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Mittwoch, 31. Dezember 2014

Die besten Politik-Zitate 2014: "Ich bin ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Typ"

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Ach was, schon wieder ein neues Jahr! (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Ach was, schon wieder ein neues Jahr!

Ach was, schon wieder ein neues Jahr!

Chapeau, Herr Außenminister! 2014 geht zu Ende. Halten wir kurz inne und schauen zurück - auf die denkwürdigsten Politiker-Zitate des Jahres.

Das Jahr begann schmerzhaft, zumindest für die Kanzlerin. Die hatte im Weihnachtsurlaub nämlich einen Skiunfall.

Warum erklärte ihr Sprecher Steffen Seibert so: "Sie ist hingefallen. Beim Langlauf. Wir gehen von niedriger Geschwindigkeit aus." Damit ist wohl alles gesagt.

Ex-Außenminister Guido Westerwelle, hier mit Lebenspartner Michael Mronz, stand in diesem Jahr nicht mehr so im Fokus. Dennoch bleibt ein Satz von ihm aus seinem Interview mit dem "Stern". Westerwelle, der an Leukämie erkrankt ist, sagte: "Bevor ich den Löffel abgebe, ist Schwulsein eine Selbstverständlichkeit."

Ende Januar: Kabinettsklausur auf Schloss Meseberg. Lustig war's offensichtlich. Auf die Frage, ob es nach der Klausur einen Geist von Meseberg gebe, sagte Vizekanzler Sigmar Gabriel nur: "Himbeergeist". Die Groß-Koalitionäre haben es sich bei ihrem Treffen also offenbar schmecken lassen.

Bitterer Abschied im Februar: Wegen seiner Verstrickung in die Edathy-Affäre erklärte Hans-Peter Friedrich seinen Rücktritt. Mit einer Drohung: "Auf Wiedersehen. Ich komme wieder." Wir sind gespannt, was da noch kommt.

Joachim Gauck lieferte im Februar im Gespräch mit jungen Leuten eine interessante Selbsteinschätzung: "Als ich 50 war, hätte ich gesagt: Präsident ist nichts für mich. Ich kenne meine Grenzen." Hmm...

Andrea Nahles ist oft so brav und nett, seit sie Ministerin ist - wie hier im Gespräch mit ihrem Kabinettskollegen Wolfgang Schäuble. Aber die SPD-Ministerin kann auch anders. Beim politischen Aschermittwoch Anfang März verteidigte Nahles die Rente mit 63: "Für die Leute machen wir das, verdammte Kacke noch mal." Ach deshalb!

Manchmal gelangen ungeplant Gespräche an die Öffentlichkeit - wie das von Julia Timoschenko. Mitte März, kurz nach der Annektierung der Krim durch Russland, sagte die frühere ukrainische Ministerpräsidentin in einem mitgeschnittenen Telefonat: "Ich bin selbst bereit (...), dem Dreckskerl in den Kopf zu schießen." Gemeint war Russlands Präsident Wladimir Putin.

Er hat bis heute nicht verkraftet, was ihm widerfahren ist. Aber an Ehrgeiz mangelt es Ex-Bundespräsident Christian Wulff sicherlich nicht. "Der Rücktritt war falsch. Und ich wäre auch heute der Richtige in dem Amt", sagte er im Juni bei der Vorstellung seines Buches.

Es sollte eigentlich ein Scherz sein von Ursula von der Leyen, aber das ging wohl eher daneben. "Wo auch immer gespielt wird: Deutschland schickt schießendes Personal", sagte die Verteidigungsministerin im August über Russland und Katar, die Austragungsländer der nächsten Fußball-Weltmeisterschaften.

Auch Linken-Fraktionschef Gregor Gysi ist nie um einen Spruch verlegen. "Wenn du die Todesstrafe abschaffst, fällt der Job des Henkers weg", sagte er Ende August zum Verlust von Arbeitsplätzen beim Verbot von Rüstungsproduktion. Na dann guten Appetit, Herr Gysi!

Ein Blick nach Schottland: Das Unabhängigkeitsreferendum scheiterte im September knapp. Ministerpräsident Alex Salmond gab sich anschließend dennoch kämpferisch: "Der Traum stirbt nie."

Die Kanzlerin hochpersönlich kam im September nach Apolda, um der Thüringen-CDU beim Wahlkampf zu helfen. Dabei plauderte Merkel ein bisschen aus dem Nähkästchen, zum Beispiel über ein im Wahlkampf geschenktes Schachspiel. Dazu sagte die Kanzlerin: "Ich bin eher so ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Typ. Vielleicht noch Mühle." Die Frau ist flexibel.

Bernd Lucke zählt sicherlich zu den Gewinnern des Jahres. Seiner AfD gelang in diesem Jahr der Sprung ins Europaparlament und in mehrere Landtage. Bei der Konkurrenz betrachtet man die AfD jedoch argwöhnisch.

Seit einigen Monaten handeln Lucke und seine Mannschaft sogar mit Gold. Dazu bemerkte SPD-Vize Ralf Stegner im Oktober nur trocken: "Morgen verkauft er Rheumadecken."

Biermann im Bundestag, das kann ja was geben! Das ahnten nicht wenige vor dem Auftritt des früheren DDR-Liedermachers im Bundestag anlässlich des 25. Jahrestag des Mauerfalls. Und so kam es auch. Biermann traktierte vor allem die Linken, zum Beispiel als "der elende Rest dessen, was zum Glück überwunden ist". Die Partei von Gregor Gysi fand's gar nicht witzig.

Wladimir Putin war eine der zentralen Figuren der Weltpolitik im Jahr 2013. Im November präsentierte er in einem Interview mit der ARD sein streitbares Verständnis von Außenpolitik: "Ich bin fest überzeugt, dass Russland gegen das Völkerrecht in keinster Weise verstoßen hat."

Ende Dezember gab es Streit über den Streifen "The Interview". Der Satire-Film handelt von einem Mordkomplott gegen Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong-Un. Vor der Veröffentlichung gab es Anschlagsdrohungen, schließlich sagte Sony den Kinostart ab.

Der Film lief erst einige Tage später an. Zum Ärger der nordkoreanischen Regierung. Ein Sprecher der Verteidigungskommission schimpfte daraufhin über den US-Präsidenten: "Obama verhält sich rücksichtlos wie ein Affe im Tropenwald."

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