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Sonntag, 02. Juli 2017

Von kreativ bis radikal: Polizei und Aktivisten sind bereit für G20

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Vom 7. bis 8. Juli treffen sich die Staatschefs der mächtigsten Industrie- und Schwellenländer zum G20-Gipfel in Hamburg.
Die Regierungen von 19 der wirtschaftsstärksten Staaten der Welt und 
der Präsident der Europäischen Kommission wollen unweit des traditionell linken Hamburger Schanzenviertels zusammenkommen. (Foto: picture alliance / Stefan Rousse)

Vom 7. bis 8. Juli treffen sich die Staatschefs der mächtigsten Industrie- und Schwellenländer zum G20-Gipfel in Hamburg. Die Regierungen von 19 der wirtschaftsstärksten Staaten der Welt und der Präsident der Europäischen Kommission wollen unweit des traditionell linken Hamburger Schanzenviertels zusammenkommen.

Vom 7. bis 8. Juli treffen sich die Staatschefs der mächtigsten Industrie- und Schwellenländer zum G20-Gipfel in Hamburg. Die Regierungen von 19 der wirtschaftsstärksten Staaten der Welt und der Präsident der Europäischen Kommission wollen unweit des traditionell linken Hamburger Schanzenviertels zusammenkommen.

Globalisierungskritiker aus unterschiedlichen linken Gruppen rufen zum Protest gegen den Gipfel. "NO G20" prangt auf dem Dach des linksautonomen Kulturzentrums "Rote Flora" und ist auch ...

... außerhalb Hamburgs zu sehen: hier zum Beispiel an der Fassade des ehemaligen Hauses der Statistik am Alexanderplatz in Berlin und ...

... hier auf einem Fußweg in der Bundeshauptstadt.

Auch auf dem Rasen des Körnerparks in Berlin-Neukölln haben sich die Gipfel-Kritiker mit "G20 to hell" verewigt. In Hamburg sollen die G20-Gegner ...

... in Protestcamps unterkommen können. "We are here and we will camp" steht auf einem Zelt am Eingang des Stadtparks in Hamburg. Doch das Camp soll an den Stadtrand umziehen, übernachten dürfen die Aktivisten nicht.

Etliche Aktionen richteten sich in den vergangenen Wochen gegen den Gipfel. So zogen bereits Mitte Juni Aktivisten in Lehmkleidung über den Hamburger Rathausmarkt. "Sie stehen für eine Gesellschaft, die sich ihrer Hilflosigkeit vor den komplexen Zusammenhängen der Welt ergeben hat und nur noch für das eigene Vorankommen kämpft", erläutern die Künstler von "1000 Gestalten" auf ihrer Website.

Andere Aktivisten laden zum Recycling-Floßbau-Workshop. In der Hamburger Greenpeace-Werkstatt bereiten sie sich auf eine Bootsdemo vor, ...

... auf der sie sich mit etlichen anderen Demonstranten inklusive schwarzem Block die Binnenalster teilen.

Die G20-Gegner haben diverse Anliegen. Neben prominent platzierten Plädoyers für den Kohleausstieg ...

... bricht sich auch der Ärger über den US-amerikanischen Präsidenten Bahn.

20 Hamburger Kneipen haben sich zusammengetan und bieten "Mexikaner" gegen Donald Trump und G20 an. Der Tomatenschnaps wird gegen eine Spende ausgeschenkt, um Geld für die Proteste gegen den Gipfel zu sammeln.

Wieder andere laden zur Tanzdemo. Doch nicht nur die Aktivisten, sondern ...

... auch die Polizei hat nach Hamburg geladen. Mit 20.000 Personen will sie im Einsatz sein. In der Innenstadt wird ein 38 Quadratkilometer großer Bereich für Demonstrationen gesperrt. Das Verbot soll von Polizei und Militär durchgesetzt werden. Kritiker sehen die Versammlungsfreiheit ausgehebelt.

Die Polizei hat einen G20-Führungsstab eingerichtet, ausgestattet mit einer 4 mal 4 Meter großen Videowall aus 16 Monitoren. Die Mitarbeiter erhalten Livebilder aus dem Polizeihubschrauber "Libelle" oder von Videowagen auf der Straße. Auch die Fahrten der Kolonnen mit den Staatsgästen können per Video verfolgt werden.

Die Bundesregierung hat außerdem einigen Delegationen die Erlaubnis erteilt, ihr Sicherheitspersonal mit Waffen auszustatten. Die USA, Großbritannien, Mexiko, Südafrika, Vietnam, die Niederlande und andere Staaten sollen eine solche Erlaubnis beantragt haben.

Verantwortlich für die Polizeistrategie ist Hartmut Dudde. 2013 hat er sich einen Namen gemacht als Stratege im Umgang mit dem Protest etlicher Hamburger für den Erhalt der "Roten Flora" - einer der heftigsten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und linksautonomer Szene in jüngster Zeit.

Unterstützt werden die Beamten von 70 Pferden und ...

... 185 Hunden. Wie praktisch, dass ...

... die Mahlzeiten für alle aus der Konserve kommt. Zahlreiche Dosen mit Jagdwurst liegen in einem Versorgungsstützpunkt bereit. Auf den Deckeln steht der Schriftzug "Wer alles gibt, braucht echte Stärkung! Polizei Hamburg wünscht guten Appetit!"

Der Einsatz hat bereits begonnen. Seit Freitag kontrollieren Zoll und Bundespolizei Autos an den Grenzen zu Dänemark und den Niederlanden und wollen so schon im Vorfeld Protestler aus dem Verkehr ziehen.

Für unliebsame Gäste, die es doch nach Hamburg schaffen, will die Polizei vorgesorgt haben: Im provisorischen Containerformat hat sie in Hamburg-Harburg eine Gefangenensammelstelle eingerichtet. Insgesamt sollen in den fensterlosen Zellen bis zu 400 Personen festgesetzt werden können.

Gleich daneben liegt die G20-Außenstelle des Amtsgerichts Hamburg. Rund um die Uhr soll dort während des Gipfeltreffens im Schnellverfahren entschieden werden, wie es mit den Gefangenen weitergehen soll (apo).

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