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Parade, Pomp und Provokationen: Nordkorea präsentiert sein Waffenarsenal

Von Markus Lippold

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In Diktaturen gibt es eben immer etwas zu feiern, sofern es den Machthabern nutzt. (mit AFP) (Foto: REUTERS)

In Diktaturen gibt es eben immer etwas zu feiern, sofern es den Machthabern nutzt. (mit AFP)

In Diktaturen wie Nordkorea gibt es immer etwas zu feiern.

Zumindest wenn dem aktuellen Machthaber danach ist.

Dann werden Menschen zum Jubeln einbestellt, ...

... marschieren Soldaten in Reih und Glied und ...

... werden der Welt blank geputzte Raketen und Bomben präsentiert.

Beliebt sind etwa Feierlichkeiten, die den Gründungsmythos eines autokratischen Staates in Erinnerung rufen.

Und da es hier um Nordkorea geht, steht natürlich ...

... der "Ewige Präsident" Kim Il Sung im Mittelpunkt.

Nach einer Show mit Kindern am Freitag, ...

... in der Kim zu seinem 105. Geburtstag ausgiebig gefeiert und ...

... beklatscht wurde, ...

... lässt Enkel Kim Jong Un tags darauf alles auflaufen und auffahren, ...

... was dem Herrscher zur Ehre gereichen und die angeblichen Todfeinde in Schrecken versetzen soll.

Bei allem Wissen über die Brutalität des Regimes, ...

... über die stets angespannte Lage an der Grenze zu Südkorea, ...

... den nicht enden wollenden Provokationen und Drohungen gegen andere Staaten und ...

... dem Elend und Leid der Bevölkerung - ...

... so ganz kann man sich der Faszination der Bilder dann doch nicht entziehen.

Die gigantische Parade, die Pjöngjang zum Geburtstag von Kim Il Sung veranstaltet, ...

... wird angeführt von Zehntausenden Soldaten - ...

... und natürlich Soldatinnen, die im Stechschritt an der Tribüne vorbeimarschieren, ...

... von der wiederum die nicht gerade kleine Riege an Funktionären und Offizieren das Treiben beobachtet.

Neben Soldaten - hier in historischen Uniformen - ...

... marschieren auch andere Berufsgruppen ...

... zum riesigen Kim-Il-Sung-Platz im Zentrum der Hauptstadt Pjöngjang.

Das Land mit seinen 25 Millionen Einwohnern verfügt über die fünftgrößte Streitmacht der Erde - ...

... nach China, den USA, Indien und Russland, die freilich alle wesentlich mehr Einwohner haben.

Das Militärbudget des Landes ist vergleichsweise klein, beträgt aber 25 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Zum Vergleich: In Deutschland sind es um die 1,5 Prozent.

Umso wichtiger ist es, dass man nicht nur Soldaten und ...

... Soldatinnen marschieren sieht, sondern auch zeigt, wo das ganze Geld geblieben ist, das die Führungselite für Bomben statt Lebensmittel rausballert.

Also schließt sich an die Parade der Soldaten eine Parade der Militärtechnik an, ...

... "in zunehmender Größe", wie eine Agentur das umschreibt.

Neben Panzern gibt es deshalb auch ...

... jede Menge Geschosse und ...

... Raketen zu sehen, ...

... mitunter begleitet von jubelnden Menschen.

Insgesamt 56 Raketen verschiedener Bauart präsentieren die Machthaber.

Darunter könnte auch eine neue ballistische Interkontinentalrakete sein, sagen Experten.

Denn diese analysieren ausgiebig, was auf der Parade zu sehen ist, um Rückschlüsse auf die tatsächliche Militärkraft des Landes ziehen zu können.

Allerdings zweifeln manche Experten daran, dass alle gezeigten Raketen auch wirklich echt sind.

Fest steht auch, dass die auf der Parade präsentierten Waffen keineswegs die Ausrüstung der gesamten Armee repräsentieren - die ist größtenteils veraltet, wie dieses Bild von Soldaten an der Grenze zu China zeigt.

"Die heutige Parade ist eine Chance, unsere mächtige Militärmacht zu zeigen", verkündet dagegen ein Sprecher im Staatsfernsehen.

Diktator Kim verzichtet auf eine Rede, winkt aber fleißig seiner Streitmacht zu, ...

... unterstützt von vielen anderen Menschen.

Von einer "ekstatischen, flaggenschwenkenden Menschenmenge" berichtet eine Agentur, die ...

... sogar Tränen in einigen Augen entdeckt haben will.

Darunter sind auch viele Frauen in traditionellen Kleidern, die ...

... sorgsam choreographiert auftreten.

Ganz so harmonisch, wie das auf den ersten Blick aussieht, ist die Lage aber natürlich nicht.

Choe Ryong Hae, Nummer zwei in der Hierarchie, verkündete kurz vor der Parade, Nordkorea sei bereit, einen "umfassenden Krieg mit einem umfassenden Krieg zu beantworten".

"Wir sind bereit, auf jeden Atomangriff mit einem Atomangriff auf unsere Weise zu reagieren", so Choe.

Angesichts der derzeitigen Spannungen mit dem Westen, vor allem den USA, befürchteten Experten, ...

... Nordkorea könne zum Geburtstag des Staatsgründers einen neuen Atomwaffentest durchführen.

Auf Satellitenbildern sollen entsprechende Aktivitäten auf dem Testgelände Punggye Ri zu sehen sein.

Die USA hatten zuvor erklärt, wegen der Gefahr durch Nordkorea "militärische Optionen" zu prüfen.

So soll nach Meinung einiger Experten die nun abgehaltene Parade ...

... vor allem ein Zeichen der Stärke sein.

Die nordkoreanische Führung wolle "eine klare Botschaft an die USA senden als Antwort auf die jüngste Rhetorik der Trump-Regierung und ...

... die militärischen Schritte, welche die USA vorgenommen haben", sagt etwa Evans Revere von der Brookings Institution in Washington.

Da kommt Diktator Kim der 105. Geburtstag seines Großvaters gerade recht.

In Diktaturen gibt es eben immer etwas zu feiern, sofern es den Machthabern nutzt. (mit AFP)

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