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Sonntag, 27. September 2009

"So sehen Sieger aus": FDP rettet Schwarz-Gelb

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Erleichterung bei der CDU, … (Foto: dpa)

Erleichterung bei der CDU, …

Erleichterung bei der CDU, …

… Riesenjubel bei der FDP …

… und Schockstarre bei den Sozialdemokraten:

Deutschland steht vor einem Regierungswechsel, die nächste Bundesregierung wird schwarz-gelb.

"Ich habe schon mit Westerwelle telefoniert."

Eine sichtlich erleichterte Angela Merkel bleibt Bundeskanzlerin von Deutschland, …

… trotz des schlechtesten Ergebnisses für die Union seit 1949.

Dass nach elf Jahren wieder eine schwarz-gelbe Bundesregierung möglich wird, liegt vor allem an einer überragend starken FDP.

Guido Westerwelle hat das beste Ergebnis für die Liberalen in der Geschichte der Bundesrepublik erreicht.

Die "Guido-Guido"-Rufe ertönen auf der Wahlparty schon lange, bevor sich der FDP-Chef seinen Anhängern zeigt.

"Wir sind bereit, diese Verantwortung zu übernehmen", sagt Westerwelle vor Parteianhängern der Liberalen in Berlin.

Die FDP wolle nun "Deutschland mitregieren, weil wir dafür sorgen müssen, dass es ein faires Steuersystem gibt, faire Bildungschancen und dass die Bürgerrechte endlich wieder respektiert werden".

Nach vergeblichen Versuchen 2002 und 2005 schafft Westerwelle im dritten Anlauf den Sprung an die Macht. "So sehen Sieger aus", tönt es begeistert auf der Wahlparty.

Bei den Vorhersagen für die FDP jubeln auch die CDU- Anhänger kurz nach 18.00 Uhr am lautesten.

Um 18.02 Uhr dann die Rufe: "Angie, Angie, Angie."

Merkel kommt aber erst zu den Anhängern, nachdem sie den Auftritt ihres Konkurrenten Frank-Walter Steinmeier verfolgt hat und alle Hochrechnungen stabil sind.

Um kurz nach sieben erscheint sie auf der Bühne. 4000 Besucher sollen an diesem Abend im Adenauer-Haus sein. Die Leute schreien. "Sie sind glücklich, ich bin es auch", sagt Merkel. "Wir haben geschafft, unser Wahlziel zu erreichen."

Die Vorsitzende dankt ihren Anhängern und Wählern - und fügt ganz in ihrer Rolle als Präsidialkanzlerin hinzu, dass sie weiterhin "die Bundeskanzlerin aller Deutschen" sein wolle.

Das wollte Steinmeier auch. Der SPD-Kanzlerkandidat hat aber seine deutliche Niederlage schnell eingesehen und gegen 18.30 Uhr auch öffentlich eingestanden.

"Das ist eine bittere Niederlage", sagt der stellvertretende Parteivorsitzende in der SPD-Zentrale in Berlin. "Das ist ein bitterer Tag für die SPD."

Zugleich kündigt Steinmeier an, neuer Fraktionschef und damit Oppositionsführer werden zu wollen. "Ich habe diese Verantwortung als Spitzenkandidat gern getragen, und deshalb sage ich gerade an diesem bitteren Abend: Ich werde aus der Verantwortung nicht fliehen".

Als Opposition werde die SPD sehr genau darauf achten, wie sich die neue Regierung bewähre. "Die müssen jetzt beweisen, dass sie es können. Und ich behalte meine Zweifel, dass sie es können." Die SPD werde genau darauf achten, dass kein "Rückmarsch in die 90er Jahre" stattfinde.

SPD-Chef Franz Müntefering spricht seiner Partei Mut zu. "Die deutsche Sozialdemokratie wird sich auch wieder nach vorne kämpfen", zeigt er sich überzeugt.

"Wir haben unsere Aufgabe unverändert als Volkspartei." In der langen Geschichte der SPD habe es "ein Auf und Ab" gegeben. "Wir sind keine Partei von vorgestern, dieses Land braucht sozialdemokratisches Denken." Er betont, Parteivorsitzender bleiben zu wollen: "Alles, was ich dazu gesagt habe, gilt."

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