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Denkwürdige Wahlnacht: Obama schlägt Romney

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Nach 17 Monaten Wahlschlacht entscheiden die US-Amerikaner, wer ihr künftiger Präsident wird. (Foto: REUTERS)

Nach 17 Monaten Wahlschlacht entscheiden die US-Amerikaner, wer ihr künftiger Präsident wird.

Nach 17 Monaten Wahlschlacht entscheiden die US-Amerikaner, wer ihr künftiger Präsident wird.

Der demokratische Amtsinhaber Barack Obama liegt in den meisten Umfragen vorn.

Doch der Vorsprung auf seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney ist gering.

Beide Kandidaten bereiten sich auf eine lange Wahlnacht vor - und auf einen möglichen langwierigen Streit um Wahlergebnisse.

Wahlbrechtigt sind 206 Millionen US-Amerikaner, 146 Millionen hatten sich als Wähler registrieren lassen.

In den USA stimmen die Bürger nicht direkt über ihren Präsidenten ab. Vielmehr entscheiden sie über Wahlmänner und -frauen ihres Bundesstaats, die dann an ihrer Stelle den Staatschef küren.

In den meisten Bundesstaaten gilt die Regel, dass der dortige Sieger alle Wahlmänner zugeteilt bekommt. Für den Einzug ins Weiße Haus muss ein Kandidat 270 der 538 Stimmen im Wahlmännergremium erhalten.

Deshalb kommt es am Ende nur auf einige sogenannte Swing States an, in denen sich Mehrheiten für Demokraten und Republikaner traditionell abwechseln - wie beispielsweise Ohio.

Kurz vor Wahlbeginn werden Obama die größeren Chancen eingeräumt, sich mit Siegen in entscheidenden Swing States die nötige Mehrheit zu sichern.

Die US-Amerikaner wählen nicht nur ihren Präsidenten, sondern auch ein Drittel der 100 Senatoren und das gesamte Repräsentantenhaus neu. Im Senat verfügen die Demokraten über eine knappe Mehrheit, im Repräsentantenhaus haben die Republikaner das Sagen.

Es wird damit gerechnet, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus und die Demokraten die Führung im Senat behalten. Dem Präsidenten macht diese Machtverteilung das Regieren nicht leichter.

Traditionell liegen schon zwei Ergebnisse aus dem Bundesstaat New Hampshire früh vor. Im Ort Hart's Location trug Obama - wie vor vier Jahren - einen ersten Erfolg davon: 23 Bewohner stimmten für ihn, neun für Romney. Unentschieden endet das Rennen im Dorf Dixville Notch nahe der kanadischen Grenze: Auf je fünf Stimmen kommen die Kandidaten. Erstmals in der Geschichte gibt es dort ein Patt. 2008 ging Dixville Notch noch mit 15 zu 6 an Obama.

Anderswo bilden sich lange Schlangen vor den Wahllokalen - die Wartezeit beträgt gelegentlich mehrere Stunden. Vor allem in Florida brauchen die Wähler viel Geduld.

Im Bundesstaat New Jersey, der vom Hurrikan Sandy heimgesucht wurde, geben viele Amerikaner ihre Stimmen an ungewöhnlichen Orten ab - wie hier in einer Feuerwehrwache. Denn viele öffentliche Gebäude, in denen normalerweise gewählt wird, sind vom Sturm beschädigt worden.

Um Mitternacht Mitteleuropäischer Zeit schließen die ersten Wahllokale - in den Bundesstaaten Indiana und Kentucky. Beide Staaten sind Hochburgen der Republikaner.

Romney gewinnt dem TV-Sender CNN zufolge Kentucky und seine acht Wahlmännerstimmen.

In weiteren Staaten schließen Wahllokale. Vermont geht wie erwartet an Obama. Der Amtsinhaber hat somit drei Stimmen sicher.

Dagegen erobert Romney Indiana für die Republikaner zurück. Vier Jahre zuvor hatte Obama hier knapp gewonnen, traditionell wählt der Staat aber republikanisch. Mit elf Wahlmännerstimmen gehört Indiana zu den mittelgroßen Staaten.

Auch das traditionell republikanische West Virgina geht an Romney. Er führt zu diesem Zeitpunkt mit 24 zu 3 Stimmen.

Romney baut seine Führung aus, er gewinnt auch South Carolina und hat damit 33 Wahlmänner und -frauen hinter sich.

Entschieden ist die Wahl aber noch lange nicht, Überraschungen bleiben zunächst aus. Aus potenziell wahlentscheidenden "Swing States" wie Ohio oder Virginia, in denen bis zuletzt kein eindeutiger Favorit auszumachen war, liegen keine Ergebnisse vor.

Obama holt auf. Er gewinnt in Massachusetts und damit 11 Stimmen. Dort war Romney von 2003 bis 2007 Gouverneur. Bei Präsidentschaftswahlen entscheidet sich der Neuenglandstaat aber seit rund einem Jahrhundert fast immer für einen Demokraten.

Zugleich verteidigt Obama Illinois und holt damit 20 weitere Stimmen. Chicago ist seit Jahrzehnten seine politische Heimat. Beide Ergebnisse waren erwartet worden: Auch Illinois wählt seit 20 Jahren demokratisch. Damit führt Obama mit 34 zu 24 Stimmen.

Obama gewinnt auch in Connecticut, Delaware, der Hauptstadt Washington, in Maryland, Massachusetts und Rhode Island.

