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Politik

9. August 2008: Krieg "auf dem gesamten Territorium Georgiens"

 
Georgiens Präsident Saakaschwili hat sich verkalkuliert. Keine 48 Stunden nach Beginn der georgischen Offensive gegen die abtrünnige Provinz Südossetien hat der Krieg auf das georgische Kernland übergegriffen.

Georgiens Präsident Saakaschwili hat sich verkalkuliert. Keine 48 Stunden nach Beginn der georgischen Offensive gegen die abtrünnige Provinz Südossetien hat der Krieg auf das georgische Kernland übergegriffen.

Georgischen Angaben zufolge hat Russland damit begonnen, einen georgisch kontrollierten Teil Abchasiens zu bombardieren. Dieses Bild zeigt allerdings georgische Angriffe auf die südossetische Hauptstadt Zchinwali.

"Russische Luftstreitkräfte bombardieren auf dem gesamten Territorium Georgiens zivile und militärische Ziele", erklärt das georgische Außenministerium. (Georgische Soldaten geben nach russischen Luftangriffen eine Stellung nahe Gori auf.)

Georgischen Angaben zufolge haben russische Flugzeuge die Hafenstadt Poti am Schwarzen Meer angegriffen, den Flughafen in Senaki sowie einen Eisenbahnknotenpunkt bombardiert. (Rauch über Gori.)

Der Westen, auf den Saakaschwili gesetzt hatte, wird Georgien wohl kaum offen unterstützen. Umso erstaunlicher ist es, dass Saakaschwili die Offensive gestartet hat.

Militärisch kämpft Georgien auf verlorenem Posten. Das Land hat 128 Kampfpanzer, 109 Artilleriegeschütze, 8 Kampfflugzeuge und eine Truppenstärke von 32.000 Mann.

Saakaschwili hat ein Dekret über den Kriegszustand unterzeichnet. Sein Land sei in einem "Zustand der totalen militärischen Aggression", sagte Saakaschwili im georgischen Fernsehen. (Georgischer Reservist)

Russland spricht (noch) nicht von Krieg. Präsident Medwedew sagte, er wolle "Georgien zum Frieden zwingen". Allerdings will er "die Schuldigen" bestrafen. (Russische Truppen in Nordossetien, auf dem Weg nach Südossetien.)

Ein Sprecher der russischen Armee dementierte georgische Berichte, wonach die Luftwaffe Städte in Georgien bombardiert haben soll. Es sei keine "Zivilbevölkerung in Georgien" beschossen werden. Das Bild zeigt ein Kampfflugzeug über Gori.

Das georgische Fernsehen hatte zuvor berichtet, die georgische Stadt Gori sei von russischen Flugzeugen beschossen worden. Dabei habe es mehrere tote Zivilisten gegeben.

Ein Reuters-Reporter sagte, es habe in Gori fünf Tote bei einem Angriff auf ein Wohnhaus gegeben.

In Gori - der Geburtsstadt von Stalin (rechts eine Statue des Diktators) - zieht Georgien Reservisten zusammen. Die Stadt liegt an der Grenze zu Südossetien.

Nach russischen Angaben kamen bei den Kämpfen bislang 1500 Menschen ums Leben. Saakaschwili bezeichnete entsprechende Angaben des russischen Außenministers Lawrow allerdings als "Desinformationskampagne" im "sowjetischen Stil".

Es habe "praktisch keine getöteten Zivilisten" gegeben, behauptete Saakaschwili.

Nach russischen Angaben sind seit Beginn der Kämpfe in Südossetien mehr als 30.000 Menschen aus der Kaukasus-Region geflohen.

Die russische Armee hat die südossetische Provinzhauptstadt Zchinwali nach eigenen Angaben mittlerweile unter Kontrolle.

Russische Soldaten hätten die Stadt "völlig befreit", berichteten russische Medien unter Berufung. (Hier ein bewaffneter Südossete.)

Der Chef des georgischen Sicherheitsrats, Lomaia, sagte dagegen, Zchinwali und die umliegenden Gebiete seien vollkommen unter Kontrolle des georgischen Militärs. (Zivilisten auf der Flucht aus Zchinwali.)

Laut Interfax ist Zchinwali mit seinen rund 20.000 Einwohnern "beinahe vollkommen" durch georgischen Beschuss zerstört.

Saakaschwili sagte, die südossetische Hauptstadt sei durch russischen Beschuss zerstört worden.

Fernsehbilder aus Zchinwali zeigten brennende Panzer ...

... sowie Frauen und Kinder, die in Panik Schutz suchten. Eine Sprecherin vom Komitee des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) sprach von chaotischen Zuständen:

Die Krankenhäuser seien hoffnungslos überfüllt, operiert werde in den Fluren. (Alle Bilder: AP / rts)

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