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Sonntag, 16. Juli 2017

Fuhrpark des Todes: Die rollenden Bomben des IS

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Beim Sturm auf Mossul haben irakische Sicherheitskräfte in den vergangenen Wochen dutzende dieser Gefährte beschlagnahmt und auf dem Gelände einer Polizeistation abgestellt. Was aussieht, wie ein Fuhrpark aus dem Film "Mad Max", ist eine der wirksamsten Waffen der Terrormiliz IS im Kampf gegen nahende Bodentruppen. (Foto: REUTERS)

Beim Sturm auf Mossul haben irakische Sicherheitskräfte in den vergangenen Wochen dutzende dieser Gefährte beschlagnahmt und auf dem Gelände einer Polizeistation abgestellt. Was aussieht, wie ein Fuhrpark aus dem Film "Mad Max", ist eine der wirksamsten Waffen der Terrormiliz IS im Kampf gegen nahende Bodentruppen.

Beim Sturm auf Mossul haben irakische Sicherheitskräfte in den vergangenen Wochen dutzende dieser Gefährte beschlagnahmt und auf dem Gelände einer Polizeistation abgestellt. Was aussieht, wie ein Fuhrpark aus dem Film "Mad Max", ist eine der wirksamsten Waffen der Terrormiliz IS im Kampf gegen nahende Bodentruppen.

Was den Dschihadisten beim Equipment fehlt, machen sie vielerorts durch die Todesbereitschaft ihrer Ideologie wett. Die Fahrzeuge werden mit großen Mengen Sprengstoff beladen und von einem Selbstmordattentäter in die Nähe der feindlichen Truppen gelenkt.

Die Explosionswirkung ist in der Regel verheerend, wie in diesem Screenshot eines IS-Propagandavideos zu sehen sein soll. In Pick-Ups, wie sie der IS meistens zu diesem Zweck verwendet, können mehrere hundert Kilogramm Sprengstoff Platz finden.

Weil in der Vergangenheit wiederholt die Fahrer der rollenden Bomben von Scharfschützen erschossen wurden, bevor sie ihr Ziel erreichen konnten ...

... hat der IS ganze Werkstätten eingerichtet, um die Fahrzeuge, die im Militärjagon auch als SVBIED (Suicide Vehicle Based Improvised Explosive Device) bezeichnet werden, möglichst ohne Verlust des Fahrers ins Ziel zu bringen.

Dazu werden die handelsüblichen PKWs mit dicken Stahlplatten verkleidet, um den Fahrer vor den Projektilen der Scharfschützen zu schützen.

Teilweise, wie bei diesem Modell, wird auch Panzerglas verbaut, das die Islamisten aus Fahrzeugen der irakischen oder syrischen Armee erbeutet haben. Die Öffnung in der Motorhaube soll den Motor vor Überhitzung schützen.

Auch die Reifen der Fahrzeuge werden geschützt, damit die Fahrt nicht endet, bevor der Dschihadist am Steuer sich in die Luft sprengen will.

Zum Teil wurden die Wagen sogar mit langen Anbauten versehen, damit Raketen, die auf sie abgeschossen werden, explodieren, bevor sie auf die eigentliche Panzerung schlagen.

In den vergangenen Wochen ging der Trend bei den rollenden Bomben jedoch wieder hin zum normalen Aussehen eines PKW. Die Sicherheitskräfte im Irak und in Syrien sind stark sensibilisiert auf die martialisch aussehenden Gefährte. Mit großem Aufwand haben IS-Monteure daher versucht, die Panzerung innerhalb der regulären Form der PKW-Modelle unterzubringen.

In dem Fuhrpark des Grauens findet sich auch dieses Gefährt: Es ist ein Anhänger für einen LKW, in den ein Turm eines Panzers eingebaut wurde. So konnte das großkalibrige Geschütz bewegt werden, ohne direkt als solches erkannt zu werden.

Historisch gehen die ersten Anschläge mit Autobomben im großen Stil vermutlich auf die israelische Stern Gang zurück, die in den 40er-Jahren Anschläge gegen Palästinenser und die britische Mandatsverwaltung in Palästina verübte. Erst danach adaptierten islamische Terrororganisationen die perfide Waffe.

Und auch im Zweiten Weltkrieg waren ähnliche Waffen bekannt. Der ferngesteuerte Panzer Goliath der Wehrmacht war ein schwer gepanzertes und mit großen Mengen Sprengstoff beladenes Fahrzeug. Dabei saß allerdings kein Mensch am Steuer - der Goliath wurde aus der Distanz ferngesteuert. (bdk)

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