Manchmal muss man eingefahrene Gleise mal wieder verlassen, etwas ganz anders machen.Bild 1 von 35 Ein Aufbruch zu neuen Horizonten eben. In der Politik kann man dann in die Wirtschaft gehen oder die Partei wechseln.Bild 2 von 35 Und das passiert immer wieder.Bild 3 von 35 Einer der prominentesten Parteiflüchtlinge der Vergangenheit brachte es später noch zu Ruhm und Ehren.Bild 4 von 35 Gustav Heinemann lehnte den Wiederbewaffnungskurs Konrad Adenauers ab und trat aus der CDU aus.Bild 5 von 35 Zunächst gründete er die Gesamtdeutsche Volkspartei, fünf Jahre später trat er dann jedoch der SPD bei und wurde ein sozialdemokratischer Bundespräsident.Bild 6 von 35 Erich Mende kehrte der FDP 1970 den Rücken zu. Der ehemalige Parteichef ging zur CDU. Als Vertreter des nationalliberalen Flügels war er bei den Liberalen zuletzt isoliert.Bild 7 von 35 Ein Jahr zuvor hatten die Liberalen Zuwachs bekommen. Der spätere Vizekanzler unter Helmut Kohl, Jürgen Möllemann, kam von der CDU.Bild 8 von 35 In den 1980-er Jahren büßte die FDP einige prominente Mitglieder ein, als die Freidemokraten die sozial-liberale Koalition zugunsten der Union platzen ließen.Bild 9 von 35 Unter anderem tauschten Ingrid Matthäus-Meier ...Bild 10 von 35 ... und Günter Verheugen ihr FDP-Parteibuch gegen eines der SPD.Bild 11 von 35 Geschadet hat es beiden nicht. Matthäus-Meier war lange die Finanzexpertin der Sozialdemokraten, bevor sie 2005 auf dem SPD-Ticket Vorstandsvorsitzende der KfW-Bankengruppe wurde.Bild 12 von 35 Verheugen brachte es mit der Erfahrung eines FDP-Generalsekretärs zunächst zum SPD-Bundesgeschäftsführer.Bild 13 von 35 Später war er Staatsminister im Auswärtigen Amt, bis ihn Deutschland als EU-Kommissar nach Brüssel entsandte. Dort ist er inzwischen Kommissionsvizepräsident.Bild 14 von 35 Zugang bekam die SPD aber auch von den Grünen. Otto Schily galt schon bei den Grünen als "bürgerlicher Außenseiter".Bild 15 von 35 Als er 1989 auch noch fürchten musste, sein Bundestagsmandat zu verlieren, nahm er das SPD-Angebot eines sicheren Listenplatzes an und wechselte die Partei.Bild 16 von 35 Nach dem Sieg von SPD und Grünen bei der Bundestagswahl 1998 wurde Schily Bundesinnenminister, für die SPD.Bild 17 von 35 Die Genossen haben mit einem früheren Parteivorsitzenden allerdings auch den möglicherweise spektakulärsten Überläufer zu bieten.Bild 18 von 35 Oskar Lafontaine galt lange als einer der profiliertesten Sozialdemokraten, 13 Jahre lang war er saarländischer Ministerpräsident.Bild 19 von 35 1995 putscht er den glücklosen Rudolf Scharping an der Parteispitze weg und wird selbst SPD-Vorsitzender. Drei Jahre später beim Sieg von Rot-Grün wird er Bundesfinanzminister.Bild 20 von 35 Doch die Männerfreundschaft mit Gerhard Schröder hält der Hierarchie zwischen Kanzler und Minister nicht stand. Nach 186 Tagen tritt Lafontaine zurück.Bild 21 von 35 Nach fast 40 Jahren Mitgliedschaft tritt er 2005 aus der SPD aus und tritt der Linkspartei bei, deren Chef er inzwischen ist.Bild 22 von 35 Es geht aber auch hier in die andere Richtung. Angela Marquardt saß vier Jahre für die PDS im Bundestag.Bild 23 von 35 Vor wenigen Tagen erklärte die 36-Jährige, die der PDS 2003 den Rücken kehrte, ihren Beitritt zur SPD. Aber sie sei "keine Überläuferin", sagt sie.Bild 24 von 35 Die Linke war im vergangenen Jahr allerdings ein beliebtes Ziel bei den politischen Überläufern.Bild 25 von 35 SPD-Mitglied Rudolf Dreßler dachte wegen der Wandlung seiner Partei nur laut über einen Austritt nach. Eine Abwanderung nach links ist ihm inzwischen aber nicht mehr geheuer.Bild 26 von 35 Gabriele Pauli hat ihren Abschied aus der CSU bereits vollzogen.Bild 27 von 35 Nicht weil sie nicht CSU-Chefin geworden ist, sondern weil die Partei sie schlecht behandelt hat.Bild 28 von 35 Allerdings scheint die Parteirebellin bei anderen Parteien nicht sehr gefragt zu sein. Die Freien Wähler waren ursprünglich interessiert, aber nach dem Lack-Auftritt in der Presse sind die Werbungen leiser geworden.Bild 29 von 35 Vielleicht melden sich die Grünen ja noch.Bild 30 von 35 Die haben jedenfalls Oswald Metzger verloren. Metzger hatte gesagt, Sozialhilfeempfänger sähen "ihren Lebenssinn darin, Kohlehydrate oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen".Bild 31 von 35 Das fand bei seinen Parteifreunden kein gutes Echo. Auf dem Parteitag schrieben sie ihm ins Stammbuch, er solle nicht gehen, aber in sich gehen.Bild 32 von 35 Da ging er lieber. Seitdem lieferten sich FDP ...Bild 33 von 35 ... und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das potentielle Neumitglied Metzger.Bild 34 von 35 Nun geht er zur CDU. Angesichts der nach Hamburg diskutierten Perspektive für schwarz-grüne Bündnisse nur konsequent.Bild 35 von 35