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"Möglicherweise sehr tödliches Ereignis verhindert": New York entgeht Bombenanschlag

 
"Möglicherweise sehr tödliches Ereignis verhindert": New York entgeht Bombenanschlag

"Wir haben großes Glück, dass sie nicht in die Luft gegangen ist."

Einem aufmerksamen T-Shirt-Verkäufer ist es zu verdanken, dass New York einem Bombenanschlag mit möglicherweise verheerenden Folgen entgangen ist.

Dem Mann war am Samstagabend auf dem Times Square in Manhattan ein verdächtiger Geländewagen aufgefallen, in dem ein Sprengsatz deponiert war.

Er alarmierte einen berittenen Polizisten, der Rauch aus dem dunkelgrünen Fahrzeug aufsteigen sah und den Geruch von Schießpulver wahrnahm. Der in der lauen Mainacht belebte Platz wurde daraufhin weiträumig abgesperrt und der Sprengsatz entschärft.

Während die Polizei das Auto sicherte, liefen Frauen in Abendkleidern die Straßen entlang. Es war eine der bislang wärmsten Nächte des Jahres und der Abend mit den meisten Besuchern der Woche für die Broadway-Theater. Zehntausende Menschen bevölkerten den Platz auf dem Weg ins Theater, zu einer Party oder auch nur zum Bummeln zwischen den Leuchtreklamen.

Der Times Square liegt unweit des bei den Anschlägen vom 11. September 2001 zerstörten World Trade Centers und gehört zu den beliebtesten Zielen von Touristen. Seit den Anschlägen ist die Alarmbereitschaft für die Ostküsten-Metropole erhöht.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg beschrieb die Machart des Sprengkörpers als amateurhaft. Das Bombenräumkommando der New Yorker Polizei entschärfte die aus Propangasflaschen, Benzinkanistern, ...

... Feuerwerkskörpern, Uhren und Batterien bestehende Bombe noch im Inneren des Wagens, der mit laufendem Motor und eingeschalteter Warnblinkanlage am Times Square verlassen worden war. Das Fahrzeug wurde am Sonntagmorgen mit einem Tieflader der Polizei abgefahren.

Untersuchungen ergaben zwar, dass es sich bei dem gefundenen Pulver um nicht-explosiven Dünger handelte. Bei einer Explosion hätte es nach Einschätzung der New Yorker Polizei aber einen "erheblichen Feuerball" und eine Explosion gegeben, die das Fahrzeug in Stücke gerissen hätte. Die Behörden gehen jedenfalls davon aus, dass der Täter die ernsthafte Absicht hatte, Menschen zu verletzen.

Die US-Regierung stufte den Zwischenfall als "potenziellen Terroranschlag" ein. Präsident Barack Obama lobte die New Yorker Polizei für ihre rasche Reaktion und bescheinigte ihr eine hervorragende Arbeit.

"Wir sind sehr froh. Dank eines hellwachen New Yorkers und professionell handelnder Polizisten haben wir ein möglicherweise sehr tödliches Ereignis verhindert", sagte Bloomberg.

Nach dem fehlgeschlagenen Anschlag konzentriert sich die Fahndung nun auf einen etwa 40 Jahre alten weißen Mann. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen den Gesuchten, wie er kurz nach dem gescheiterten Attentat am Samstagabend in einer Gasse hinter dem Times Square sein Hemd gewechselt und sich immer wieder nach allen Seiten umgeschaut hatte.

"Er geht die Gasse herunter, guckt sich um, zieht sein dunkles Hemd aus, steckt es in eine Tasche und schaut sich wieder um", sagte Polizeichef Raymond Kelly.

Von dem Mann existiere möglicherweise auch eine Nahaufnahme, die ein Tourist auf dem Times Square aufgenommen habe. Seine Beamten seien auf dem Weg in einen kleinen Ort in Pennsylvania, um weitere Informationen über den Verdächtigen einzuholen.

Kelly wies allerdings darauf hin, dass der gesuchte Mann auch unschuldig sein kann. Es gebe kein Foto, das den Mann vor dem Tatfahrzeug zeigt. Die vollständige Auswertung des Videomaterials werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. "Ich glaube wir haben 82 Kameras in dem Gebiet", sagte Kelly. Bislang sei lediglich das Material von 30 der Kameras gesichtet worden.

Nicht bewahrheitet haben sich erste Hinweise, dass eine internationale Terrororganisation hinter der Autobombe stecken könnten. Eine pakistanische Talibangruppe hatte sich in einem Internet-Video zu dem Anschlag bekannt und ihn als Vergeltung für den Tod zweier Islamistenführer Mitte April bezeichnet.

Das auf die Beobachtung terroristischer Aktivitäten spezialisierte IntelCenter meldete jedoch Bedenken an: Es sei sehr unwahrscheinlich, dass der Anschlag wirklich innerhalb so kurzer Zeit nach dem Tod der Islamistenführer geplant und umgesetzt wurde, hieß es. Auch Korrespondenten in Pakistan äußerten Zweifel an der Täterschaft der Taliban.

US-Präsident Barack Obama lobte die "schnelle und entschlossene" Reaktion in New York auf den Anschlagsversuch. Die US-Regierung werde alle nötigen Schritte unternehmen, um die Bevölkerung zu beschützen, das Verbrechen aufzuklären und dafür zu sorgen, "dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird", sagte Obama. (Text: AFP/dpa/rts)

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