Seit 16 Jahren gibt es wieder ein Deutschland. Die Macht ist gut verteilt: Wir haben die erste Bundeskanzlerin - und die kommt aus dem Osten des Landes. Wir haben wieder einen deutschen Papst, der kommt aus Bayern. Das liegt bekanntlich im Westen.Bild 1 von 47 Wir haben allerdings immer noch über vier Millionen Arbeitslose, und die vom "Kanzler der Einheit" Helmut Kohl ...Bild 2 von 47 ... euphorisch prophezeiten "blühenden Landschaften" ...Bild 3 von 47 ... lassen im Osten in großen Teilen immer noch auf sich warten.Bild 4 von 47 Wir haben allerdings auch große individuelle Freiheiten, wenn sie auch manchmal schwer wiegen, weil man etwas dafür tun muss. Deutschland könne nur glücklich werden, wenn der Aufbau in den neuen Ländern in Ost und West ernst genommen werde, sagte Merkel anlässlich des Tags der Deutschen Einheit.Bild 5 von 47 "Diese Aufgabe ist nicht nur eine Aufgabe der Menschen in den neuen Ländern. Sie ist eine Aufgabe für alle Deutschen."Bild 6 von 47 Merkel räumt ein, dass die Arbeitslosigkeit im Osten immer noch doppelt so hoch ist wie im Westen und viele Jugendliche Schwierigkeiten bei der Lehrstellensuche haben.Bild 7 von 47 Sie verweist aber auch auf Verbesserungen ...Bild 8 von 47 ... etwa beim Umweltschutz ...Bild 9 von 47 ... und beim Erhalt von Kulturgütern. Darüber hinaus habe die deutsche Einheit gezeigt, dass Veränderungen wie die friedliche Revolution von 1989 etwas Positives sein könnten.Bild 10 von 47 Für die kontinuierliche Unterstützung von kulturellen Spitzeneinrichtungen in Ostdeutschland kommen jährlich 33 Millionen Euro aus dem Etat von Kulturstaatsminister Bernd Naumann.Bild 11 von 47 "Wer heute mit offenen Augen durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unterwegs ist, sieht tatsächlich auch blühende Landschaften. Städte wie Dresden, Leipzig oder Erfurt erstrahlen in neuem, altem Glanz und zeugen von einer sich entwickelnden Bürgerkultur."Bild 12 von 47 Die gemeinsame kulturelle Identität hat die Deutschen in beiden Staaten ...Bild 13 von 47 ... auch in der Zeit der Teilung ...Bild 14 von 47 ... verbunden.Bild 15 von 47 Dennoch bleibt viel zu tun, ...Bild 16 von 47 ... und manches bleibt auf der Strecke.Bild 17 von 47 Es sind Fehler gemacht worden, und so manches wurde dem Osten "übergestülpt".Bild 18 von 47 Polikliniken wurden abgeschafft, die später von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gelobt wurden. Selbst um den "grünen Pfeil" entbrannte Streit, der jedoch überlebt hat und sich auch im Westen breit macht.Bild 19 von 47 Abitur im 12. Schuljahr - seit Jahren ein Diskussionsthema. In der DDR war das eine Selbstverständlichkeit.Bild 20 von 47 Allerdings dürfte sich auch mancher "Wessi" darüber wundern, dass im Osten heutzutage die Straßen und Autobahnen ...Bild 21 von 47 ... zum Teil besser als im Westen sind. Aber es gibt halt einen Solidarpakt für den Aufbau Ost. Übrigens entrichtet auch jeder "Ossi" seinen "Soli" in diesen Topf.Bild 22 von 47 Am ehemaligen innerdeutschen Grenzübergang Marienborn erinnert eine Informationstafel an die Teilung Deutschlands. Auch auf anderen Autobahnen werden Tafeln mit der Aufschrift "Ehemalige innerdeutsche Grenze 1945-1990" aufgestellt.Bild 23 von 47 Denn 16 Jahre nach der Wiedervereinigung ist kaum noch sichtbar, wo früher "Grenzgebiet" war.Bild 24 von 47 Viele Menschen verloren beim Versuch, die Trennung zu überwinden, ihr Leben.Bild 25 von 47 Im Berliner Stadtgebiet ...Bild 26 von 47 ... dokumentiert eine rote Line auf der Straße, wo einst die "Mauer" stand.Bild 27 von 47 Das Zusammenwachsen erweist sich