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"Es war mir eine Ehre": Großer Zapfenstreich für Köhler

 
"Es war mir eine Ehre": Großer Zapfenstreich für Köhler

Allmählich wird es eine Art Routine: ...

... Großer Zapfenstreich in Berlin.

Bereits zum dritten Mal seit Beginn der schwarz-gelben Koalition im Oktober 2009.

Nach dem Verteidigungsminister und dem Generalinspektor geht nun auch Horst Köhler, bis vor kurzem der Bundespräsident Deutschlands.

Und wie bei Franz Josef Jung und Wolfgang Schneiderhan hat auch diesmal der verfrühte Abschied mit dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zu tun.

Wenngleich beim offiziellen Abschied in Berlin noch immer nicht ganz klar wird, warum Horst Köhler tatsächlich zurückgetreten ist.

War der Grund tatsächlich die Kritik an seinen Äußerungen zu den Auslands-Einsätzen der Bundeswehr, die Köhler als respektlos kritisierte?

Oder steckte mehr dahinter?

Mangelte es ihm, wie vielfach spekuliert, einfach an Rückhalt in der Koalition, die ihn doch einst ins Amt gehievt hatte?

Fühlte er sich nur noch als Grußonkel, nicht ernst genommen von Politikern und Medien?

Bei dem offiziellen Abschied verriet der in der Bevölkerung höchst populäre Köhler von alldem nichts. Vor den 200 geladenen Gästen sagte er lediglich: ...

... "Zu den Gründen meines Rücktritts habe ich mich bereits geäußert. Dem ist von mir nichts hinzuzufügen. ...

... Ich habe die Entscheidung getroffen, die ich für richtig hielt und weiterhin für richtig halte."

Und er konnte sich eines Ratschlags nicht enthalten: ...

"Respekt und Wahrhaftigkeit sollten in der Politik unseres Landes einen festen Platz behalten."

Beim Zapfenstreich spielten zwei Märsche und der "St Louis Blues", dessen Anfangszeile lautet:

"Ich hasse es, die Abendsonne untergehen zu sehen."

Tiefere Einblicke in seine Gemütsverfassung gab Köhler an dem Abend nicht mehr.

Immerhin, um seine Zukunft muss sich Köhler nicht sorgen.

Er bekommt dasselbe Gehalt wie bisher, 199.000 Euro pro Jahr als "Ehrensold".

Zudem ein eigenes Büro, Dienstwagen, Büroleiter und persönliche Sekretärin.

Dennoch schien ihm der Abschied schwerzufallen, auch wenn die Augen diesmal trocken bleiben.

Wie bei seiner überraschenden Rücktrittserklärung vor einem halben Monat, schloss er auch diesmal seine Rede:

"Es war mir eine Ehre, Deutschland zu dienen."

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