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Peter Struck, Parteisoldat mit Hang zum Klartext: "Ein großer Sozialdemokrat" ist gestorben

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Peter Struck war ein Sozialdemokrat, der sowohl in seiner eigenen Partei als auch von politischen Gegnern geachtet und geschätzt wurde. (Foto: dpa)

Peter Struck war ein Sozialdemokrat, der sowohl in seiner eigenen Partei als auch von politischen Gegnern geachtet und geschätzt wurde.

Peter Struck war ein Sozialdemokrat, der sowohl in seiner eigenen Partei als auch von politischen Gegnern geachtet und geschätzt wurde.

Er gehörte 29 Jahre dem Bundestag an, davon 8 Jahre als Fraktionschef der SPD.

In der Zeit der Großen Koalition von 2005 bis 2009 sorgte er mit Unionsfraktionschef Volker Kauder für viele Kompromisse.

Zugleich demonstrierte er, dass er sich auch von Kanzlerin Angela Merkel den Mund nicht verbieten ließ ("Die CDU kann mich mal"). Die SPD-Fraktion stand fast immer geschlossen hinter ihm - geschätzt wurde besonders auch seine Geradlinigkeit.

Merkel erklärte, Struck sei "ein bedeutender Parlamentarier und großer Sozialdemokrat" gewesen.

"In der Großen Koalition habe ich ihn als einen hart argumentierenden, dabei jedoch stets verlässlichen Partner kennen- und schätzengelernt."

Bis heute legendär ist das "Strucksche Gesetz": Struck hatte einmal erklärt, dass kein Gesetz den Bundestag so verlasse, wie der Entwurf dazu eingebracht wurde.

Damit stellte er die Macht der Abgeordneten gegenüber der Regierung klar. Bis heute berufen sich Parlamentarier immer wieder darauf.

Nach seinem Abschied aus dem Bundestag 2009 wurde es ruhig um Struck. Zuletzt war er Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.

Erst zwei Tage vor seinem Tod war er in diesem Amt bestätigt worden.

Zu den größeren Herausforderungen danach zählte die Schlichtung im Konflikt um einheitliche Tarifstandards in der Bahnbranche Ende 2010. Eine Paraderolle für Struck.

Struck war 1964 in die SPD eingetreten.

Nach der Promotion zum Dr. jur. arbeitete er zunächst in der Hamburger Verwaltung.

Von 1990 bis 1998 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion.

Von 1998 bis 2009 stand Struck ununterbrochen in der vordersten Reihe der SPD.

Nach der Entlassung des SPD-Politikers Rudolf Scharping aus dem Kabinett wurde Struck 2002 Verteidigungsminister.

Um den auch in der rot-grünen Koalition umstrittenen Afghanistan-Einsatz zu rechtfertigen, betonte er Ende 2002: "Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt."

Auch dieser Satz wird bis heute von vielen Politikern immer wieder zitiert.

Für das Amt des Verteidigungsministers entwickelte er eine große Leidenschaft, weil er einen engen Draht zu den Soldaten knüpfen konnte.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, die Nachricht von Strucks Tod erfülle ihn "mit tiefster Trauer". Struck habe die Soldaten gemocht und sie ihn. "Die Gedanken der ganzen Bundeswehr und meine eigenen sind in dieser schweren Stunde bei den Angehörigen".

In seiner Ministerzeit erlitt Struck einen Schlaganfall, von dem er sich langsam wieder erholte.

Zu Strucks großen Leidenschaften außerhalb der Politik gehörte das Motorradfahren.

Er wurde am 24. Januar 1943 in Göttingen geboren und starb am 19. Dezember in einem Berliner Krankenhaus an den Folgen eines Herzinfarkts.

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