zugegebenermaßen als schwieriger als eigentlich gedacht.Bild 28 von 47 Die großen Unterschiede seien aber inzwischen Geschichte, so der damalige westdeutsche Chefunterhändler beim Einigungsvertrag und heutige Innenminister Wolfgang Schäuble.Bild 29 von 47 "So schlecht sind wir gar nicht. Das hat die Fußballweltmeisterschaft eindrucksvoll gezeigt.Bild 30 von 47 Also: Hören wir auf zu jammern."Bild 31 von 47 Trotz aller erreichten Erfolge erwartet der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, für Ostdeutschland aber noch eine lange Durststrecke:Bild 32 von 47 "In 15 bis 20 Jahren, so weit würde ich den Zeitraum schon stecken, könnte es möglich sein, dass wir mindestens in weiten Teilen der neuen Bundesländer eine selbsttragende Wirtschaft haben."Bild 33 von 47 "Wir brauchen nach wie vor eine große Solidarität, ...Bild 34 von 47 ... um die Folgen des Zweiten Weltkrieges und der darauf folgenden Zeit bis 1989 zu kompensieren."Bild 35 von 47 Für viele ist der 3. Oktober ein Tag zum Feiern, für viele aber nicht. Nach Einschätzung von Kanzlerin Merkel hat sich für die allermeisten Bundesbürger das Leben seit 1990 zum Guten verändert und deshalb ist für sie dieser Tag ein Grund zum Feiern.Bild 36 von 47 Zwei Drittel der Menschen in Deutschland allerdings sehen das anders. Laut einer Umfrage haben 68 Prozent keinen persönlichen Anlass, diesen Tag zu feiern.Bild 37 von 47 Eine Abschaffung als Feiertag stößt allerdings auf breite Ablehnung: 80 Prozent wollen den 3. Oktober weiterhin arbeitsfrei haben.Bild 38 von 47 Ost- und Westdeutsche kommen sich allmählich näher. 15 Prozent der Deutschen sehen eine erhebliche Annäherung, für 70 Prozent sind "Ossis" und "Wessis" zumindest etwas näher zusammengerückt.Bild 39 von 47 Jeder zweite Deutsche hat Freunde und Bekannte im jeweils anderen Landesteil gefunden. Besonders gut sind die Kontakte in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen.Bild 40 von 47 Die Unterteilung in Ost und West spielt für immer weniger Deutsche eine Rolle. So geben 54 Prozent an, eine solche Unterscheidung sei für sie kein Thema mehr. Für nur elf Prozent spielt die Differenzierung noch eine große Rolle.Bild 41 von 47 In der Bundeshauptstadt halten dagegen nur 38 Prozent die Wiedervereinigung für verwirklicht - darunter meist junge Berliner. Vier von fünf Ost-Berlinern geben an, Kontakte in den Westen zu haben. Umgekehrt liegt die Quote etwas niedriger.Bild 42 von 47 Seit der Wiedervereinigung sind mehr als drei Millionen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst auf eine eventuelle Stasi-Tätigkeit überprüft worden.Bild 43 von 47 Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, stellt klar, dass die DDR-Bürger kein Volk von Spitzeln und Verrätern waren. "Weniger als ein Prozent der Bevölkerung hat andere Menschen ausgespäht."Bild 44 von 47 Nach einer Untersuchung der Universität Leipzig sind nur 27 Prozent der Ostdeutschen mit den demokratischen Institutionen im Land zufrieden. In den alten Bundesländern war immerhin jeder zweite davon überzeugt, dass die Demokratie gut funktioniert.Bild 45 von 47 Das Vertrauen in politische Parteien, Bundestag und Bundesregierung hat damit einen neuen Tiefstand erreicht. Der Arbeit von Justiz, Polizei und Bundesverfassungsgericht trauen die Menschen noch am ehesten.Bild 46 von 47 Nach Ansicht des Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, kommt Deutschland bei der inneren Einheit zwar voran, aber: "Entscheidend ist aber, dass wir immer noch ein vereintes Deutschland mit unterschiedlichen Mentalitäten sind." (Alle Fotos dpa)Bild 47 von 47