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Dienstag, 23. Dezember 2014

Museum des islamischen Widerstands: Im Themenpark der Hisbollah

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Die Hisbollah hat im Ausland keinen besonders guten Ruf. Sie steht auf der Terrorliste der EU, der USA und anderer Staaten und kämpft in Syrien an der Seite der Truppen von Präsident Baschar al-Assad. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Hisbollah hat im Ausland keinen besonders guten Ruf. Sie steht auf der Terrorliste der EU, der USA und anderer Staaten und kämpft in Syrien an der Seite der Truppen von Präsident Baschar al-Assad.

Die Hisbollah hat im Ausland keinen besonders guten Ruf. Sie steht auf der Terrorliste der EU, der USA und anderer Staaten und kämpft in Syrien an der Seite der Truppen von Präsident Baschar al-Assad.

Im Libanon allerdings gehört die Hisbollah zum Status Quo eines unübersichtlichen politischen Systems und wird oft als "Staat im Staate" beschrieben.

Um ihr Image etwas aufzuwerten, betreibt die Hisbollah im Süden des Landes seit viereinhalb Jahren ein Disneyland des Dschihad: das Freilichtmuseum Mleeta.

Die Ausstellungsstücke: von der israelischen Armee zurückgelassenes Militärgerät.

Auf einer sechs Hektar großen Fläche gibt es nur ein Thema: Wie die Miliz über Jahre Widerstand leistete gegen die 1982 begonnene Besatzung durch Israel.

Der "zionistische Feind" zog sich schließlich - im Jahr 2000 - weitgehend aus dem Libanon zurück, …

… um im Jahr 2006 ein weiteres Mal Ziele im Libanon anzugreifen. Große Zerstörung bis in die Hauptstadt Beirut hinein war die Folge.

Das alles wird präsentiert im Sinne des eigenen Selbstverständnisses der Hisbollah als Schutzmacht des Libanons und als islamische Widerstandsbewegung - und eben nicht als Terrororganisation.

Der Rundgang beginnt mit einem Film, der dem Besucher genau dies nahebringen soll. Anschließend geht es in den Ausstellungsraum, wo vor allem kleinere Stücke wie …

… Gewehre, …

… 120-Millimeter-Panzerkanonen, …

… international geächtete Splittergranaten ...

... und Fundstücke von israelischen Soldaten gezeigt werden.

Auf einem Pfad durch steiniges und mit Bäumen bewachsenes Gelände kann der Besucher sich …

… mehr oder weniger realistisch in das Dasein von Hisbollah-Milizionären in den 1980er- und 1990er-Jahren hineinversetzen.

Puppen in Tarnfleck zeigen, wie man sich gegenseitig verarztete, …

… gemeinsam schweres Gerät bediente …

… oder im Schutze des Berges betete.

Vom Berg Mleeta aus hatten die Milizen einen Überblick über die Region.

Der etwa 1050 Meter hohe Berg ist ein strategisch wichtiger Punkt im Südlibanon. Bei klarer Sicht kann man bis nach Palästina blicken.

Hier soll einst Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah gesessen haben.

Durch den Berg führt ein 200 Meter langer Tunnel.

Er diente als Versteck, …

… Unterschlupf und Bunker, …

… sowie zum Kochen.

Das Konzept der Ausstellung: Der Besucher soll sich wohlfühlen. So gibt es alle paar Meter Wasserspender mit kostenlosem Trinkwasser und wer mitten auf dem Pfad austreten muss, bekommt freundlich - und natürlich zweisprachig - den Weg gewiesen.

Der Besuch im Hisbollah-Park ist zwar ein faszinierender Einblick in das Selbstverständnis der Organisation, die sich als diejenige Kraft präsentiert, die den Libanon allein von den Israelis befreit habe.

Zudem rein defensiv.

Allerdings ermüdet der Besucher - wenn er kein ausgesprochener Liebhaber von Militärgerät ist, der sich damit auch noch bestens auskennt - beim Anblick der ohne ausreichende Erklärung dargebotenen Stücke auch relativ schnell.

In der Mitte der Anlage befindet sich eine Art steinerner Strudel. Darin sind israelische Panzer und Hubschrauberteile angeordnet.

Und zwar so, dass es aussieht, als würden sie in den Abgrund gesogen.

Das Prachtstück in diesem Teil: der Panzer Merkava, der angepriesen wird als "Stolz der feindlichen Militärindustrie".

Ursprünglich sollte der Mleeta-Themenpark tatsächlich einmal so etwas wie ein schiitisches Disneyland werden. Hotels und Ferienanlagen waren geplant.

Bisher ist davon allerdings noch nichts zu sehen. Nach einem anfänglichen Ansturm mit mehr als 300.000 Besuchern in den ersten drei Monaten nach der Eröffnung im Jahr 2010 hat das Interesse offenbar etwas nachgelassen.

Die pompöse Anlage wurde übrigens vom Iran finanziert.

Eine Aussichtsplattform mit Gedenktafel für die Märtyrer des islamischen Widerstands …

… und ein Souvenirshop runden das Angebot ab.

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