Romney setzt sich dagegen in Mississippi und Oklahoma durch. In den wahlentscheidenden Swing States Ohio, Florida und Virginia sind die Wahllokale inzwischen geschlossen. Trends liegen aber keine vor. Obama hat nun 64 Wahlmännerstimmen, Romney 56.

Im stark umkämpften Florida zeichnet sich das erwartet knappe Rennen ab. Nach ersten Hochrechnungen liegen Obama und sein Herausforderer Romney praktisch gleichauf. Florida ist mit 29 Wahlmännerstimmen der größte der sogenannten Swing States, die vorab weder den Demokraten noch den Republikanern zuzuordnen sind.

Romney setzt sich in Arkansas und in Tennessee durch. Damit geht der Republikaner wieder in Führung - mit 73 zu 64 Stimmen.

Auch Alabama geht an Romney. Der Republikaner kommt nun auf 82 Wahlmänner. Romney sicherte sich bereits zehn Bundestaaten, Obama neun sowie die Hauptstadt Washington D.C.

In etwa der Hälfte der Bundesstaaten sind die Wahllokale geschlossen. Romney gewinnt wie erwartet weitere Staaten im Mittleren Westen und im Süden: Kansas, Louisiana, Mississippi, Nebraska, North Dakota, South Dakota, Texas und Wyoming.

Michigan, New Jersey und New York gehen dagegen an Obama. Er hat nun 123 Stimmen und Romney 152.

Das Rennen um die Präsidentschaft bleibt damit weiter offen. Mit Michigan sichert sich Obama aber einen hart umkämpften Swing State. Es war erwartet worden, dass Romney in dem nördlichen Industriestaat, in dem er geboren wurde, stärker abschneidet.

Die Republikaner behalten unterdessen die Mehrheit der Sitze im US-Repräsentantenhaus. Sie hatten die Mehrheit bei den Kongresswahlen 2010 von den Demokraten übernommen und konnten damit wichtige Gesetzesvorhaben von Obama blockieren.

In Pennsylvania setzt sich Obama durch. Das Rennen war dort knapp. Romney hatte sich Chancen auf die 20 Wahlmännerstimmen ausgerechnet. Romney führt noch mit 152 zu 143 Stimmen.

Der Republikaner holt sich auch Utah und baut damit seine Führung um sechs Wahlmänner aus.

Dagegen sichert sich Obama den Swing State New Hampshire mit seinen vier Stimmen. Romney führt mit 158 zu 147 Stimmen. Damit steht in 31 der 50 Staaten der Sieger fest.

Noch immer bleibt das Rennen offen. Romney gewinnt Arizona und damit 11 Wahlmänner.

Doch Obama fährt in Minnesota einen weiteren Sieg ein, der nicht als hundertprozentig sicher galt. Er liegt nun mit 157 zu 169 Stimmen hinten.

Plötzlich geht es Schlag auf Schlag: Der Republikaner setzt sich in Idaho und Montana durch, das bringt ihm weitere sieben Wahlmänner.

Obama holt wie erwartet Hawaii, Washington, Iowa, New Mexiko und Kalifornien - allein dieser Staat bringt ihm 55 Wahlmänner.

Dafür nimmt Romney Obama den heiß umkämpften Bundesstaat North Carolina ab. Der Schlüsselstaat an der Ostküste hat 15 Wahlmännerstimmen zu vergeben. 2008 hatte US-Präsident Barack Obama den Staat als erster Demokrat seit 1976 gewonnen.

Doch die Luft für Romney wird trotzdem immer dünner. Denn Obama gewinnt den wichtigen Schlüsselstaat Wisconsin. Obama hat damit bereits 256 Wahlmänner - er braucht 270, um zum Präsidenten gewählt zu werden.

Mit dem Sieg in Ohio holt er sich die noch fehlenden Stimmen.

Bei den Kongresswahlen verteidigen die Demokraten ihre Mehrheit im Senat. Die Republikaner hätten vier Sitze zur Rückeroberung der Mehrheit gewinnen müssen, verloren aber mindestens drei. Insgesamt standen 33 Senatorenposten der 100 Sitze zählenden Parlamentskammer zur Wahl.

Während die Anhänger von Obama jubeln, ...

... dominiert bei den Anhängern Romneys Enttäuschung.

Doch es dauert mehr als eineinhalb Stunden, bis Romney selbst seine Niederlage einräumt.

Er wünscht dem "Präsidenten, der First Lady und seinen Kindern alles Gute. Ich bete dafür, dass der Präsident bei der Führung unseres Landes viel Erfolg haben wird."

In Chicago warten die Anhänger der Demokraten unterdessen geduldig auf ihren "second-term President".

Unter dem Jubel der ganzen Halle zieht die First Family ein.

In seiner anschließenden Rede verspricht Obama, er werde aus den Fehlern seiner ersten Amtszeit lernen. Er kündigt an, auf die Republikaner zuzugehen, um die Probleme des Landes zu lösen.

Die Kernbotschaft seiner Rede ist: "Das Beste kommt noch."

Dass auch Alaska an Romney geht, ändert am Ergebnis schon nichts mehr.

Auch nicht, dass in Florida immer noch gezählt wird. Dort zeigt die Tendenz nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen allerdings in Richtung Demokraten.

Auf den US-Präsidenten warten jetzt schwierige Aufgaben. Und er muss sich beeilen, denn schon in zweieinhalb Jahren beginnen die neuen Wahlkämpfe zu den Vorwahlen, auch wenn Obama nicht erneut antreten kann.

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