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Dienstag, 30. Mai 2017

Auftritt in Versailles: Macron schüttelt den ganzen Putin

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Der französische Präsident Emmanuel Macron ist erst seit gut zwei Wochen im Amt, hat aber schon sehr deutlich gemacht, dass er selbstbewusst auftreten kann. (Foto: imago/Le Pictorium)

Der französische Präsident Emmanuel Macron ist erst seit gut zwei Wochen im Amt, hat aber schon sehr deutlich gemacht, dass er selbstbewusst auftreten kann.

Der französische Präsident Emmanuel Macron ist erst seit gut zwei Wochen im Amt, hat aber schon sehr deutlich gemacht, dass er selbstbewusst auftreten kann.

In der vergangenen Woche hatte er sich mit dem US-Präsidenten Donald Trump einen Handshake-Battle geliefert. Beim Treffen in Brüssel schien er die Bedingungen zu diktieren, wie fest und wie lange die Hände geschüttelt wurden.

Später machte Macron deutlich, dass er dies bewusst getan hatte. "Mein Händedruck mit ihm war nicht ohne Hintergedanken", sagte Macron einer französischen Sonntagszeitung. Ein solcher Händedruck sei "ein Moment der Wahrheit".

"Man muss zeigen, dass man keine kleinen Zugeständnisse macht, nicht einmal symbolisch", so Macron. "Donald Trump, der türkische oder der russische Präsident agieren in einer Logik der Stärke – das stört mich nicht. Ich glaube nicht an eine Politik der öffentlichen Beschimpfung, aber in meinen bilateralen Kontakten lasse ich nichts einfach passieren. So verschafft man sich Respekt."

Das Händeschütteln am 29. Mai mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin fand daher besondere Beachtung, verlief aber mehr oder weniger reibungslos.

Beim Treffen mit Putin im Schloss Versailles bei Paris nutzte Macron die gemeinsame Pressekonferenz für eine Demonstration der Stärke.

Kein wichtiges Problem könne gelöst werden, "ohne mit Russland zu sprechen", sagte Macron. Dies gelte vor allem im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und für die Bemühungen, den syrischen Bürgerkrieg zu beenden. Soweit dürften Macrons Ausführungen dem russischen Präsidenten gefallen haben.

Übergangslos fügte Macron jedoch hinzu, dass der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien für Frankreich eine "rote Linie" darstelle, deren Verletzung umgehend französische Gegenmaßnahmen auslösen würde.

Macrons Sätze über die Ukraine gehörten dann wieder zum üblichen diplomatischen Austausch: Beide bekräftigten ihr Interesse an der sogenannten Minsk-Vereinbarung; Putin seinerseits sagte, die Sanktionen gegen Russland trügen nicht zur Entspannung der Lage bei.

Dann sagte Macron, er habe mit Putin die Verfolgung von "LGBT-Personen in Tschetschenien" diskutiert – die Abkürzung steht für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender. Putin habe zugestimmt, die Situation zu "beobachten".

Putin ging auf dieses Thema nicht ein. Auf den Internetseiten des Kreml findet sich eine Abschrift der Pressekonferenz – seltsamerweise allerdings ohne Macrons gut zehnminütiges Eingangsstatement.

Während Macron sprach, wirkte Putin gelegentlich wie Trump bei öffentlichen Auftritten, wenn er nicht im Mittelpunkt steht – leicht gelangweilt und ein wenig unruhig.

Der Anlass des Besuchs war die Eröffnung einer Ausstellung über Zar Peter den Großen – eine gute Gelegenheit, die historische Verbundenheit Russlands und Frankreichs zu betonen, was Macron auch ausführlich tat.

Trotzdem wirkten die beiden nicht immer so harmonisch wie hier. Die Frage eines Journalisten mit Blick auf eine mögliche russische Einflussnahme auf die Wahlen in Frankreich bügelten sie zwar ab. Putin sagte, dieses Thema existiere nicht. Macron sagte, er habe das Nötige dazu schon gesagt.

Macron hatte im Wahlkampf eine propagandistische Einmischung Russlands beklagt und russischen Medien vorgeworfen, eine Kampagne gegen ihn zu führen. Außerdem sollen russische Hacker Angriffe auf die Computer seiner Wahlkampfteams geführt haben.

Nach der dritten entsprechenden Frage eines Journalisten sagte Macron dann aber doch, die staatlichen russischen Medien Sputnik und Russia Today hätten versucht, Einfluss auszuüben, indem sie Falschmeldungen über ihn persönlich und seinen Wahlkampf verbreitet hätten. Deshalb hätten sie keinen Zugang zu seiner Wahlkampfzentrale bekommen.

Ansonsten hätten auch russische Journalisten diesen Zugang gehabt. Macron nannte Sputnik und RT "sogenannte Nachrichtenmedien", die versucht hätten, den Wahlkampf mit "falscher Propaganda" zu beeinflussen. Sputnik und RT hatten während des Wahlkampfes behauptet, Macron sei homosexuell.

Putin sagte, es sei nicht bewiesen, dass russische Hacker versucht hätten, die Wahl in Frankreich zu beeinflussen. Deshalb gebe es nichts zu kommentieren.

Mit seinem Treffen mit der Vorsitzenden des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, die ebenfalls bei der Präsidentenwahl antrat, habe er die Abstimmung nicht beeinflussen wollen, so Putin. Le Pen habe um das Treffen nachgesucht, warum hätte man es ablehnen sollen, fragte er.

Man kann Macrons Auftritt als Versuch eines jungen Präsidenten sehen, sich Respekt zu verschaffen. Beim Treffen mit Trump war es ein Kräftemessen im Händeschütteln, beim Treffen mit Putin war es mehr: Macron hat nicht nur Putins Hand geschüttelt, sondern den ganzen Putin.

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