Zum dritten Mal haben das Magazin für Auslandspolitik und der Fonds für Frieden den so genannten "Index gescheiterter Staaten" ermittelt.Bild 1 von 60 Insgesamt wurde die Lage in 177 Staaten beleuchtet. Für die Analyse wurden 12.000 Quellen auf zwölf soziale, ökonomische und politische Indikatoren hin untersucht.Bild 2 von 60 Zu den sozialen Faktoren gehören: starkes Bevölkerungswachstum, große Flüchtlingsbewegungen, die zum Teil schwere humanitäre Krisen nach sich ziehen, und Racheabsichten verfeindeter Gruppen.Bild 3 von 60 Als ökonomische Indikatoren gelten: die ungleiche Verteilung des ökonomischen Wachstums und der Teilhabe daran vor allem entlang ethnischer Gruppenzugehörigkeiten sowie der starke oder ständige Verlust an Wirtschaftskraft.Bild 4 von 60 Politische Indikatoren sind eine zunehmende Kriminalisierung und die darauf folgende Delegitimierung des Staates, der fortschreitende Verfall öffentlicher Dienstleistungen und Verwaltungsstrukturen, die Aufhebung oder willkürliche Auslegung von Rechtsnormen sowie weit verbreitete Menschenrechtsverletzungen:Bild 5 von 60 Der Sicherheitsapparat wird zum Staat im Staate, die Eliten zersplittern, andere Staaten oder auswärtige politische Akteure intervenieren.Bild 6 von 60 Die Liste der bedrohten Staaten führt erneut der Sudan an. Das liegt vor allem an dem nach wie vor ungelösten Darfur-Konflikt.Bild 7 von 60 In der westsudanesischen Provinz gehen arabische Milizen mit offenkundiger Duldung der Regierung gegen sudanesische Stämme vor.Bild 8 von 60 Schätzungen zufolge kamen in dem Konflikt mehr als 200.000 Menschen ums Leben, 2,5 Millionen wurden vertrieben.Bild 9 von 60 Der Sudan spricht von 9.000 Toten. Die dort stationierten, schlecht ausgestatteten 7.000 Friedenssoldaten der Afrikanischen Union haben es bislang nicht geschafft, die Gewalt in Darfur zu stoppen.Bild 10 von 60 Das Land hat eine autoritär geführte Regierung unter Leitung von Präsident Omar Hassan al-Bashir von der NPC.Bild 11 von 60 Die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM), die südliche Rebellengruppe im sudanesischen Bürgerkrieg, ist zwar seit 2005 in einer Regierung der Nationalen Einheit vertreten, aber die NPC dominiert weiter die Regierung.Bild 12 von 60 Acht der zehn am stärksten gefährdeten Staaten liegen in Afrika.Bild 13 von 60 Auf Platz drei Somalia, ...Bild 14 von 60 ... danach Simbabwe, ...Bild 15 von 60 ... Tschad, ...Bild 16 von 60 ... Elfenbeinküste ...Bild 17 von 60 ... und Kongo.Bild 18 von 60 Auf Platz neun liegt Guinea, ...Bild 19 von 60 ... Rang 10 hat die Zentralafrikanische Republik inne.Bild 20 von 60 Die kolonialen Staatsschöpfungen in Afrika erweisen sich offenbar als besonders instabil.Bild 21 von 60 Viele nachkoloniale Regimes verstehen ihr Land lediglich als Instrument, um ihre ökonomischen und Herrschaftsbedürfnisse zu verwirklichen.Bild 22 von 60 Die nationalen Ressourcen werden wie Privateigentum ausgebeutet, weder der Staat noch die Bevölkerung profitieren vom Reichtum des Landes.Bild 23 von 60 Finanziert wird vor allem der Militär- und Polizeiapparat, der Aufbau einer geordneten Verwaltungsstruktur unterbleibt. Demokratische Institutionen werden nicht installiert.Bild 24 von 60 Korruption und das Fehlen einer gut organisierten Finanzverwaltung verhindern legale Staatseinnahmen über Steuern.Bild 25 von 60 Die Zentralregierungen zerfallender Staaten verlieren immer mehr die Kontrolle über weite Teile des Staatsgebietes.Bild 26 von 60 Parallel zu dieser Entwicklung steigen die Kriminalitätsraten, bewaffnete Konflikte um Einfluss und Macht brechen aus, die wiederum schwere humanitäre Krisen nach sich ziehen.Bild 27 von 60 Die einzigen nichtafrikanischen Staaten unter den ersten Zehn sind Irak ?Bild 28 von 60 ? und Afghanistan.Bild 29 von 60 Mehr als vier Jahre nach dem US-geführten Einmarsch in den Golfstaat hat sich im Irak das dritte Jahr in Folge die Lage verschlechtert. Inzwischen ist der Irak das zweitunsicherste Land der Welt.Bild 30 von 60 2006 lag der Irak noch an vierter Stelle. Inzwischen steht das Land am Rande eines Bürgerkriegs.Bild 31 von 60 Von Sunniten und Schiiten gegeneinander geführte Terrorangriffe und Gegenanschläge fordern täglich Dutzende Menschenleben.Bild 32 von 60 Neben dem von ausländischen Islamisten dominierten El Kaida-Ableger des getöteten Abu Mussab al-Sarkawi gibt es den bewaffneten Widerstand irakisch-sunnitischer Aufständischer und