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Freitag, 05. August 2016

Wenn Haare lügen: Eine kurze Geschichte der Frisur von Donald Trump

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Es gibt Männer, die haben viele Haare. (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Es gibt Männer, die haben viele Haare.

Es gibt Männer, die haben viele Haare.

Es gibt Männer, die haben keine Haare.

Und es gibt Männer, die gern mehr Haare hätten.

Damit sind wir bei Donald Trump.

Sein Haar ist echt, das lässt er hier von einer Anhängerin prüfen.

Und doch ist seine Frisur, nun ja, ungewöhnlich. Das war nicht immer so.

Ein Bild aus dem Jahr 1978, Trump ist wenige Tage zuvor 32 geworden. Noch ist er vor allem der Sohn des Immobilienunternehmers Fred Trump (nicht im Bild). Seine Frisur entspricht der damaligen Mode.

März 1984. Die 80er sind eindeutig Trumps Jahrzehnt.

Seine Leidenschaft für wallendes Haar passt in diese Zeit wie die Eislaufbahn in den Central Park (die Trump in wenigen Monaten renoviert, nachdem die Stadt New York es jahrelang nicht geschafft hatte).

In diesen Jahren entsteht die steife Fronthaartolle, die bis heute sein Markenzeichen ist - hier ein Bild mit Schwergewichtsweltmeister Mike Tyson vom Juli 1988.

Als die 80er dem Ende zugehen, ist Trump Mitte 40.

Mit den Haaren eines Don Johnson aus der TV-Serie "Miami Vice" kann er nicht mithalten (die beiden Damen auf dem Bild sind Trumps erste Frau Ivana und Schauspielerin Melanie Griffith).

Im Dezember 1993 heiratet Trump seine zweite Frau, die Schauspielerin Marla Maples.

Sein Haar scheint in dieser Zeit immer länger zu werden. Hier ein Bild aus dem Jahr 1994.

Und immer stärker wird der Eindruck, dass er etwas zu verbergen hat. Hier, im Oktober 1999, kündigt Trump bei Larry King an, für die Reform Party als Präsidentschaftskandidat anzutreten. Schon im Februar 2000 steigt er aus dem Rennen aus.

Und immer deutlicher wird, dass die linke Seite seine schwache Seite ist (hier ein Bild aus dem Jahr 2000 mit seinem Kumpel, dem Radiomoderator Howard Stern).

Unvorteilhafte Aufnahmen entstehen fast immer von links.

Noch ist die Farbe nicht dort angekommen, wo sie heute ist. Das Bild zeigt ihn im Mai 2003 mit seiner Freundin Melania Knauss, die 2005 seine dritte Frau wird.

Mitte der Nullerjahre ist es so weit. Haut und Haare nehmen langsam einen immer stärker leuchtenden Orangeton an.

Die Haare trägt Trump als Helm - hier im Juli 2006 mit Miss Universe.

Wobei es allerdings vorkommt, dass der Helm ausfranst ...

... oder sich einbeult.

Gelegentlich, wie hier im Juni 2008, schimmert die mutmaßlich echte Haarfarbe durch.

Kaum noch zu erkennen ist, wo die Haare anfangen und wo sie aufhören.

Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel trägt Trump gern Mützen (hier 2014 mit Tiger Woods).

Sein früherer Butler sagte der "New York Times" mal, eine weiße Mütze habe immer bedeutet, dass der Chef gute Laune hatte. Wenn er eine rote Mütze trug, sollte man ihm lieber aus dem Weg gehen.

Dieser Butler schrieb später auf seiner Facebookseite, Präsident Obama hätte in seiner ersten Amtszeit vom US-Militär als feindlicher Agent erschossen werden sollen, aber das nur am Rande.

Wenn die Farbenlehre des Butlers stimmt, hat Trump bei vielen Wahlkampfreden keine gute Laune.

Wichtiger allerdings als die Farbe der Mütze dürfte für Trump sein, dass er überhaupt eine Kopfbedeckung trägt.

Denn Veranstaltungen unter freiem Himmel haben es so an sich, dass es windig werden kann.

Und wir alle wissen, was passiert, wenn der Wind durch eine dieser peinlichen Frisuren fegt.

Trumps Frisur ist übrigens nicht nur eine Peinlichkeit auf dem Kopf eines 70-Jährigen mit seltsamer Hautfarbe.

Sie ist auch eine Metapher für sein Verhältnis zur Wahrheit und seine verwirrende und/oder verwirrte Art zu sprechen.

Erlauben Sie, dass wir dazu ein wenig ausholen.

Auf diesem Bild sehen wir Trump, wie er Mexikaner beleidigt. "Sie bringen Drogen mit. Sie bringen Verbrechen mit. Sie sind Vergewaltiger. Und einige, nehme ich an, sind gute Leute."

Hä? Mexikaner sind Vergewaltiger und gute Leute???

In diesem Interview sagt Trump: "Ich habe keine Beziehungen zu Putin" und "ich habe nie mit ihm telefoniert". Hm.

Zu diesen Aussagen gab es von ihm früher bereits das exakte Gegenteil: "Ich habe Beziehungen zu Putin" und "ich habe indirekt und direkt mit Präsident Putin gesprochen, der nicht netter hätte sein können".

Auf diesem Bild sehen wir, wie Trump einen Journalisten nachäfft, der unter der Krankheit Arthrogryposis leidet. Später bestritt er, dies getan zu haben.

Auf diesem Bild sagt Trump, dass es bei der Präsidentschaftswahl im November nicht mit rechten Dingen zugehen wird. "Ich fürchte, die Wahl wird manipuliert werden. Ich muss ehrlich sein." Eine gewagte Behauptung.

Die Nachrichtenseite Politico hat einmal 4,6 Stunden von Trumps Redezeit auf Wahlkampfveranstaltungen und Pressekonferenzen untersucht und kam zu dem Schluss, dass er im Schnitt alle fünf Minuten lügt.

"Zu lügen ist seine zweite Natur", sagt Tony Schwartz über Trump. Schwartz ist der Ghostwriter, der für Trump das Buch "The Art of the Deal" geschrieben hat.

Das bringt uns am Ende wieder zu seiner Frisur.

Wenn Haare lügen könnten, sie sähen so aus wie die von Donald Trump.

P.S.: Nicht nur seine Haare, auch seine Finger sind ein wunder Punkt für Trump. Aber das ist eine andere Geschichte.

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