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Ruhani muss Nackte nicht ertragen: Die verhüllten Statuen von Rom

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Irans Präsident Hassan Ruhani ist auf Europatour. (Foto: REUTERS)

Irans Präsident Hassan Ruhani ist auf Europatour.

Irans Präsident Hassan Ruhani ist auf Europatour.

Nach dem Wegfall der Sanktionen gegen das Land spekuliert manch einer auf lukrative Wirtschaftsdeals. So auch die Italiener, deren Ministerpräsident Matteo Renzi den Staatsmann aus dem Nahen Osten am 25. und 26. Januar in Rom empfing.

Eine gute Gelegenheit, dem Gast die kulturellen Höhepunkte der italienischen Hauptstadt zu zeigen.

Doch Ruhani bekam in der Stadt, in der das weltberühmte Kolosseum steht, nicht alles zu sehen.

Beim Rundgang durch die Kapitolinischen Museen stand Ruhani vor Dutzenden solcher Holzaufbauten.

Aus Respekt vor dem Glauben des Muslim haben sich die Gastgeber entschieden, nackte Skulpturen zu verhüllen.

In Italien ist er Aufschrei groß. Giuseppe Civati, ein Abgeordneter der regierenden Demokratischen Partei, bezeichnete die Aktion als "enormen Provinzialismus".

Die Aussage des linksliberalen Politikers ist noch halbwegs zaghaft. Deutlicher wird der Fraktionsvorsitzende der rechten Partei Fratelli d'Italia, Fabio Rampelli: Die Verhüllung sei eine Schande und Beleidigung der westlichen Kultur. Die Entscheidung sei Wasser auf die Mühlen des islamistischen Terrors.

Lega-Nord-Parteisekretär Matteo Salvini hält die Maßnahme für "Schwachsinn". Und seine Parteifreundin Barbara Saltamartini bezeichnete sie als "x-ten Akt der Unterwerfung unter eine Kultur, die nicht zu uns gehört". Die Ausstellungsstücke bekämen den Hijab, also den islamischen Vollschleier, verpasst.

Und der Kunstkritiker Vittorio Sgarbi sagte schlicht: "Ich glaube nicht, dass Präsident Ruhani überrascht gewesen wäre, in Rom nackte Statuen zu sehen."

Fest steht jedenfalls: Der Akt der Selbstzensur ist nicht der erste Fall dieser Art. Als im Oktober 2015 der Kronprinz von Abu Dhabi, Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan, in Florenz zu Besuch war, ersparte ihm Renzi ebenfalls unangenehme Anblicke.

Die Skulptur "Gazing Ball" von Jeff Koons im Palazzo Vecchio wurde dem solventen Gast vom Golf damals vorenthalten.

Am 27. Januar ist übrigens Tamim bin Hamad Al Thani, der Emir von Katar, in Rom zu Besuch. Manch einer fragt sich wohl, was ihm dann vorenthalten wird.

Und Ruhani? Der schaut in Paris vorbei. Die Stadt ist auch nicht eben ein Hort der Sittlichkeit.

Die Helfer des dortigen Regenten, Präsident Francois Hollande, geben sich im Übrigen weniger entgegenkommend. Die Bitte der iranischen Delegation, zum Essen auf Wein zu verzichten, lehnte der Élysée-Palast rundweg ab. Das Ansinnen wurde damals hinter vorgehaltener Hand als "lächerlich" bezeichnet. Das Essen fällt nun einfach aus.

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