schiitische Milizen.Bild 33 von 60 Noch immer ist keine tragfähige Zivilverwaltung etabliert, eine gegenüber den verschiedenen Ethnien neutrale staatliche Autorität gibt es nicht.Bild 34 von 60 Die wirtschaftliche Situation vieler Iraker verschlechtert sich noch immer. Experten zufolge kann man derzeit am Beispiel des Irak den Zerfall eines Staates beobachten.Bild 35 von 60 Afghanistan ist der neuen Umfrage zufolge auf Platz acht. Damit hat sich das Land von Platz 11 (2005) und Platz 10 (2006) weiter verschlechtert.Bild 36 von 60 Nach dem Sturz der Taliban im Jahr 2001 blieb die Sicherheitslage des Landes kritisch und hat sich insbesondere seit Ende 2005 wieder verschlechtert.Bild 37 von 60 Landesweit kommt es immer wieder zu ethnischen Verfolgungen in dem Vielvölkerstaat.Bild 38 von 60 Seit der Verabschiedung der Verfassung von 2004 ist Afghanistan eine Islamische Republik mit einem präsidialen Regierungssystem.Bild 39 von 60 Praktisch ist die Macht der Regierung jedoch auf die Hauptstadt Kabul beschränkt, während der Rest des Landes in der Hand verschiedener regionaler Kriegsherren ist.Bild 40 von 60 Schwere Unwetter haben die wirtschaftliche Lage des Landes zunehmend verschlechtert, zudem wird in den entlegenen Landesteilen am Drogenanbau festgehalten.Bild 41 von 60 Nach über 20 Jahren Dauerkrieg in dem Land sind die intellektuellen Eliten Afghanistans geflüchtet und auch nach dem Sturz der Taliban kaum zur Rückkehr zu bewegen.Bild 42 von 60 Die Forscher haben ihre Rangfolge in vier Kategorien gegliedert und unterscheiden alarmierende Staaten, Länder, die vor einem zunehmenden Zerfall gewarnt werden, moderate und nachhaltige Staaten.Bild 43 von 60 Ungeachtet der Position in der Rangfolge gibt es deutliche Absteiger. Zu ihnen gehört Libanon.Bild 44 von 60 Nachdem nach dem Ende des Bürgerkriegs 1991 Erfolge beim Wiederaufbau der politischen Strukturen zu verzeichnen waren, ist das Land durch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Hisbollah und Israel wieder deutlich instabiler geworden.Bild 45 von 60 Das Problem der palästinensischen Flüchtlinge hat sich durch die Kampfhandlungen erneut verschärft. Sie bleiben ohne jede Chance, Bürger zu werden, und sind immer wieder Ziel von verschiedensten Formen der Diskriminierung.Bild 46 von 60 Die Hisbollah blieb nach dem Ende der Kämpfe im Besitz ihrer Waffen und die Regierung von Fouad Siniora gilt als extrem schwach.Bild 47 von 60 Ein positives Beispiel ist hingegen Liberia, das zwar seine Position in der Rangliste nicht verbessern konnte, jedoch erhebliche Fortschritte zu einem stabileren Staat gemacht hat.Bild 48 von 60 Nach einem Jahrzehnt Bürgerkrieg wurden die Milizen entwaffnet, mit der demokratischen Wahl von Staatspräsidentin Ellen Johnson-Sirleaf im November 2005 ist zudem der Grundstein für einen Neuanfang gelegt.Bild 49 von 60 Die Stabilisierung äußert sich auch in steigendem Wirtschaftswachstum.Bild 50 von 60 Nur 15 Staaten, davon elf europäische, bekamen die Bestnote der Studie: nachhaltig.Bild 51 von 60 Sieger ist dabei Norwegen, vor Finnland und Schweden.Bild 52 von 60 Deutschland erhielt immerhin die zweitbeste Bewertung mit moderat, liegt aber damit an 24. Stelle der Rangliste.Bild 53 von 60 Die besten Noten bekommt die Bundesrepublik bei der Stabilität öffentlicher Dienstleistungen und Verwaltungsstrukturen, ?Bild 54 von 60 ... die schlechtesten allerdings bei der ungleichen ökonomischen Entwicklung innerhalb verschiedener Gruppen.Bild 55 von 60 Die Macher der Studie verweisen darauf, dass zwei Milliarden Menschen in Staaten leben, die zusammenzubrechen drohen.Bild 56 von 60 Die Instabilität hat dabei viele Gesichter: entweder als über Jahre währende bewaffnete Konflikte oder durch die Existenz rechtsfreier Territorien innerhalb des Staatsgebiets, ohne dass es offene Revolten gegen die Regierung gibt.Bild 57 von 60 Manche Konflikte gründen sich auf Autonomie- oder Abspaltungsbestrebungen einzelner Bevölkerungsgruppen, andere auf das Agieren der Drogenmafia oder örtlicher Kriegsherren.Bild 58 von 60 Der Index bietet keine unmittelbaren Lösungen an, zeigt jedoch, dass lange diktatorisch geführte Gesellschaften die größten Risiken bergen.Bild 59 von 60 Mehr als Armut zerstört Ungleichheit die Stabilität von Staaten. Die Zeichen des drohenden Zerfalls zu erkennen, ist nach Ansicht des Fonds für Frieden in jedem Fall der erste Schritt. (Text: Solveig Bach)Bild 60 von 60