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Freitag, 28. November 2014

Was kommt nach dem IS-Horror?: Iraks Christen wollen nur weg

Von Nora Schareika

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Rund 7000 irakische Christen sind im vergangenen Sommer nach Jordanien geflohen. (Foto: Nora Schareika)

Rund 7000 irakische Christen sind im vergangenen Sommer nach Jordanien geflohen.

Rund 7000 irakische Christen sind im vergangenen Sommer nach Jordanien geflohen.

Nachdem der "Islamische Staat" sein Kalifat ausgerufen hatte, wurden Nicht-Muslime vor die Wahl gestellt: zum Islam übertreten, Schutzgeld bezahlen oder auswandern.

Die Folge war eine Fluchtwelle in den Nordirak. Betroffen waren nicht nur Christen, sondern auch andere religiöse Minderheiten wie die Jesiden.

Ein großer Teil der Flüchtlinge ist in Kirchen in Jordanien untergekommen, die meisten in Amman.

60 Personen etwa leben jetzt in der Khalda-Kirche von Amman.

In einer Art Kirchenasyl warten sie darauf, dass sie ein Visum für irgendein Land der Erde kriegen - in den Irak wollen sie nicht zurück.

Die jordanische Caritas versorgt die Iraker.

Bis zu 80 Menschen teilen sich solche Gemeinderäume.

Die Wohnverhältnisse sind beengt.

Dünne hölzerne Trennwände sorgen für ein Minimum an Privatsphäre.

Bis zu zehn Familien teilen sich eine Küche und zwei Toiletten.

In den einzelnen Räumen wohnen ganze Familien mit zwei, drei, vier und mehr Kindern.

Der Bewegungsradius ist klein – die Kinder vertreiben sich die Zeit mit selbst gebauten Spielgeräten ...

... oder improvisieren.

Familie Al-Katib kam Anfang August nach Amman.

In ihrer Heimatstadt Karakosh wurden muslimische Nachbarn plötzlich zu Kollaborateuren des IS, berichten sie. Mehrere christliche Nachbarn wurden getötet.

Familie Akzir kommt direkt aus Mossul. Großvater Jahja besaß dort ein großes Grundstück und hatte vier Häuser für seine Söhne und deren Familien gebaut. Als der IS kam und sie mit dem Tod bedrohte, verließ die Großfamilie die Stadt - und musste das ganze Lebenswerk des Großvaters dort zurücklassen.

Huweida Akzir hat Verwandte in Mainz. Sie haben für sie gebürgt, damit sie ein Visum für Deutschland beantragen konnte. Doch der Bescheid war niederschmetternd: Huweida bekam die Erlaubnis, nur mit dem jüngsten Kind nach Deutschland zu reisen - ihre beiden anderen Kinder, Mann und Schwiegervater bekamen keine Reiseerlaubnis. Also blieben sie alle in Amman.

Den Menschen bleibt bis auf weiteres nur, auf ihre nächsten Termine bei den Vereinten Nationen zu warten.

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