Es ist soweit: In einer feierlichen Zeremonie eröffnen die Vereinigten Staaten von Amerika am 4. Juli 2008 ihre neue Botschaft in Berlin.Bild 1 von 33 Ein symbolträchtiges Zeichen: Es ist der US-amerikanische Unabhängigkeitstag.Bild 2 von 33 Fast 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kehren die US-Amerikaner an ihren historischen Botschaftsstandort am Brandenburger Tor zurück.Bild 3 von 33 Es ist der Ort, an dem noch vor 19 Jahren die Berliner Mauer eine Stadt, Deutschland und zwei politische Systeme trennte.Bild 4 von 33 Zur Einweihung wird auch der frühere Präsident George Bush senior erwartet, der sich nach dem Fall der Mauer 1989 entschieden für die deutsche Einheit eingesetzt hatte.Bild 5 von 33 US-Botschafter William Timken, Jahrgang 1938, ist sich der Symbolik des Festtages bewusst. "Es schließt sich ein großer Kreis. Das ist ein historischer Moment."Bild 6 von 33 Von seinem Botschaftsbüro hat er Vergangenheit und Gegenwart jeden Tag aufs Neue vor Augen. Sein Blick schweift vom Holocaust-Mahnmal über den neu erbauten Potsdamer Platz zur Quadriga auf dem Brandenburger Tor und weiter Richtung Reichstagskuppel.Bild 7 von 33 Symbolik heißt für Timken auch, dass die Amerikaner, erst Kriegsgegner, dann Besatzer, dann Luftbrücken-Helfer und Schutzmacht West-Berlins, nach ihrem Truppenabzug nun als Partner im Herzen der Hauptstadt residieren.Bild 8 von 33 Sie sind Nachbarn der französischen Botschaft, ...Bild 9 von 33 ... der Akademie der Künste ...Bild 10 von 33 ... oder des Hotels Adlon.Bild 11 von 33 Der 130 Millionen US-Dollar (rund 84 Millionen Euro) teure Botschaftsbau des US-Architektenbüros Moore Ruble Yudell aus Kalifornien schließt die letzte Baulücke am Pariser Platz.Bild 12 von 33 Das Gebäude selbst ist wegen seiner wenig offenen Architektur umstritten.Bild 13 von 33 Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher: "Eine Botschaft hätte es verdient, ein offeneres Gesicht nach außen zu tragen. Es gibt Bauten am Pariser Platz, die innovativer, kreativer und architektonisch präziser mit den Bauvorgaben umgegangen sind."Bild 14 von 33 Die architektonischen Schwächen der US-Botschaft liegen nach Lüschers Meinung in erster Linie an den strengen Sicherheits- und Nutzungsvorgaben des Bauherrn an die Architekten.Bild 15 von 33 Vom Baumaterial und den Farben her passe sich die Botschaft dem Pariser Platz akzeptabel an, sagte Lüscher. US-Architekten wie Frank Gehry, der das Bankgebäude neben der Vertretung entwarf, seien aber kreativer mit Bauvorgaben umgegangen.Bild 16 von 33 Berliner Architekturkritiker haben bereits im Mai nach dem Fall der Baugerüste Unverständnis über die Anmutung des Botschaftsgebäudes geäußert.Bild 17 von 33 So nannte Kritiker Gerwin Zohlen den Bau in der Tradition der Postmoderne der 80er Jahre "merkwürdig uninspiriert und erstaunlich lieblos ausgeführt". Zohlen verbindet mit dem Anblick des Gebäudes eine "Bunker-Mentalität".Bild 18 von 33 Die Lästerei über die äußere Form der Botschaft weist aber eher auf ein Grundproblem hin: Hohe Sicherheitsstandards sind mit der Architektur historisch gewachsener europäischer Innenstädte wenig vereinbar.Bild 19 von 33 Die Bauarbeiten für die Berliner Botschaft begannen nach jahrelanger Verzögerung erst im Oktober 2004. Grund für die Verspätung war ein heftiger Streit über die Sicherheitsvorkehrungen.Bild 20 von 33 So war von einem 30 Meter tiefen Schutzstreifen, der den Tiergarten tangiert hätte, und von Pollern und Wachhäusern die Rede.Bild 21 von 33 Dieses Bild mitsamt schwer bewaffneten Polizisten bot sich Berlinern und ihren Besuchern jahrelang am Boulevard Unter den Linden, wo die alte US-Botschaft schon zu DDR-Zeiten ihren Sitz hatte.Bild 22 von 33 Gegen eine festungsartige Botschaft am Pariser Platz, der "guten Stube" Berlins, sträubte sich der Senat.Bild 23 von 33 Anfang 2002 schließlich legten die USA und der Berliner Senat ihre Streitigkeiten überraschend bei. Kern der Übereinkunft: Die Schutzvorrichtungen wurden in das von außen nicht einsehbare Innere des mehrstöckigen Botschaftsbaus verlegt.Bild 24 von 33 Es blieb trotzdem ein 18 Meter Sicherheitsstreifen um die Botschaft, und die Behrenstraße wurde ein Stück nach Süden verlegt.Bild 25 von 33 "Dieses neue Gebäude bietet der amerikanischen Regierung eine sichere, voll funktionsfähige diplomatische Plattform", heißt es auf der Internet-Seite der US-Vertretung.Bild 26 von 33 Dort wird auch auf die Auflockerung der Fassade hingewiesen: Sie werde durch eine Reihe größerer bildhauerischer Formen auf jeder Seite entstehen: Öffnungen mit Metall- und Glasinhalten, die in die Mauern gemeißelt, auf sie aufgesetzt oder außerhalb platziert wurden.Bild 27 von 33 Und so sieht der eigentliche Eingang der Botschaft auf der Seite des Pariser Platzes aus.Bild 28 von 33 Eine "Welle" aus Stahl überragt den Eingangsbereich.Bild 29 von 33 Im Inneren des Gebäudes weist die Botschaft auch einige verbindende Symbole zu Deutschland auf. Etwa den Weißkopfseeadler, das US-Wappentier, ...Bild 30 von 33 ... der in der Meissener Porzellan-Manufaktur gefertigt wurde. Eine Geste an das Gastland.Bild 31 von 33 Zudem findet sich ein Stück der Berliner Mauer im Innenhof der Botschaft wieder, ...Bild 32 von 33 ... neben der eine Totem-Skulptur des amerikanischen Künstlers Ellsworth Kelly steht. (Alle Bilder dpa, AP)Bild 33 von 33