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Die Lebensgeschichte von Hertzko Haft: Ghetto, Auschwitz, Profiboxer

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Die Lebensgeschichte von Hertzko Haft (hier ein Bild von ihm als Profiboxer) klingt unglaublich. Erst kurz vor seinem Tod erzählt er sie seinen Kindern. (Foto: privat)

Die Lebensgeschichte von Hertzko Haft (hier ein Bild von ihm als Profiboxer) klingt unglaublich. Erst kurz vor seinem Tod erzählt er sie seinen Kindern.

Die Lebensgeschichte von Hertzko Haft (hier ein Bild von ihm als Profiboxer) klingt unglaublich. Erst kurz vor seinem Tod erzählt er sie seinen Kindern.

Sein Sohn Alan schreibt die Lebenserinnerungen auf und bringt sie als Buch heraus (in Deutschland im Verlag Die Werkstatt).

Zufällig stößt Comiczeichner Reinhard Kleist auf das Buch. Weil ihn die Geschichte nicht mehr loslässt, verarbeitet er den Stoff zu einer Graphic Novel. Diese erscheint nun im Carlsen Verlag.

"Der Boxer" ist ein spannendes, vor allem aber erschütterndes Werk, dessen Bilder sich tief ins Gedächtnis graben. Seine Stärke liegt vor allem darin, dass Hertzko Haft nicht als strahlender Held dargestellt wird, sondern als Mensch mit all seinen Schwächen und Widersprüchen. Es ist die Biografie eines Mannes, der nie aufgibt. n-tv.de zeigt Ausschnitte aus dem Buch.

1939 marschieren deutsche Truppen in Polen ein. Sofort beginnen sie, Juden zu verfolgen und zu terrorisieren. Darunter ist auch die Familie von Hertzko Haft in der Stadt Belchatow.

Er ist zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alt. Mit Schmuggeleien hält sich die Familie notdürftig über Wasser. Zudem hat er sich gerade in Leah verliebt.

Doch Haft wird verhaftet. Für ihn beginnt eine lange Zeit des Martyriums. Er muss zunächst im Ghetto von Belchatow leben, wird aber auch zur Zwangsarbeit herangezogen.

Er erlebt die ganze Grausamkeit der deutschen Besatzer, für die das Leben der jüdischen Bevölkerung nicht viel wert ist. Am Leben hält ihn die Gewissheit, seine Geliebte Leah wiederzusehen.

Nach mehreren Arbeits- und Konzentrationslagern wird Haft nach Auschwitz deportiert.

Hier muss er im Krematorium arbeiten und vergaste Leichen verbrennen. Lange hält der diese Belastung nicht aus. Nach einem Zusammenbruch soll er erschossen werden, ...

... doch ein deutscher Offizier stoppt im letzten Moment die Hinrichtung. Er hat andere Pläne mit Haft, der ihm vollkommen ausgeliefert ist.

Haft kommt in das Außenlager Jaworzno, wo er in einem Bergwerk arbeiten muss. Zudem muss er gegen andere Gefangene boxen - zur Belustigung der grölenden SS-Wachen.

Schnell wird ihm klar: Eine Niederlage im Kampf kommt einem Todesurteil gleich.

Der Verlierer wird nicht selten umgehend von den Wachen ermordet. Immer wieder muss Haft so um sein Leben kämpfen.

Als die Rote Armee näher kommt, werden die Häftlinge abtransportiert. Sie fahren ohne Nahrung und Wasser tagelang in Viehwaggons gen Westen oder werden auf lange Todesmärsche geschickt. Über mehrere Zwischenstationen gelangt Haft so nach Bayern - vollkommen entkräftet und abgemagert.

Auf einem weiteren Todesmarsch wagt er dennoch die Flucht. Sie gelingt, doch er ist mitten in Deutschland. Und der Krieg ist noch nicht beendet. Um sich zu schützen, schreckt er auch vor Gewalt nicht zurück: So tötet er einen Offizier und verkleidet sich als deutscher Soldat.

Schließlich wird Haft von US-amerikanischen Truppen entdeckt - er hat den Holocaust überlebt.

Nach einem Sieg bei einem jüdischen Boxturnier in München 1947 wandert Haft in die USA aus.

Hier wird er zum Profiboxer - mit wechselndem Erfolg. Seine Vergangenheit lässt ihn nicht los.

Seinen größten Kampf - gegen den späteren äußerst erfolgreichen Weltmeister Rocky Marciano - verliert Haft jedoch.

Er hängt die Boxhandschuhe an den Nagel. Er hatte gehofft, durch seinen Erfolg als Boxer würde seine ehemalige polnische Geliebte Leah auf ihn aufmerksam. Auch sie soll nach dem Krieg in die USA gekommen sein. Doch er hört nichts von ihr.

Haft ist verbittert. Er gründet eine Familie, die unter seinen Gewaltausbrüchen leidet. Dann bekommt er einen Anruf - ist Leah doch noch am Leben?

"Der Boxer" ist bei Carlsen erschienen, hat 200 Seiten (Hardcover, s/w) und kostet 16,90 Euro (D). (Text: Markus Lippold)

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