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Samstag, 23. April 2016

Kleiner Prinz trifft Präsidenten: Obama zu Gast bei den Briten

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Das wohl berühmteste Flugzeug der Welt landet auf dem Londoner Flughafen Stansted. An Bord der Air Force 1 befindet sich ... (Foto: imago/i Images)

Das wohl berühmteste Flugzeug der Welt landet auf dem Londoner Flughafen Stansted. An Bord der Air Force 1 befindet sich ...

Das wohl berühmteste Flugzeug der Welt landet auf dem Londoner Flughafen Stansted. An Bord der Air Force 1 befindet sich ...

... US-Präsident Barack Obama. Sein fünftägiger Besuch in Europa dürfte eine der letzten großen Reisen als amtierender Präsident sein: Am 8. November 2016 wählen die US-Amerikaner seinen Nachfolger (oder seine Nachfolgerin).

Obama und seine Frau Michelle erwartet ein straffes Programm: Einem Mittagessen mit der Queen folgen Gespräche mit dem britischen Premier. Zum Abendessen sind die Obamas bei Prinz William und Herzogin Catherine geladen, dann geht es weiter zu einem Mini-Gipfel auf dem europäischen Festland.

Vor der berühmten Downing Street No. 10, dem Amtssitz des britischen Premiers, werden auf dem extra ausgerollten roten Teppich letzte Vorbereitungen getroffen.

Schließlich ist der US-Präsident nicht alle Tage zu Besuch.

Bei den bilateralen Gesprächen mit David Cameron liegt der Fokus auf dem Thema "Brexit".

Der britische Amtskollege machte nie einen Hehl daraus, dass er für einen Verbleib in der Europäischen Union ist. Mit Obama hat er einen mächtigen Fürsprecher an seiner Seite.

In einem Gastbeitrag für den britischen "The Telegraph" warnt der mächtigste Mann der Welt vor einem EU-Austritt der Briten. "Die USA und die Welt brauchen weiterhin den verstärkten Einfluss Großbritanniens - auch innerhalb der EU", so Obama.

Einigen geht das deutlich zu weit. Nigel Farage, Chef der UK Independence Party (UKIP), rief den US-Präsidenten auf, sich aus den britischen Belangen "herauszuhalten". Er bedient die verbreitete Sorge, London sei Washingtons Schoßhündchen.

Wo Agenten des Secret Service auftauchen, ist meist der US-Präsident nicht weit. Mit dem Hubschrauber geht es für die Obamas nach Windsor Castle.

Empfangen werden sie dort von Queen Elizabeth II. und ihrem Mann Prinz Philip.

Mit der Limousine fahren die Queen und ihre Gäste in Richtung Schloss.

Am Steuer sitzt nicht etwa ein Chauffeur oder Leibwächter, sondern der 94-jährige Prinz Philip. Das hat Seltenheitswert: Normalerweise sind Barack Obamas Leibwächter kompromisslos, wenn es um Sicherheit geht. Der Präsident in einer ungepanzerten Limousine, die von einem nicht-professionellen Fahrer gefahren wird, ist eigentlich undenkbar.

Über die Fahrkünste seines Chauffeurs sagt Obama später, er sei noch nie zuvor von einem Herzog von Edinburgh gefahren worden. Es sei eine sehr sanfte Fahrt gewesen.

Nachdem die wenigen Meter vom Hubschrauber zum Schloss geschafft sind, gibt es auf Schloss Windsor ein privates Mittagessen. Als Gastgeschenk überreicht das Ehepaar Obama ein Fotoalbum mit Bildern, welche die Begegnungen der Monarchin mit den US-Präsidenten der vergangenen Jahrzehnte dokumentieren.

In seinem Gastbeitrag für den "Telegraph" gibt Obama als Grund für seinen Großbritannienbesuch an, er wolle "Ihrer Majestät" seine Glückwünsche zum 90. Geburtstag persönlich überbringen.

Zurück in London fährt die Präsidentenlimousine am Kensington-Palast vor.

Vor ihrer Londoner Residenz warten bereits Prinz William und seine Ehefrau Kate auf Michelle und Barack Obama. Ebenfalls geladen ist Williams Bruder Prinz Harry.

Bei dem Treffen geht es sichtbar legerer zu als noch am Mittag in Windsor: Barack Obama begrüßt seine Gastgeber mit einem "oh, there you are - hello"!

Die Herren tragen sportliche Sakkos ohne Krawatte, die Damen unterstreichen ihren Ruf als Stilikonen. Bei der Begrüßung wird viel gescherzt und gelacht. Prinz William soll sich übrigens für das schlechte Wetter entschuldigt haben.

Noch kurz Posieren fürs gemeinsame Foto, ...

... dann setzt man sich in entspannter Atmosphäre zusammen.

Während die Herzogin aufmerksam den Worten von First Lady Michelle Obama lauscht, ...

... sind auf der anderen Seite der Couch die Männer in eine angeregte Diskussion vertieft.

Der heimliche Star des Abends ist aber Prinz George. Der royale Spross darf wegen der besonderen Gäste ein paar Minuten länger wach bleiben als üblich. Im niedlichen Bademantel und passendem Pyjama schüttelt der Kleine dem Präsidenten noch ein wenig schüchtern die Hand, ...

... bevor er dem US-Präsidenten stolz seine Reitkünste präsentiert. Das hat einen besonderen Hintergrund, denn das Spielzeug ist ein Geschenk der Obamas zur Geburt von Prinz George.

Seine kleine Schwester Prinzessin Charlotte verschläft den Besuch dagegen vollständig.

Zum Auftakt des zweiten Besuchstages in London besucht Obama das weltberühmte Globe-Theater.

Die Visite ist eine Hommage an den berühmten Dramatiker William Shakespeare, dessen 400. Todestag begangen wird.

"Gut, den Tag so zu beginnen", schmunzelte der US-Präsident bei der Ankunft auf der prestigeträchtigen Bühne.

Das Theaterspielen überlässt er aber den Experten. In historischem Ambiente präsentieren Schauspieler Auszüge aus dem Theaterstück Hamlet.

Eine derart exklusive Darbietung ist auch für den mächtigsten Mann der Welt nicht selbstverständlich.

Auf dieser Bühne ist Barack Obama ganz in seinem Element. Mit seinen rhetorischen Fähigkeiten begeistert der Präsident sein Publikum spielend.

Zum Abschluss seiner London-Reise stellt Obama sich beim "Town Hall Meeting" den Fragen geladener Bürger.

Rund 700 junge Leute aus allen Teilen des Landes dürfen dem US-Präsident Fragen stellen.

Solche Auftritte liebt der US-Amerikaner: Auch kritische Fragen nach TTIP beantwortet er mit gekonnter Lässigkeit.

So einfach dürfte es Obama in Deutschland nicht haben.

Noch bevor der Präsident in Richtung Hannover aufgebrochen ist, versammeln sich bereits Tausende um gegen TTIP zu protestieren. (jgu)

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