Sicherheitsstandards sind mit der Architektur historisch gewachsener europäischer Innenstädte wenig vereinbar.
Die Bauarbeiten für die Berliner Botschaft begannen nach jahrelanger Verzögerung erst im Oktober 2004. Grund für die Verspätung war ein heftiger Streit über die Sicherheitsvorkehrungen.
So war von einem 30 Meter tiefen Schutzstreifen, der den Tiergarten tangiert hätte, und von Pollern und Wachhäusern die Rede.
Dieses Bild mitsamt schwer bewaffneten Polizisten bot sich Berlinern und ihren Besuchern jahrelang am Boulevard Unter den Linden, wo die alte US-Botschaft schon zu DDR-Zeiten ihren Sitz hatte.
Gegen eine festungsartige Botschaft am Pariser Platz, der "guten Stube" Berlins, sträubte sich der Senat.
Anfang 2002 schließlich legten die USA und der Berliner Senat ihre Streitigkeiten überraschend bei. Kern der Übereinkunft: Die Schutzvorrichtungen wurden in das von außen nicht einsehbare Innere des mehrstöckigen Botschaftsbaus verlegt.
Es blieb trotzdem ein 18 Meter Sicherheitsstreifen um die Botschaft, und die Behrenstraße wurde ein Stück nach Süden verlegt.
"Dieses neue Gebäude bietet der amerikanischen Regierung eine sichere, voll funktionsfähige diplomatische Plattform", heißt es auf der Internet-Seite der US-Vertretung.
Dort wird auch auf die Auflockerung der Fassade hingewiesen: Sie werde durch eine Reihe größerer bildhauerischer Formen auf jeder Seite entstehen: Öffnungen mit Metall- und Glasinhalten, die in die Mauern gemeißelt, auf sie aufgesetzt oder außerhalb platziert wurden.
Und so sieht der eigentliche Eingang der Botschaft auf der Seite des Pariser Platzes aus.
Eine "Welle" aus Stahl überragt den Eingangsbereich.
Im Inneren des Gebäudes weist die Botschaft auch einige verbindende Symbole zu Deutschland auf. Etwa den Weißkopfseeadler, das US-Wappentier, ...
... der in der Meissener Porzellan-Manufaktur gefertigt wurde. Eine Geste an das Gastland.
Zudem findet sich ein Stück der Berliner Mauer im Innenhof der Botschaft wieder, ...
... neben der eine Totem-Skulptur des amerikanischen Künstlers Ellsworth Kelly steht. (Alle Bilder dpa, AP)
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